KI Preisreport Mai 2026

Polymerpreise Technische Thermoplaste Mai 2026

  • Notierungen entwickeln sich uneinheitlich
  • Deutliche Aufschlagsforderungen und maue Nachfrage halten Plus meist in Grenzen
  • Im Juni weitere Bremswirkung erwartet

Der Markt für technische Thermoplaste entwickelte sich im Mai typenspezifisch uneinheitlich. Massiven Aufschlagswünschen der Erzeuger stand eine nur eng begrenzte Bereitschaft der Verarbeiter gegenüber, die Forderungen mitzugehen. Etliche Verarbeiter können sich die Erhöhungen auch schlichtweg nicht leisten, weil auf der anderen Seite die Abrufzahlen aus den Abnehmerbranchen fehlen.
Zu beobachten war: je geringer die Rückwärtsintegration des Erzeugers, umso höher die Aufschläge. Die limitierte Situation bei etlichen Basispolymeren setzte sich fort und zwang zu gedrosselter Produktion. Importware aus Asien kam nur in homöopathischen Mengen nach Europa. Kaum steigende Bedarfe aus den Endmärkten hielten auch das Orderverhalten der Verarbeiter auf niedrigem Niveau. So blieb es bei der Einkaufsphilosophie des Vormonats: Gekauft wurde nur das Nötigste.
Der Preisauftrieb dürfte im Juni noch intakt bleiben, obwohl das hohe Niveau der Notierungen auf die Nachfrage bereits stark bremsend wirkt. Der Automobilbau reduziert seine Abnahmen zusätzlich. Bereits avisierte Importe werden den Auftrieb der Preise in engen Grenzen halten. Auf Verarbeiterseite ist keine Besserung der Lage zu erwarten. Bei schwacher Nachfrage aus den Kundenmärkten werden die Unternehmen weiterhin nur das Nötigste kaufen und versuchen, Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzureichen.

 

Polymerpreise Standard Thermoplaste Mai 2026

 

  • Notierungen entwickeln sich uneinheitlich
  • Wenig Nachfrage, genügend Angebot
  • Labile Weltlage erschwert Prognosen
  • Beruhigung im Juni erwartet

PE: Wenn Erzeuger in den vergangenen zwei Monaten bereits ordentlich aufgeschlagen hatten, waren sie nunmehr bereit, ihren Kunden einen Rollover zu gewähren. Andere Vereinbarungen folgten der Entwicklung von Ethylen (+100 EUR/t) und preisten die Kostensteigerungen ein. Trotz der andauernden Anlagendrosselungen entspannte sich die Verfügbarkeit einiger Materialien wieder. Kontrakte konnten vollständig erfüllt werden. Die Auftragslage vieler Verarbeiter entwickelte sich rückläufig, da sich kein Kunde mehr zu Panikkäufen verleiten ließ und daher die Bestandsauffüllungen ein Ende fanden. Zudem nutzten einige Unternehmen die Brücken- und Feiertage im Mai und ließen ihre Produktion ruhen. Um im Juni? Nach vier Aufschlagmonaten in Folge wurde der Ethylenkontrakt um 50 EUR/t niedriger fixiert. In Verbindung mit der mauen Nachfrage vor den Sommerferien könnte dies deutliche Preisanpassungen nach unten bedeuten. Zudem werden wieder erste Importmengen erwartet. Sollten sich tatsächlich anlanden, könnten sie das Angebot anreichern und den Markt zum Überangebot tendieren lassen. Die Ordertätigkeit wird gleichwohl auf dem niedrigen Niveau bleiben. Verarbeiter fokussieren sich auf den Bestandsabbau und werden nur das Nötigste bestellen.

PP: Während in manchen Verhandlungen die Kostenweitergabe von Propylen (+120 EUR/t) fixiert wurde, konnten andere Verarbeiter bei den Standard-Compounds nur einen Rollover erzielen. Insgesamt sahen sich die Erzeuger einer rückläufigen Nachfrage gegenüber. Auch wenn die Produktion nach wie vor beeinträchtigt wurde, entspannte sich die Versorgungslage in Europa leicht. Viele Verarbeiter hatten jedoch massive Probleme, die sprunghaft gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Die daraus resultierende Kaufzurückhaltung und die wenigen Produktionstage im Mai stutzten die Bedarfe spürbar. Nach vier Monaten Preiserhöhung in Folge wurde der Kontrakt für das Vorprodukt Propylen mit 30 EUR/t nach unten angepasst. Dies öffnet Türen, auch das Preisniveau bei Polypropylen zu korrigieren. Im Juni werden deutlich mehr Importe erwartet. Da auch die Produktionen in Asien durch den Konflikt im Nahen Osten eingeschränkt sind, bleibt abzuwarten, welche Volumina tatsächlich ankommen. Die Aussagen zur Bedarfsentwicklung sind einheitlich: negativ. Die Preisentwicklung bei den verstärkten Compounds war krasser: Erzeuger mussten abermals gestiegene Kosten an ihre Kunden weitergeben – sogar auf die Gefahr hin, durch die Aufschläge von rund 350 EUR/t die Nachfrage im Keim zu ersticken. Die Auslastung der meisten Produktionslinien blieb auf niedrigem Niveau stabil. Viele Verarbeiter fuhren auf Sicht. Im Juni dürften die Notierungen nochmals anziehen – aber nur leicht. Bei der Ordertätigkeit werden keine Impulse erwartet.

PVC: Der Markt hat sich im Mai deutlich beruhigt: Zwar sorgte der kräftige Anstieg des Ethylenkontrakts (+100 EUR/t) nochmals für Aufwärtsdruck, doch anders als im Vormonat beschränkten sich die meisten Anbieter auf die Weitergabe der gestiegenen Rohstoffkosten – schlugen also etwa die Hälfte des C2-Anstiegs auf. Gleichzeitig kühlte die Nachfrage spürbar ab. Viele Verarbeiter deckten nur den unmittelbaren Bedarf. Insbesondere aus dem Rohrsegment wurde von einer zunehmenden Kaufzurückhaltung berichtet. Die Versorgungslage präsentierte sich derweil deutlich entspannter als im Vormonat. Neben den bestehenden Anlagendrosselungen wurde der Ausstoß lediglich durch Wartungsarbeiten an einer Anlage sowie einem ungeplanten Produktionsausfall reduziert. Gleichwohl stand ausreichend Material zur Verfügung. Für Juni mehren sich Anzeichen für eine Trendwende bei den Notierungen: Nachdem die Preisrallye bei Ethylen ausgelaufen ist und der Kontrakt für das Vorprodukt um 50 EUR/t niedriger bei 1.645 EUR/t fixiert wurde, dürften die Verarbeiter ihre Einkaufsaktivitäten weiterhin auf den unmittelbaren Bedarf beschränken und bestehende Lagerbestände abbauen. Lieferanten, die Mengen platzieren wollen, werden daher verstärkt über Zugeständnisse beim Preis nachdenken müssen. Zusätzliche Nachfrageimpulse sind vorerst nicht in Sicht.

PS: Die Preise für Styrolkunststoffe tendierten im Mai 2026 weiter nach oben. Bei Polystyrol richtete sich die Höhe der Aufschläge in der Regel nach dem neuerlichen Anstieg der SM-Referenz (+55 EUR/t). Bei EPS konnte sie – je nach Anbieter und vorherigem Preisniveau – zuweilen auch darunterliegen. ABS verteuerte sich hingegen stärker, da die Kosten der weiteren Komponenten Butadien (+200 EUR/t) und ACN (+168 EUR/t) deutlich kräftiger gestiegen waren als die Styrol-Notierung. Die Verfügbarkeit der Materialien verbesserte sich merklich. Zugleich sank die Nachfrage, denn das hohe Preisniveau schreckte viele Verarbeiter ab, mehr Mengen zu ordern als unbedingt nötig. Hinzu kommt, dass viele von ihnen nach den Sicherungskäufen der Vormonate über reichlich Bestände verfügen. Inzwischen lässt die Aufwärtsdynamik der Preise für Styrolkunststoffe merklich nach. Im Juni zog der SM-Spotpreis zwar noch einmal um 15 EUR/t an. Dass diese geringe Veränderung jedoch eingepreist wird, dürfte angesichts des nahenden Sommerlochs fraglich sein. Bei den ABS-Notierungen zeichnet sich noch weniger Veränderung ab, da die Juni-Rückgänge von Butadien (-40 EUR/t) und ACN (-11 EUR/t) den Kostenanstieg von Styrol ausgleichen.

PET: Viel schneller als erwartet hat sich die zuvor extrem prekär wirkende Situation im europäischen PET-Markt im Mai 2026 deutlich entspannt. Auf der Angebotsseite überraschten signifikante Rückgänge in den asiatischen Produktionsketten mit der Folge fallender Importpreise aus Fernost. Zugleich zeigten sich die Abnehmer nach zwei Monaten panikartiger Sicherungskäufe ernüchtert. Die Materialmangel-Befürchtungen zerstoben angesichts der weiterhin verhaltenen Nachfrage in der Hochsaison. Die Lager sind nun mit teuren Rohstoffen gefüllt, die Kassen dagegen leer. Die Konsequenz: Einzelne Großabnehmer erreichten bereits erste Zugeständnisse der Anbieter. Im breiten Markt kam es dagegen nochmals zu leichten Anhebungen, vor allem in der ersten Hälfte des Monats. Aus aktueller Perspektive Ende Mai sind im Juni keine großen Aufschläge zu erwarten. Eher deuten die Zeichen auf weitere Entspannung. Aber angesichts der labilen Weltlage gibt es wenig Sicherheit. Viel wird von den Entwicklungen auf den asiatischen Märkten abhängen.

Seit mehr als 50 Jahren ist KI – Kunststoff Information eine unverzichtbare Informationsquelle für Entscheider aus der europäischen Kunststoffindustrie. KI bietet einen direkten und detaillierten Überblick über die Entwicklung der Kunststoffmärkte und der Polymerpreise – online rund um die Uhr verfügbar und wöchentlich als gedruckter Newsletter. Wenn Sie den vollständigen Bericht lesen wollen, melden Sie sich jetzt für den kostenlosen 48-Stunden-Test von Kunststoff Information an unter www.ki.de.

Aktie:

Aktie:

Verwandte Nachrichten

Polymerpreise Technische Thermoplaste Juni 2026 Nach den Preissteigerungen der Vormonate war im Endmonat des zweiten Quartals die Spitze erreicht. Bei (nahezu allen) technischen Thermoplasten vergünstigten sich die Preise zumeist. Nur noch in Ausnahmefällen mussten Verarbeiter noch weitere Aufschläge hinnehmen. Basispolymere waren wieder auf Normalniveau erhältlich. Trotzdem ließen die meisten Compoundeure wegen der schwachen Nachfrage ihre […]

Preise Technische Thermoplaste Die Macht des Verkäufermarkts konnte die Notierungen trotz schwacher Nachfrage deutlich nach oben ziehen. Bei PMMA erreichten manche Aufschlagswünsche sogar vierstellige Höhen. Trotz geringer Importmengen und einer insgesamt nur gedrosselt laufenden europäischen Produktion konnten die Kontrakte bedient werden – wenn auch bisweilen leicht verspätet und nur am unteren Ende der vereinbarten Volumenrange. […]

Nach jahrelangen Forschungen an melamin- und halogenfreien Flammschutzmitteln ist der ClickPlastics AG ein Durchbruch gelungen. Es wurde ein völlig neues, hochwirksames Flammschutzmittel entwickelt, das für alle technische Kunststoffe eingesetzt werden kann. Neu dabei ist die intelligente Kopplung der Komponenten, was einen maximalen synergistischen Effekt erzeugt. Das bedeutet: Höchste Brandschutzklassen bei gleichzeitig optimiertem Materialeinsatz. Die Vorteile […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste März 2026 Notierungen deutlich dreistellig im Plus Verarbeiter sichern sich Menge vor Preis Kombimodelle bei den Kontrakten Der Krieg im Nahen Osten veränderte die Ausgangslage für die Preisfindung dramatisch und wandelte den Käufer- zum Verkäufermarkt. Ansonsten präsentierte sich der März als Monat des Übergangs: Noch lässt sich nicht wirklich greifen, mit welcher […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste Februar 2026 Mehrmonatige Talfahrt der Notierungen findet ein Ende Nahost-Konflikt lässt Preise steigen Liefersicherheit gewinnt Priorität Trotz weiterhin dürftiger Nachfrage konnten Produzenten etwas höhere Preise, allerdings nicht auf voller Breite und nicht bei allen Typen, durchsetzen. Quartalskontrakte wirkten stützend. Der mehrmonatige Abwärtstrend der Notierungen fand ein Ende. Was vor dem Ausbruch des […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste Januar 2026  Die Notierungen für technische Thermoplaste entwickelten sich im Januar uneinheitlich: So schmierte Polycarbonat ab. Den Erzeugern gelang es noch nicht einmal, den höheren Benzolkontrakt weiterzugeben. Entsprechende Vorhaben wurden zumeist schlichtweg ignoriert, weil die Nachfrage zu schwach war. Die Preise für Polyamide wiederum stiegen – nur leicht zwar, aber immerhin. Auch PBT und POM […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste Oktober 2025  Trotz gut gefüllter Lager waren die Anbieter typenübergreifend emsig bemüht, ihre Notierungen auf dem bisherigen Niveau zu halten und keine weiteren Zugeständnisse bei den Preisen machen zu müssen. Dies gelang ihnen jedoch nicht immer. Immerhin hielten die Quartalsfixierungen die Notierungen noch einigermaßen stabil. Die Produzenten schränkten die Fertigung verarbeitungsfähiger Werkstoffmischungen weiter ein. So kam […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste September 2025    Die wenigen Verarbeiter, die nicht in den Ferien weilten, konnten selbst mit höheren Nachlässen nicht dazu bewogen werden, größere Mengen abzunehmen. Auf den Märkten blieb es absolut ruhig. Die Lager der Erzeuger waren gut gefüllt. Jede Mengenanforderung der Verarbeiter konnte sehr schnell bedient werden. Zudem sorgten Importe dafür, dass die Versorgungslage jederzeit gut […]

Polymerpreise Technische Thermoplaste August 2025    Im Juli nichts Neues bei den technischen Thermoplasten: Der Markt blieb unverändert anständig versorgt bei gleichzeitig schwacher Ordertätigkeit. Diese Gemengelage führte dazu, dass die Notierungen weiter aufweichten. Die Preisverhandlungen wurden maßgeblich durch die mickrige Nachfrage sowie die sinkenden Kosten für das Basispolymer beeinflusst.   Am Ende rutschten die Preise weiter abwärts. Die Produktionsanlagen liefen […]

Wer Interesse hat, an unserer Jubiläumsveranstaltung teilzunehmen, der sollte einfach den Anmeldezettel aus dem Link unten im Text an uns senden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Technische Thermoplaste September 2024: Notierungen tendieren uneinheitlich, doch der Trend ist eindeutig / Im Oktober geht es weiter bergab. Standard-Thermoplaste September 2024: Im Sog der Vorproduktabschläge sacken auch die Notierungen für Polymere nach unten / Nachfrage bleibt mau / Importe sorgen für zusätzlichen Druck auf die Preise
Die ClickPlastics AG stellt auf der Fakuma 2024 halogen-, antimon- und melaminfreie Compounds (HAMFF) vor, die in verschiedenen Anwendungen flammgeschützte Compounds auf Melaminbasis (MBF) ersetzen können. HAMFF Compounds sind umweltverträglich und die Zukunft für Flammschutzmittel und erfüllen alle gesetzlichen Vorgaben.
Auf der Fakuma 2024 wird die ClickPlastics AG Bio-Compounds vorstellen, welche ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) in verschiedenen Anwendungen ersetzen können. Bio-Compounds bieten gegenüber ABS wesentliche Nachhaltigkeitsvorteile.
Neben den schon seit geraumer Zeit erfolgreich vertriebenen biologisch abbaubaren Polymeren PBAT und PBS des langjährigen Partners Hengli, stellt die ClickPlastics AG anlässlich der Fakuma 24 verschiedene biologisch basierenden PLA Typen der Pliith Biotechnologie vor.
Die Click Plastics AG lädt zum 25 jährigen Firmenjubiläum am 12.12.2024 ein.