Polymerpreise Technische Thermoplaste
Etwas überraschend konnten die Erzeuger von PC-Compounds im August ihre Preise leicht anheben: Denn es kauften ohnehin nur diejenigen Verarbeiter, die dringend Ware benötigten – und also alternativlos waren. Alle anderen ließen sich auch mit Nachlässen nicht zum Kauf animieren. Daher hielten die Produzenten in der Mehrzahl an den Preisen des Vormonats fest, und das Gros der technischen Thermoplaste verharrte im Rollover. Die Lager der Compoundeure haben sich im europäischen Ferienmonat vergrößert. Kontraktvereinbarungen konnten bestens bedient werden. Da vor allem aus dem Autosektor keine wirklichen Signale kamen, blieb die Nachfrage gering.
Auch im September wird der Preisdruck auf die Notierungen bestehen bleiben, auch wenn den Produzenten die Volatilität der Kosten zu schaffen macht. Die Lager der Verarbeiter sind zumeist gut gefüllt. Entsprechend hartleibig dürften sie sich bei den Verhandlungen zeigen. Bei den meisten TT-Typen geht das KI-Panel von stabilen bis leicht sinkenden Notierungen aus. Wie so oft im September wird es bei den Verarbeitern zu Auffüllungen nach der Urlaubszeit kommen. Dennoch sind viele noch skeptisch und sehen nur geringe Impulse für das restliche Jahr.
Polymerpreise Standard Thermoplaste
PE: Angesichts der schwachen Nachfrage tendierten die Preise der berichteten Typen teils leicht abwärts, blieben teils aber auch im Rollover stecken. Die Forderungen der Erzeuger, die Verteuerung von Ethylen (+42,50 EUR/t) einzupreisen, hielten sich nur zu Beginn des Monats. Danach setzte bei dem noch immer sehr hohen Preisniveau rasch ein Bröckeln der Vorschläge ein, zumal die Versorgung meist gut mit Tendenz zum Überhang war – trotz der Drosselungen europäischer Anlagen. Die Abrufe der Verarbeiter blieben auf sehr niedrigem Niveau, denn viele Betriebe nutzen die maue Auftragslage zur Ferienzeit, um ihre Belegschaft in den Urlaub zu schicken. Zudem standen bei einigen Betrieben die Lager noch recht hoch. Mit dem Ende der Ferienzeit dürfte der Bedarf wieder etwas aufblühen – so lauten jedenfalls die Erwartungen. Verarbeiter werden aber zunächst bei ihrer vorsichtigen Haltung bleiben und nur direkt benötigte Mengen kaufen. Auch steht der Ethylen-Kontrakt für September noch aus, der eine wesentliche Richtschnur darstellt. Große Preisbewegungen werden jedoch nicht erwartet. Das dürfte auch für die Notierungen von Polyethylen nur geringe Veränderungen bedeuten.
PP: Der Polypropylenmarkt zeigte sich im August uneinheitlich. Vor allem Vereinbarungen, die in den Vormonaten bereits deutlich korrigiert worden waren, folgten der Vorgabe des Propylenkontrakts (+55 EUR/t), zumindest in der Tendenz. Anders bei den Compounds: Hier wurde zwar nicht um große Mengen gefeilscht. Dennoch liefen die Verhandlungen zäh und endeten mit sinkenden Preisen. Spezifikationsübergreifend war der Markt trotz andauernder Anlagendrosselungen gut bis überbordend versorgt. Importe aus Asien sorgten für zusätzliche Anreicherung. Die Auftragslage verweilte während der Sommerferien auf einem sehr niedrigen Niveau. Verarbeiter hielten sich mit Bestellungen zurück, fuhren auf Sicht und betrieben bevorzugt Bestandsabbau. Einige hielten mehrwöchige Betriebsruhe ab. Im September wird sich vermutlich nichts Grundlegendes ändern. Der Propylenkontrakt tendiert 10 EUR/t leichter. Zu großen Veränderungen dürfte es nicht kommen. Auch Engpässe in der Versorgung sind trotz der vielerorts gedrosselten Anlagen nicht zu erwarten. Nur wenige Akteure rechnen mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage nach den Sommerferien. Viele Verarbeiter werden deshalb auch weiterhin nur das Nötigste bestellen.
PVC: Die höheren Ethylenkosten hinterließen bei den PVC-Notierungen im August kaum Spuren. Angesichts der ferienbedingt äußerst schwachen Nachfrage gelang es den Erzeugern nur vereinzelt, den Anstieg des C2-Kontrakts (+42,50 EUR/t) anteilig weiterzugeben. Bei den meisten Abschlüssen setzte sich der Rollover durch. Lediglich bei den S-PVC (P) Compounds kam es zu leichten Aufschlägen. Ausschlaggebend waren Engpässe bei einigen Weichmachern, die deren Notierungen weiter steigen ließen. Auch für September zeichnet sich wenig Bewegung ab. Bei Ethylen sind keine nennenswerten Preisänderungen zu erwarten, während sich die Nachfrage nach dem Ende der Ferienzeit wohl nur verhalten erholen wird. Weitere Produktionsdrosselungen dürften das Angebot zwar etwas verringern, an der Überversorgung des Marktes jedoch wenig ändern.
PS: Hin und her: Nach den starken Abschlägen im Juli sind die Preise der Styrolkunststoffe im August 2026 recht deutlich wieder nach oben gegangen. Ausschlaggebend war einmal mehr die Bewegung der Styrol-Kontraktreferenz, die im August um 149 EUR/t angezogen hatte. Bei EPS wurde die Kostensteigerung auch in ihrem Umfang meist voll eingepreist, mit einer gewissen Varianz von plus/minus 10 EUR/t nach oben und unten. Derweil reichten die Preisaufschläge bei Polystyrol hingegen nur in der Spitze an die Monomerverteuerung, oft lagen sie auch etwas darunter. Bei ABS fielen die Preissteigerungen wegen der weiteren Kostenkomponenten Butadien (-50 EUR/t) und ACN (+26 EUR/t) ohnehin geringer aus. Die Nachfrage litt unter dem toxischen Mix aus schwacher Konjunktur, Urlaubszeit inklusive verlängerter Betriebsferien, dem hohen Preisniveau und – nach den Vorkäufen des Vormonats – vorhandenen Beständen bei Verarbeitern. Gekauft wurde daher kaum etwas. Die Achterbahnfahrt geht weiter: Im September fiel der SM-Kontrakt um 140 EUR/t. Die Notierungen der Styrolkunststoffe werden dieser Tendenz – in welchem Umfang auch immer – wohl folgen. Die hohe Volatilität der Preise setzt den Verarbeitern stark zu, da sie vor allem die Veränderungen nach oben meist nur mit einem Zeitversatz einpreisen können. Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Transparenz bei der Festsetzung der Styrol-Referenz. Daher gibt es, im Gespräch mit Kunststofferzeugern, vermehrt Überlegungen, welche Alternativen oder zusätzlichen Parameter zum SM-Kontrakt zur Preisfestlegung berücksichtigt werden könnten.
PET: Wie zu erwarten, verlief das Marktgeschehen bei PET in Europa während der Augustwochen in ruhigeren Bahnen. Zwar gab es einige Unsicherheiten aufgrund der volatilen Ölpreise und der unklaren Lage in den Vorprodukt-Märkten. Dennoch blieb das Angebot mehr als ausreichend, da die ohnehin flaue Nachfrage durch die reduzierten Produktionen bei den Verarbeitern noch zusätzlich gedämpft wurde. Viele kleinere Abnehmer, bei denen der Einkauf häufig Chefsache ist, nutzten die ruhige Situation, um etwas höhere Abschläge zu erreichen. Sie reduzierten damit die in den Vormonaten aufgegangene Spanne zu den größeren Abnahmen. Die Importangebote dünnten wegen einiger sturmbedingter fernöstlicher Hafenschließungen etwas aus. Für den September deutet die Lage auf einen starken Rollover mit allenfalls moderaten Aufschlägen hin. Aber über den Märkten schwebt eine eher diffuse Unsicherheit, bedingt durch Herausforderungen in der Logistik und ein mögliches Wiederaufflammen des Iran-Konflikts. Bei vielen Abnehmern beginnt nach der Urlaubszeit die Neubewertung der Lagerbestände, um die Höhe der Wiederauffüllung zu klären. Möglicherweise kann es dadurch hier und da zu vorübergehenden Lieferengpässen kommen.
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