Polymerpreise Technische Thermoplaste September 2026
Die Preise für technische Thermoplaste gaben im September 2026 auf breiter Front nach, auch wenn sich viele Produzenten zunächst dagegen sträubten. Denn nach der Urlaubszeit zogen die Mengenabrufe der Verarbeiter nur sehr zögerlich an, und um den recht üppigen Lagerbestand wenigstens etwas zu verringern, sahen sich viele Anbieter letzten Endes doch zu Preiskonzessionen genötigt.
An dem Gesamtbild aus schwacher Nachfrage und reichlichem Angebot wird sich im Oktober aus Mangel an anderweitigen – sprich: positiven – Impulsen wohl nicht viel ändern. Im Gegenteil: Zum Quartalswechsel werden viele Verarbeiter darauf drängen, die Verkaufspreise bei den mehrmonatigen Liefervereinbarungen ebenfalls nach unten anzupassen. Das wird den Erzeugern nicht schmecken, doch der maue Bedarf gibt den Verarbeitern für die anstehenden Verhandlungen ein sehr starkes Argument an die Hand.
Polymerpreise Standard Thermoplaste September 2026
PE: Zu Monatsbeginn September folgten die Notierungen zunächst der Entwicklung des Ethylenkontrakts (-12,50 EUR/t). Als sich im weiteren Verlauf neuerliche Preisreduktionen andeuteten, verhängten Erzeuger als Gegenmaßnahme Orderstopps. Lieferungen in der zweiten Monatshälfte wurden schließlich nur noch ausgeführt, sofern Verarbeiter Preisaufschläge akzeptierten. Das hatte letztendlich zur Folge, dass der September ein relativ ruhiger Monat war. Mit Anlagendrosselungen und einem geringen Mengenabfluss während der Ferien verfügen Anbieter nach wie vor über ausreichend Material. Die Auftragslage ist stabil, die saisonal übliche Verbesserung im Herbst wird wohl ausbleiben. Deshalb dürften tendenziell Lagerbestände abgebaut werden, um Preisspitzen nach Möglichkeit auszusitzen. Mit dem deutlichen Aufschlag von 80 EUR/t für den Ethylenkontrakt im Oktober sind entsprechende Preisaufschläge der Erzeuger zu erwarten. Aussagen gegen Ende September deuteten teilweise sogar auf dreistellige Erhöhungen hin. Umsetzbar erscheinen solche Forderungen nicht zur Gänze. In der Mehrzahl werden die Erhöhungen zwischen 50 und 80 EUR/t liegen – je nach Material. Sollten Erzeuger jedoch die Chance zu weiteren Aufschlägen sehen, scheinen Orderstopps auch im Oktober nicht ausgeschlossen.
PP: Der September war ein unaufgeregter Monat: Die schwache Nachfrage zwang die Produzenten in den meisten Fällen, die leicht gesunkenen Kosten für Propylen (-10 EUR/t) an die Verarbeiter weiterzugeben. Nur hier und da kam es zu einem Rollover, in Einzelfällen auch zu einem etwas stärkeren Nachgeben der Notierungen. Trotz der Anlagendrosselungen wurde ausreichend Material produziert, um die Bedarfe zu decken. Importe aus Asien nahmen etwas ab, reicherten den Markt aber noch immer merklich an, sodass ein deutlicher Angebotsüberhang bestand. Der Propylenkontrakt für Oktober wurde spürbar fester fixiert (+80 EUR/t). Erzeuger werden versuchen, die gestiegenen Kosten einzupreisen. Aufschläge sind deshalb wahrscheinlich, allerdings ist angesichts der schwachen Nachfrage kaum eine vollständige Umsetzung zu erwarten. Mit Blick auf ihre Orderbücher ist Verarbeitern eines klar: Das vierte Quartal wird kein gutes. Viele werden nur das Nötigste kaufen und frühzeitig anfangen, noch vorhandene teure Bestände abzubauen.
PVC: Die PVC-Notierungen gaben im September nach. Zu Monatsbeginn konnten die Erzeuger die Abschläge noch unter dem Minus des Ethylenkontrakts von 12,50 EUR/t halten, vereinzelt gelangen sogar Rollover. Mit fortschreitendem Monat bröckelten die Preise jedoch unter dem Druck der schwachen Nachfrage. Auch die Anlagenwartungen und Produktionsdrosselungen änderten wenig an der Überversorgung. Die Ende September eingeleitete Anti-Dumping-Untersuchung der EU könnte den Importdruck perspektivisch allerdings dämpfen. Ein Erzeuger leitete weitere Maßnahmen ein. Er verkündete, eine Produktionsanlage dauerhaft stilllegen zu wollen. Per Kundenschreiben wurde darüber informiert, dass zusätzliche Preisaufschläge aufgrund stark gestiegener Energie- und Logistikkosten für Lieferungen nach dem 1. Oktober erhoben werden. Laut Aussagen aus dem Markt kündigten auch weitere Produzenten in den Verhandlungen an, entsprechende Zuschläge bei den Preisen für Oktober berücksichtigen zu müssen. Damit stehen die Zeichen auf Preiserhöhungen. Denn neben diesen ausgewiesenen Aufschlägen werden Erzeuger im Oktober die gestiegenen Ethylenkosten (+80 EUR/t) an die Verarbeiter weitergeben wollen. Die noch lückenhaft gefüllten Auftragsbücher der Verarbeiter dürften der Durchsetzung jedoch Grenzen setzen.
PS: Das Auf und Ab der Preise für Styrolkunststoffe geht in die nächste Runde: Zumindest bei Polystyrol und EPS folgten auf die dreistelligen Aufschläge im August ebenso dreistellige Abschläge im September – bei ABS fielen die Preisbewegungen aufgrund der Kostenentwicklungen der anderen Komponenten nicht ganz so heftig aus. Die Nachfrage zog nach der Urlaubszeit zwar etwas an, aber bei Weitem nicht so stark wie erhofft oder wie saisonal sonst üblich. Vor diesem Hintergrund verringerten sich die hohen Bestände der Anbieter auch nur in einem sehr überschaubaren Rahmen, zumal mehrere Produzenten in der zweiten Monatshälfte Orderstopps verhängten. Damit reagierten sie auf Versuche der Verarbeiter, Vorkäufe zu tätigen. Denn angesichts massiv steigender SM-Spotnotierungen und der starken Verteuerung von Benzol schwante ihnen nichts Gutes, sie befürchteten heftige Preissteigerungen im Oktober. Und so kommt es wohl auch: Der Styrol-Referenzkontrakt schoss um 279 EUR/t in die Höhe und kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Dreistellige Aufschläge, die über den Umfang der September-Reduktion deutlich hinausgehen, sind damit vorprogrammiert. Für die Märkte sind starke Preissteigerungen bei schwacher Nachfrage ein Gräuel. Auch die Produzenten werden an der kommenden Entwicklung wohl nicht viel Freude haben, denn bei dem absehbar hohen Preisniveau wird kein Verarbeiter mehr Mengen kaufen als unbedingt nötig.
PET: Im September 2026 zeigt sich der europäische PET-Markt über alles gesehen relativ ruhig. Die Nachfrage aus den Endmärkten blieb so schwach wie zuvor. Zugleich wurden die Importangebote spärlicher und preislich unattraktiver. Die europäische Produktion litt unter sich verengender Rohstoffverfügbarkeit und entsprechend steigenden Kosten. Großabnehmer nutzten die mangelnde Nachfragelage, um dennoch leichte Abschläge durchzusetzen. Dagegen standen kleinere Verarbeiter häufig unter dem Druck, die Lager nach etlichen Monaten nun zumindest moderat wieder aufzufüllen. Hier zeigten sich Anbieter hartleibig und setzten leichte Aufschläge durch. Im Schnitt blieb es beim Rollover. Die sich zuspitzende Rohstofflage beginnt, den Markt zu bedrängen. Neben der Situation im Nahen Osten, die Importe auf jeder Marktebene verengt, spielt auch die Niedrigwasserlage der Binnenflüsse eine nicht zu unterschätzende Rolle. Trotz verhaltener Nachfrage wird das Grundrauschen des Bedarfs tendenziell auf weniger Angebot treffen. Es ist in der Folge im Oktober wohl mit zumindest moderaten Steigerungen zu rechnen.
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