KI Preisreport Mai 2024

Technische Thermoplaste Mai 2024: Bei den meisten Typen ist der Markt zu balanciert für Eskapaden / Abwärtsdruck auch für Juni erwartet / Ausnahme: Bei PMMA geben sich die Erzeuger „preisstolz“ und fordern mehr

Trotz deutlich gefallenem Benzol-Kontrakt für Mai (-151 EUR/t) konnten die Erzeuger bei Polycarbonat (PC) einen Rollover in den Abschlüssen erzielen. Auch die letzte Bestellannahme des Kunststoffkonzerns Trinseo, der das Werk in Stade im Oktober stilllegen will, half spürbar dabei, ein Abrutschen der Preise zu verhindern. Trotz der weiterhin gedrosselten europäischen Produktion und spürbar weniger angelandeten Importen gab es genügend Material am Markt und gut bestückte Läger. Der Automobilbau sorgte für leicht gesteigerte Bedarfe. Die Lagerauffüllungen der Verarbeiter fielen allerdings deutlich geringer aus als erwartet.

Für PA 6 und PA 6.6 sind die Zeiten deutlicher Aufschläge offenbar vorbei. Der Markt ist zu balanciert für Eskapaden. Anbieter versuchten lange, die Preise stabil zu halten. Von der zweiten Monatshälfte an mussten sie jedoch zumindest ein wenig nachlassen, um überhaupt Material verkaufen zu können. Dieser Abwärtsdruck dürfte trotz balanciertem Markt bestehen bleiben. Ein Dammbruch wird jedoch nicht erwartet.

PMMA-Erzeuger sind die einzigen, die neben den PBT-Produzenten die Preise nach oben zogen. Das wird so bleiben, denn die weltweite Versorgung mit PMMA ist schlecht – und Besserung nicht in Sicht. Die Gemengelage am Markt aus europäischer Produktion und Importen war so kompliziert und komplex, dass sie den Erzeugern in die Karten spielte und die Preise hochzuhalten half. Der rare Rohstoff MMA und die weiterhin wenigen Importe werden dazu führen, dass sich die europäischen Erzeuger einen gewissen Preisstolz leisten können und versuchen werden, die Notierungen erneut nach oben zu ziehen.

Standard-Thermoplaste Mai 2024: Die Versorgungslage am Markt ist gut, während die Nachfrage schwach bleibt / Für Juni wird mit weiter nachgebenden Preisen gerechnet / Beschließt die EU demnächst Stafzölle auf Import-PVC aus USA und Ägypten?

PE: Der erste Preisrückgang des Jahres beim Monomer Ethylen (-10 EUR/t) verkam bei vielen Verhandlungen im Mai zum Nebenaspekt. Denn das Angebot war insgesamt zu groß und die Nachfrage zu schwach: Im Ergebnis führte das zu Abschlägen, die weit über die Monomervergünstigung hinausgingen. Typenübergreifend war mehr Material vorhanden als zur Kontrakterfüllung nötig. Zugleich fehlten stimulierende Impulse aus den Abnehmerindustrien. Der Ausgangspunkt vieler Verhandlungen für den Juni dürfte der erneute Rückgang beim Vorprodukt Ethylen (-30 EUR/t) sein. Dem Markt wird weiterhin mehr Material als nötig zur Verfügung stehen.

PP: Der Propylenkontrakt drehte im Mai nach unten und knickt um 10 EUR/t ein. Die Notierungen der Polymere folgten der Richtung nach unten. Da der Markt trotz all der Bemühungen europäischer Produzenten, das Angebot knapp zu halten, jedoch überversorgt war, konnten Verarbeiter deutlich größere Abschläge durchsetzen. Der starke Zufluss an Importmaterial reicherte den Markt zudem spürbar an. Der C3-Referenzkontrakt für Juni ging abermals nach unten (-30 EUR/t). Das wird den Druck auf die Notierungen der Polymere aufrechterhalten und diese weiter abwärts tendieren lassen.

PVC: Der Aufwärtstrend der beiden Vormonate ist beendet, die PVC-Preisnotierungen tendierten im Mai nach unten. Der im Vergleich zum Vormonat günstigere Ethylenkontrakt (-10 EUR/t) gab die Richtung vor, wobei die Verarbeiter zum Teil höhere Preisabschläge durchsetzen konnten. Im Ausblick auf den Juni könnte sich das Preisniveau auf dem Niveau der hälftigen Rücknahme des Ethylenkontraktes (-30 EUR/t) stabilisieren. Auch wenn die Akteure aus dem Neubausektor die Nachfrage weiterhin als schwach beschreiben, kommen aus anderen Abnehmerbereichen durchaus positive Impulse. Dazu zählen die Bereiche Pharmaverpackungen und Gebäudesanierung. Nach wie vor untersucht die EU-Kommission, ob sie wegen möglicher Dumping-Preise Strafzölle gegen PVC-Importe aus den USA und Ägypten verhängen will.

PS: Rückläufige Vorproduktkosten beendeten im Mai 2024 den Aufwärtstrend, den die Preise für Styrolkunststoffe in den drei Monaten zuvor verzeichnet hatten. Allerdings gaben die Notierungen in der Regel nicht ganz so stark nach wie die Styrol-Referenz (-111 EUR/t), da die Anbieter vor allem in der ersten Monatshälfte einen Teil der Kostenreduktion einbehalten konnten. In der zweiten Monatshälfte näherten sich die Preissenkungen hingegen mehr und mehr an den Styrol-Abschlag an. In Einzelfällen gingen die Preisrücknahmen auch darüber hinaus. Im Juni werden die Preise der Styrolkunststoffe voraussichtlich weiter nachgeben. Bei ABS könnte es derweil auf den Rollover oder minimale Rücknahmen hinauslaufen.

PET: An der Lage im europäischen PET-Markt änderte sich im Mai 2024 gegenüber dem Vormonat wenig. Der umstrittene und nachträglich ausgerufene Aufschlag von +38 EUR/t für das Vorprodukt Paraxylol (PX) im April wurde im Mai alsbald wieder zurückgedreht. Die PX-Kosten sind dadurch seit Jahresbeginn mit leichten Schwankungen als weitgehend stabil anzusehen. Weiterhin blieben Importe unattraktiv. Auf der anderen Seite liefen die Anlagen der europäischen Anbieter weitgehend störungsfrei auf gutem Niveau. Der Ausstoß war mehr als ausreichend, um die erneut eher enttäuschende Nachfrage abzudecken. Auch für den Juni also sollte nicht mit allzu viel Bewegung zu rechnen sein.

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KI Preisreport April 2024

Technische Thermoplaste April 2024: Maue Nachfrage und geringe Aufschläge schaffen einen balancierten Markt / Trotz gedrosselter Produktion kann die Nachfrage meist erfüllt werden / Erstaunlicher Optimismus für Mai

Eine weiterhin nur maue Nachfrage setzte den Forderungen der Erzeuger enge Grenzen. Der Markt erwies sich insgesamt als zu liquide, und der Benzolkontrakt für April (+37 EUR/t) war den Verarbeitern oft nicht Argument genug, noch höhere Preise zu akzeptieren. Eine Ausnahme bildete PA 6, das durch den Quartalswechsel einen deutlichen Aufpreis erlebte.

Trotz einer gedrosselten europäischen Produktion konnten die Kontrakte, nicht zuletzt dank der Importe, jederzeit erfüllt werden. Der Automobilbau scheint sich, besonders im Premiumsegment, etwas erholt zu haben und orderte mehr Material. Lagerauffüllungen bei Verarbeitern blieben im Großen und Ganzen aber Mangelware.

Für den Mai können die Hersteller mit den bis jetzt erreichten Preiserhöhungen noch nicht zufrieden sein. Deshalb dürften sie erneut versuchen, die Notierungen nach oben zu ziehen. Verarbeiter wiederum melden für Mai eine verbesserte Auftragslage. Gerade in der Automobilbranche und dem E+E-Sektor hellt sich die Stimmung auf. Daher gehen einige KI-Panelteilnehmer davon aus, dass sie im Mai – trotz der zahlreichen Feiertage – mehr produzieren werden und dafür mehr Material benötigen als im April.

Standard-Thermoplaste April 2024: Die Aufschläge bei den Polymernotierungen bleiben meist unter denen des Monomers / PVC und PS erleben leichten Aufwärtstrend / Im Mai dürfte es aber typenübergreifend nach unten gehen

PE: Preisforderungen einiger Lieferanten nach Aufschlägen, die über dem Monomer-Plus von +40 EUR/t lagen, konnten von den Verarbeitern meist rasch abgebogen werden. Denn die Nachfrage blieb auch im April schwach, und das Angebot wurde durch Importe zusätzlich angereichert. Im Ergebnis stiegen die Preise für gut verfügbare Commodities nur leicht. Auch im Mai dürften Aufträge rar bleiben. Denn gesamtwirtschaftlich, so klagen nicht nur die Konjunkturforscher, bewegt sich hierzulande weiterhin viel zu wenig. Nicht zuletzt deshalb stehen die Notierungen für Polyethylen im Mai unter Druck. Durch die Vergünstigung des C2-Kontrakts (-10 EUR/t) dürfte die Richtung für die Preise vorgegeben sein – nach unten.

PP: Im April machten der schwache Bedarf und eine bessere Versorgungslage durch Importe den Anbietern einen Strich durch die Rechnung, die den neuerlichen Anstieg der Propylen-Referenz (+45 EUR/t) vollumfänglich einpreisen wollten. Um Mengen im Markt zu platzieren, mussten sie Abstriche bei der Bemessung der Aufschlagshöhe machen. Die Nachfrage wurde nicht nur dadurch reduziert, dass einige Verarbeiter den Betrieb nach den Osterferien erst mit einer gewissen Verspätung wieder aufnahmen. Auf sinkende Preise müssen sie offenbar gar nicht lang warten. Denn die C3-Referenz gab im Mai um 10 EUR/t nach. Und da es weiter an Nachfrage mangelt und immer neue Importe eintrudeln, können Verarbeiter wahrscheinlich Abschläge im Mai erwirken, die etwas über die Monomerveränderung hinausgehen.

PVC: Den zweiten Monat in Folge zogen die PVC-Notierungen etwas an. Die meisten Abschlüsse folgten der hälftigen Kostenweitergabe des Ethylenkontrakts (+40 EUR/t). Selbst der reduzierte Ausstoß europäischer Anlagen reichte aus, um den schwachen Bedarf zu decken. Eine saisonale Belebung ist punktuell spürbar, rangiert aber deutlich unter dem sonst üblichen Niveau. Was den Ausblick auf den laufenden Monat betrifft, so dürfte die Entwicklung des Ethylenkontrakts (-10 EUR/t) den Aufwärtstrend bei den Preisen wieder beenden. Anbieter werden bemüht sein, das Niveau stabil zu halten. Und auch wenn die Bedarfe der Verarbeiter weiter anziehen, wird das absehbar nicht ausreichen, um den Markt gänzlich in eine Balance zu bringen.

PS: Die Preise der Styrolkunststoffe tendierten im April den dritten Monat in Folge nach oben. Bei Polystyrol beharrten die Anbieter darauf, den  Anstieg der Styrol-Referenz (+44 EUR/t) komplett oder zu großen Teilen einzupreisen. Weder bei PS noch bei EPS oder ABS kommt die Nachfrage in Gang. Zuweilen gab es saisonale Impulse, doch bei allen Werkstoffen blieben die Bedarfe unterhalb der sonst üblichen Niveaus. Dies lag auch daran, dass viele Verarbeiter nicht mehr Mengen als unbedingt nötig kauften. Zu Recht: Im Mai sackte der Styrol-Kontrakt um 111 EUR/t nach unten. Die Preise der Styrolkunststoffe dürften ebenfalls deutlich nach unten gehen.

PET: Nach den Turbulenzen in den beiden Vormonaten rüttelte sich der europäische PET-Markt im April 2024 wieder etwas zurecht. Bei stagnierenden Vorproduktkosten produzierten die europäischen Hersteller auf ansehnlichem Niveau. Importe büßten derweil an preislicher Attraktivität ein. Bei eher geringer Nachfrage boten die europäischen Hersteller moderate Abschläge an. Die europäischen Waren reichen zur Bedarfsdeckung aus, die Vorproduktlage scheint ruhig. Das erste Mal seit langer Zeit greift wieder leichter Optimismus um sich. Rollover oder allenfalls leichte Schwankungen sind das wahrscheinlichste Szenario.

KI Preisreport Januar 2024

Technische Thermoplaste Januar 2024: Erst runter, dann leicht hoch – der Jahresanfang zeigt sich zweigeteilt / Weniger Importe, aber teurer / Einzelne Lagerauffülleffekte für Februar erwartet

Der Januar 2024 präsentierte sich zweigeteilt: In der ersten Monatshälfte gingen die Notierungen bei etlichen Typen deutlich spürbar zurück. Denn obwohl sich der Benzolkontrakt um 11 EUR/t verteuerte, war der Markt noch liquide. In der zweiten Hälfte dann ein gegenteiliges Bild: Die Preise drehten – und bei einigen Spezialprodukten landeten sie sogar im Plus.

Importe wurden spürbar weniger angelandet als zuletzt. Die Verteuerung der Logistikpreise aus Asien hatte hier großen Einfluss. Die europäische Produktion lief weiterhin nur gedrosselt. Die substanzielle Nachfrage war zwar weiterhin schwach. Doch hier und da sorgten leichte Lagerauffülleffekte sowie eine aufkeimende Sorge vor steigenden Preisen (Stichwort: Lieferketten-Chaos durch die Lage am Roten Meer) für etwas Belebung am Markt.

Der Benzolkontrakt für Februar wurde mit 214 EUR/t höher fixiert. Dies und weniger wettbewerbsfähige Importe dürften die Talfahrt der Notierungen stoppen und für einige Typen deutlich umkehren. Ausnahmen, wie etwa bei PBT oder POM, bestätigen dabei die Regel. Vielerorts ist genügend Lagerware vorhanden, so dass das Angebot trotz gedrosselter europäischer Produktion und weniger Importen lang bleiben dürfte. Da es keine substanziellen Veränderungen bei der Nachfrage von Seiten der Abnehmerindustrien zu geben scheint, werden die Verarbeiter weiterhin auf Sicht fahren und nur dann, wenn es Sonderangebote gibt, ihre Lager füllen.

 

Standard-Thermoplaste Januar 2024: Rollover bei den Vorprodukten führt auch bei den Polymerpreisen zu wenig Veränderungen / Unruhen im Roten Meer verzögern und verteuern die Importe / Aufschläge im Februar erwartet

 PE: Der Rollover der C2-Referenz galt als Richtschnur für viele Abschlüsse im Januar. Auch in der zweiten Monatshälfte kam es nur selten zu Aufschlägen bei Bestellungen, da viele Produzenten ihre Auftragsbücher vorzeitig schlossen und keine Order mehr annahmen. Europäische Produktionsanlagen liefen weiterhin nur gedrosselt. Aufgrund der Unruhen im Roten Meer verzögerten und verteuerten sich Importe deutlich. Einige Force-Majeure-Meldungen sorgten für Unruhe.

Auch ohne Fixierung des C2-Kontrakts kursieren bereits dreistellige Aufschlagsforderungen im Markt. Dies wird intensivere Verhandlungen provozieren, da Impulse bei der Nachfrage auf sich warten lassen und Verarbeiter sich den Aufschlägen widersetzen dürften. Ernsthafte Versorgungsengpässe werden nicht erwartet. Bei einzelnen Typen könnten sich Lieferzeiten etwas verlängern. Verarbeiter werden wohl vorerst auf Sicht fahren oder Bestellungen aussetzen und von den aufgebauten Beständen zehren.

Verarbeiter, die bislang vor allem auf günstige Importware gesetzt hatten, versuchen angesichts des Chaos in den Lieferketten nun doch, ihr Material vermehrt aus europäischer Produktion zu beziehen. Das dünnt für den Gesamtmarkt die Verfügbarkeiten aus.

PP: Nach dem Rollover von C3 gab es auch bei den Preisen für Polypropylen im Januar 2024 allenfalls nur geringfügige Veränderungen. Versuche der Anbieter, Aufschläge durchzusetzen, scheiterten in der Regel an der schwachen Nachfrage. Bei den verstärkten Compounds führte der geringe Bedarf sogar zu leichten Abschlägen.

Allerdings ändert sich nun die Gemengelage: Denn mehrere Erzeuger haben im Januar Orderstopps verhängt, um das Marktgefüge zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Die Turbulenzen im Roten Meer spielen ihnen dabei in die Karten, da sich Importe durch die längeren Transportwege verzögern und verteuern werden. Mehrere Anbieter haben für Februar einen neuerlichen Versuch von Preiserhöhungen unternommen und bereits Aufschläge angekündigt, die im dreistelligen Bereich liegen. Auch wenn diese Forderungen wohl nicht in vollem Umfang durchgesetzt werden können, dürften die absehbaren Preiserhöhungen sicherlich über die Februar-Verteuerung von C3 (+15 EUR/t) hinausgehen.

PVC: Der bisherige Abwärtstrend der PVC-Notierungen hat im Januar ein Ende gefunden: Dem Rollover beim Vorprodukt Ethylen folgend, endeten auch viele Verhandlungen für das Basisprodukt mit einer Seitwärtsbewegung. Einzige Ausnahme waren die E-PVC-Pasten: Einige Kunden sahen nach den Jahresgesprächen noch Anpassungsbedarf, sodass deren Notierungen erneut Federn lassen mussten.

Der reduzierte Ausstoß europäischer Anlagen reichte aus, um den Bedarf zu decken. Zudem blieben Importe aus den USA für viele weiterhin unattraktiv. Dass aufgrund der aktuellen Situation im Roten Meer nun auch Importe aus Fernost nicht den gewohnten Weg nach Europa fanden, führte dazu, dass sich zumindest einige hiesige Erzeuger über das Anklopfen alter Kunden freuen konnten.

Auch im Januar blieb die Nachfrage verhalten: Zwar nahmen die Bestellungen der Verarbeiter zu Jahresbeginn wieder etwas zu. Dies lag jedoch an dem saisonüblichen Lageraufbau von Fertig- und Halbfertigwaren und nicht an einer wirklichen Belebung des Auftragseingangs.

Perspektivisch ist beim Basismaterial wiederum mit einem Rollover zu rechnen. Erste Preiserhöhungen bei den Zuschlagstoffen – oftmals begründet mit verzögerten und teureren Lieferungen aus Asien – könnten im Februar zu leicht festeren Notierungen bei den Compounds führen.

PS: Oberflächlich betrachtet war bei den Preisen der Styrolkunststoffe zum Jahresauftakt 2024 nicht viel los: Nach dem marginalen Rückgang der Styrol-Referenz (-5 EUR/t) blieben die Notierungen weitgehend unverändert. Bei PS gab es hier und da mal kleine Anpassungen nach oben oder unten, und bei EPS und ABS einigte man sich letzten Endes auf den Rollover oder – aufgrund der schwachen Nachfrage – auf leichte Abschläge. Alles in allem waren also allenfalls geringfügige Veränderungen zu verzeichnen.

Doch unter der Oberfläche begann es zu brodeln. Denn die Styrol-Spotnotierungen kletterten im Monatsverlauf steil nach oben, da sich der Ausstoß europäischer Anlagen durch Wartungen und unvorhergesehene Produktionsproblemen deutlich verringert hatte und sich auch das Vorprodukt Benzol verteuerte. Die Folge war ein kräftiger Anstieg der Februar-Referenz für Styrol (+190 EUR/t), der auch die Notierungen der Styrolkunststoffe wohl dreistellig nach oben treiben wird. Zudem werden sich auch zumindest bei ABS die Turbulenzen im Roten Meer auswirken: Durch die längeren Schifffahrtsrouten um das Kap der Guten Hoffnung verzögern sich Importe aus Fernost, und auch die Kosten steigen – Marktteilnehmer berichteten von Aufschlägen von bis zu 250 EUR/t. Europäische Produzenten wird’s freuen – denn höhere Preise für Importwaren stärken ihre Wettbewerbsposition gegenüber der asiatischen Konkurrenz.

PET: Der europäische PET-Markt zeigte sich im Januar 2024 zweigeteilt. Waren zu Beginn noch leichte Abschläge möglich, so änderte sich das mit der Eskalation der Auseinandersetzungen vor der Küste Jemens am Horn von Afrika schnell. Die zusehends umgeleiteten Schiffstransporte verzögerten und verteuerten Importe auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. Zudem zogen die Grundpreise in Asien durch das stimulierende Konjunkturprogramm in China signifikant an.

Viele Verarbeiter sprangen notgedrungen auf europäische Waren um, die aber nach wie vor nur gedrosselt zu Verfügung standen. Engpässe wurden nun auch beim direkten Vorprodukt PTA sichtbar. In der Folge kam es am Ende des Monats teils sogar zu dreistelligen Aufschlägen. Im Monatsmittel sind Anhebungen von 60 bis 80 EUR/t zu konstatieren.

Unabhängig von der PX-Entwicklung stehen im Februar wohl weitere, zumindest moderate Erhöhungen bei PET ins Haus. Importe werden vermutlich weiterhin relativ teuer bleiben. Die gestiegenen Logistikkosten sind allerdings weitgehend eingepreist. Wie es in China weitergeht, wird sich erst in der zweiten Monatshälfte nach dem dortigen Neujahr zeigen – zumal nachdem nun auch Mexiko eine Anti-Dumping-Untersuchung auf chinesische PET-Importe eingeleitet hat. Zuvor hatten Europa und Südkorea bereits ähnliche Maßnahmen ergriffen.

In Europa ist zumindest von einer leichten Belebung in der Produktion auszugehen. Zugleich bleibt die Nachfrageaussicht in der Vorsaison unsicher.

KI Preisreport Dezember 2023

Technische Thermoplaste Dezember 2023: Erneut bestimmen leichte Abschläge das Bild / Januar könnte Bodenbildung einläuten / Bislang fehlen allerdings Folgeaufträge in nennenswertem Umfang

Der Dezember 2023 endete wie erwartet völlig unaufgeregt. Bei vielen Verarbeitern blieben die Preise auf Novemberniveau. Einigen gelang allerdings durchaus, Sonderpreise zu verhandeln, die das Gefüge ein wenig nach unten zogen. Insgesamt waren die Notierungen aller berichteten Typen leicht rückfällig.

Die Erzeugung in Europa wurde an manchen Stellen so stark gedrosselt, dass sich das Fehlen von Basispolymeren teilweise auf die Compound-Produktion auszuwirken schien. Zu echten Engpässen führte das aber nicht: Importe konnte die entstehenden Lücken jederzeit ausgleichen. Aus Nachfragesicht tat sich wenig, sämtliche Bestellungen konnten bis Mitte des Monats abgearbeitet werden. Folgeaufträge waren oftmals Mangelware.

Aus diesem Grund werden die europäischen Compoundierlinien im Januar voraussichtlich deutlich langsamer wieder angefahren werden, als in den Vorjahren üblich. Auffülleffekte – die zum Jahresbeginn hier und da durchaus erwartet werden – dürften sich wegen der Flaute im Automobilsektor aber wohl erst von der Monatsmitte an wirklich bemerkbar machen. Preislich wird vielfach ein Rollover zu sehen sein.

Standard-Thermoplaste Dezember 2023: Nachfrage erhält zusätzliche Dämpfer / Im Januar ist bestenfalls ein Rollover zu erwarten, eine Fortsetzung des Abwärtstrends ist wahrscheinlicher

PE: Im Dezember 2023 tendierten die Preise für Polyethylen im Windschatten der gesunkenen C2-Referenz (-30 EUR/t) weiter nach unten. Angesichts der extrem schwachen Nachfrage ließen sich viele Anbieter recht schnell auf Abschläge ein, die über die Monomerreduktion etwas hinausgingen. Den Bedarf gedrückt hatten – neben der allgemeinen Wirtschaftsflaute – die Kürze des Produktionsmonats Dezember sowie das Bestreben der Verarbeiter, ihre Lagerbestände aus bilanziellen Gründen zum Jahreswechsel möglichst gering zu halten.

Zudem gab es seitens der Verarbeiter kaum Bestellungen, um Mengenvorgaben für das Erreichen von Jahresboni zu erreichen. Denn diese Vorgaben waren ohnehin unerreichbar, da die Nachfrage seit vielen Monaten am Boden liegt. Daher drängen die Einkäufer ihre Lieferanten, von den Bonusmodellen abzurücken und künftig statt möglicher Rabatte gleich niedrigere Verkaufspreise einzuräumen.

Ob das den Produzenten gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Ihre Margenzuwächse der Vorjahre waren 2023 durch die Kaufzurückhaltung der Verarbeiter ohnehin abgeschmolzen: Während Ethylen Ende Dezember 2023 um 4,7 Prozent günstiger war als ein Jahr zuvor, haben die Preise für PE-HD-Blasformqualitäten im gleichen Zeitraum um 8,5 Prozent nachgegeben, für PE-HD-Rohr 80 um 9,6 Prozent und für PE-LD-Folienqualitäten sogar um 12,7 Prozent. Bei PE-LLD (C4) Folienqualitäten fiel der Preisrückgang mit -4,5 Prozent hingegen etwas niedriger aus als die C2-Vergünstigung, weil der geringe Zufluss an Importen das Angebot zeitweise knapp gehalten hatte.

Zum Jahresauftakt werden die PE-Notierungen den Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen, auch wenn die C2-Referenz auf dem Vormonatsniveau verharrte. Die Nachfrage wird aufgrund von Lagerauffülleffekten wohl etwas anziehen, aber weiterhin schwach bleiben. Denn viele Verarbeiter nehmen erst in der zweiten Januarhälfte die Produktion wieder auf, und allgemein mangelt es der Gesamtwirtschaft nach wie vor an positiven Impulsen.

PP: Die Weitergabe der Vergünstigung der Propylenreferenz von -30 EUR/t wurde zum Jahresende 2023 kaum noch ernsthaft diskutiert, sondern gleich umgesetzt.

Preisgeschacher verbot sich angesichts extrem schwacher Nachfrage und angesichts des Verfalls der Spotnotierungen. Europäische Produktionsanlagen liefen nur mit deutlich reduziertem Output. Importe füllten das Angebot aber auf. Geordert wurde in den ersten beiden Dezemberwochen zumeist nur das Nötigste. Danach verabschiedete sich ein Verarbeiter nach dem anderen in die Weihnachtspause.

Die schwache Nachfrage wird die Polypropylen-Notierungen im Januar 2024 weiter unter Druck setzen, auch wenn die C3-Referenz auf dem Vormonatsniveau verharrte. Zum Jahresstart kommt es zwar zu ersten leichten Lagerauffüllungen. Aber das Fehlen wirklich prägender Impulse aus den Abnehmerindustrien lässt die Verarbeiter weiterhin vorsichtig agieren. Trotzdem werden einige ihre niedrigen Lagerbestände auffüllen müssen.

Bei den Compoundeuren sieht die Lage ähnlich aus: Einige Compoundeure betrieben Lagerkosmetik und boten Ware zu extrem günstigen Preisen an.

PVC: Die Notierungen für PVC haben im Dezember weiter nachgegeben. Der Ethylen-Kontrakt vergünstigte sich um 30 EUR/t. Die hälftige Kostenweitergabe gelang den Erzeugern aber nur sehr selten. Zu gering war die Nachfrage in dem kurzen Produktionsmonat. „Keine Änderung in Sicht“, hieß es auch bei der Angebotsmenge: Obwohl europäische Produktionsanlagen nur mit deutlich reduziertem Output liefen, konnten alle Kontrakte erfüllt werden.

Viel mehr als der Dezember-Preis stand bei den aktuellen Gesprächen der Blick auf das Jahr 2024 an: Vor dem Hintergrund, dass dem Markt genügend Material zur Verfügung steht, wollen sich immer weniger Verarbeiter an langfristige Kontrakte binden, sondern ihren Mengenbedarf in stärkerem Umfang über die Spotmärkte abdecken. Dies, und die weiterhin schwache Nachfrage, werden wohl auch im Januar zu weiter fallenden Preisen führen, trotz des Rollovers von C2 im Januar.

Eine spürbare Erholung der Nachfrage im ersten Quartal 2024 ist derzeit nicht zu erwarten. Der Markt braucht endlich ruhigeres Fahrwasser, aber auch Verlässlichkeit. Bei Letzterem sind EZB und Politik gefordert, um etwa auch die dringend notwendigen Impulse für die Bauindustrie zu setzen.

PS: Zum Jahresausklang 2023 gaben die Notierungen der Styrolkunststoffe noch einmal nach. Die Preise für Polystyrol und EPS folgten dabei mehr oder weniger dem Rückgang der Styrol-Referenz (-116 EUR/t), wobei Produzenten die Kostenreduktion nicht immer in vollem Umfang an die Kunden weitergaben. Bei ABS fielen die Abschläge hingegen niedriger aus, weil geringere Ermäßigungen der Kostenkomponenten Butadien (-10 EUR/t) und ACN (-28 EUR/t) die Preisreduktion abbremste.

Geordert wurde kaum etwas. Die ohnehin schon schwache Nachfrage erhielt durch die Kürze des Produktionsmonats Dezember und das Bestreben der Verarbeiter, die Lagerbestände aus bilanziellen Gründen möglichst gering zu halten, zusätzliche Dämpfer. Bilanzielle Aspekte waren auch der Grund, warum manch ein Verarbeiter seine Bestellungen erst im Januar ausgeliefert haben wollte.

Auch im Gesamtjahr hatte der Bedarf deutlich abgenommen. Verarbeiter berichteten nicht selten von Mengenrückgängen von 12 bis 20 Prozent, manchmal sogar darüber hinaus. Der schwache Bedarf wirkte sich auch auf die Preise aus, und zudem auf die Margen der Produzenten. Während Styrol im Dezember 2023 um 3,9 Prozent günstiger war als ein Jahr zuvor, hatte sich PS normal im selben Zeitraum um 7,4 Prozent verbilligt, EPS Dämmstoffe weiß um 10,9 Prozent und ABS Spritzguss um 8,7 Prozent.

Die Preise der Styrolkunststoffe werden im Januar wohl nur geringe Veränderungen zeigen. Denn auch bei der Styrol-Referenz – bis Redaktionsschluss lag sie noch nicht vor – sind zum Jahresauftakt keine größeren Sprünge zu erwarten, nachdem die Spotnotierungen für Styrol und Benzol in den vergangenen Wochen kaum Bewegung gezeigt hatten. Die Preise der Styrolkunststoffe könnten daher weitgehend unverändert bleiben oder – aufgrund der schwachen Nachfrage – hier und da leichte Abschläge verzeichnen.

PET: In unlustiger Stimmung beendete der europäische PET-Markt im Dezember das krisengeprägte Jahr 2023. Alle Seiten hielten ihre Lager für die Abschlussbilanz auf möglichst niedrigem Niveau. Die PX-Referenz für November wurde erst Anfang Dezember mit -45 EUR/t fixiert, ohne dass dies allzu großen Einfluss auf die Preisgestaltung gehabt hätte. Die relativ wenigen regulären Geschäfte wurden ruhig und unspektakulär mit leichten Abschlägen abgewickelt. Nur hier und da kam es zu individuellen größeren Ausschlägen nach unten oder oben. Umdisponierende Kunden, die am belgischen Tropf hingen, mussten teils tiefer in die Tasche greifen. Manche Anbieter wollten andererseits ihre Lager noch schnell reduzieren, sie gaben höhere Nachlässe dafür. Der Spotmarkt lag derweil mehr oder minder brach.

Die PX-Referenz – im Dezember 2023 gab es einen Rückgang von 38 EUR/t – scheint an Relevanz zu verlieren. Die Frage der Anbindung von Jahreskontrakten an das Vorprodukt ist jedenfalls ein maßgeblicher Knackpunkt dafür, dass die meisten Großabnahmen ohne entsprechenden Abschluss ins Jahr 2024 wechseln. Im Januar wird hier wohl mit den weitergeschriebenen Regelungen des Vorjahres gearbeitet werden müssen. Diese Unsicherheit strahlt auch auf die regulären Geschäfte ab. Die Beteiligten wollen in dieser Situation den Januar ruhig gestalten. Auf allen Seiten wird daher von Rollover ausgegangen, falls sich nicht noch dramatische Wendungen ergeben.

In unlustiger Stimmung beendete der europäische PET-Markt im Dezember das krisengeprägte Jahr 2023. Alle Seiten hielten ihre Lager für die Abschlussbilanz auf möglichst niedrigem Niveau. Die PX-Referenz für November wurde erst Anfang Dezember mit -45 EUR/t fixiert, ohne dass dies allzu großen Einfluss auf die Preisgestaltung gehabt hätte. Die relativ wenigen regulären Geschäfte wurden ruhig und unspektakulär mit leichten Abschlägen abgewickelt. Nur hier und da kam es zu individuellen größeren Ausschlägen nach unten oder oben. Umdisponierende Kunden, die am belgischen Tropf hingen, mussten teils tiefer in die Tasche greifen. Manche Anbieter wollten andererseits ihre Lager noch schnell reduzieren, sie gaben höhere Nachlässe dafür. Der Spotmarkt lag derweil mehr oder minder brach.

Die PX-Referenz – im Dezember 2023 gab es einen Rückgang von 38 EUR/t – scheint an Relevanz zu verlieren. Die Frage der Anbindung von Jahreskontrakten an das Vorprodukt ist jedenfalls ein maßgeblicher Knackpunkt dafür, dass die meisten Großabnahmen ohne entsprechenden Abschluss ins Jahr 2024 wechseln. Im Januar wird hier wohl mit den weitergeschriebenen Regelungen des Vorjahres gearbeitet werden müssen. Diese Unsicherheit strahlt auch auf die regulären Geschäfte ab. Die Beteiligten wollen in dieser Situation den Januar ruhig gestalten. Auf allen Seiten wird daher von Rollover ausgegangen, falls sich nicht noch dramatische Wendungen ergeben.

 

KI Preisreport November 2023

Technische Thermoplaste November 2023: Erzeuger versuchen ebenso krampfhaft wie erfolglos, ihre Preise stabil zu halten / Wenig Nachfrage, viele Importe sorgen für langen Markt / Verarbeiter blicken in ungewisse Zukunft

Der Benzolkontrakt für November vergünstigte sich um 148 EUR/t. Die Erzeuger versuchten trotzdem, die Preise so stabil wie möglich zu halten. Das gelang ihnen jedoch wegen der schwachen Nachfrage und zahlreicher Importe nur in Ansätzen. Europäische Anlagen produzierten nur auf geringem Niveau. Das Angebot wurde weiterhin durch Importe stark angereichert. Der mangelnde Abfluss sorgte bei Erzeugern, Händlern und Importeuren für volle Regale in den Lagern. Dramatisch eingeschenkt bekam PA Auto, mit Rückgängen im dreistelligen Bereich. Kostengünstige Importe aus Asien und die schwache Nachfrage waren die Gründe für den Absturz.

Auch im Dezember dürften rückläufige Preise programmiert sein. Offen bleibt allerdings die Frage nach Sonderverkäufen in dem kurzen Schlussmonat des Jahres. Erzeuger sind bestrebt, die Kapitalbindung in ihren Bilanzen etwas freundlicher aussehen zu lassen. Es wird wohl ein sehr ruhiger Jahresschluss mit ausgedehnteren Betriebspausen als üblich werden. Kaum ein Verarbeiter hat Aufträge, die nicht bis Weihnachten abgearbeitet werden könnten.

Jahresgespräche für 2024 haben zwar schon stattgefunden. Aber zu großflächigen, konkreten Preisvereinbarungen kam es bislang noch nicht. Die Verarbeiter stehen mit dem Rücken an der Wand. Daher können und wollen sie sich nicht zu Volumenzusagen durchringen. Beobachter gehen ohnehin davon aus, dass sich der Markt der technischen Thermoplaste verstärkt von einem Kontrakt- zu einem Spotmarkt entwickeln wird. Davon erhoffen sich die Verarbeiter mehr Flexibilität – sehr zum Leidwesen der Erzeuger.

Standard-Thermoplaste November 2023: Der Rückgang der Monomerpreise setzt die Polymernotierungen unter Druck / Reichlich Importe und kaum Nachfrage / Typenübergreifend dürfte das Jahre gelaufen sein

PE: Die Reduktion des Monomerkontrakts um 45 EUR/t übte Druck auf die Polymerpreise aus. Weil sich die Versorgungslage wieder entspannte, gingen die zuvor stärker gestiegenen Notierungen nun mehr als die Monomervorgabe zurück. Große Impulse aus den Abnehmerindustrien waren ohnehin nicht erwartet worden. Daher erfreuten sich Verarbeiter daran, wenn sie das Vormonatsniveau halten konnten. Die Talfahrt der Polymerpreise dürfte sich nach dem neuerlichen Rückgang des Ethylens (-30 EUR/t) fortsetzen. Angesichts der verbesserten Versorgungslage und des kurzen Produktionsmonats könnte die Reduktion größer als der Monomerrückgang ausfallen. Die Ordertätigkeit wird durch die Weihnachtspause vieler Unternehmen einen weiteren Dämpfer erfahren. Das Abrufverhalten aus den Abnehmerindustrien ist weiterhin eine „Black Box“.

PP: Der Rückgang der C3-Referenz (-40 EUR/t) stellte die Weichen: Im November 2023 gaben die Preise für Polypropylen nach und beendeten damit die kurze Aufwärtsbewegung der beiden vorangegangenen Monate. Die Anbieter versuchten zunächst, die Höhe der Preisreduktionen auf die Kostenermäßigung zu begrenzen, hatten angesichts der schwachen Nachfrage damit aber keinen nachhaltigen Erfolg. Dazu trug sicherlich auch die verbesserte Versorgungslage bei. Zudem blieb der Bedarf auf niedrigem Niveau – viele Verarbeiter mieden mit Blick auf die bevorstehende Jahresendbilanz jeglichen Bestandaufbau. Niemand weiß so recht, wo die Reise lang geht, und insofern wollen sich viele Verarbeiter bislang nicht so richtig festlegen.

PVC: Der kurzzeitige Aufwärtstrend der beiden Vormonate hat sich wieder gedreht, die Notierungen für PVC gaben im November nach. Sahen die Angebote zu Beginn des Monats noch eine anteilige Kostenweitergabe der C2-Referenz vor (-45 EUR/t), mussten Erzeuger im weiteren Verlauf größere Abschläge einräumen. Der Ausstoß europäischer Produktionsanlagen läuft auf einem nahezu historisch niedrigen Niveau. Was den kurzfristigen Ausblick für Dezember betrifft, ist mit weiter fallenden Preisen zu rechnen. Die ohnehin schon schwache Nachfrage bekommt einen zusätzlichen Dämpfer, weil durch die kommende Winter- / Weihnachtspause weniger Produktionstage zu Buche stehen.

PS: Nach drei Monaten mit steigenden Notierungen drehten die Preise für Styrolkunststoffe im November 2023 wieder nach unten. Der deutliche Rückgang der Styrol-Referenz (-149 EUR/t) bescherte bei Polystyrol und EPS sogar dreistellige Abschläge, während die Rückgänge von ABS durch die übrigen Kostenkomponenten etwas abgefedert wurden. Durch die Bank weg versuchten die Produzenten, Teile der Kostenreduktion einzubehalten. Geordert wurde aber wenig. Diese Tendenz wird wohl auch das Kaufverhalten im Dezember prägen. Vor diesem Hintergrund geraten die weiter rückläufigen Preise fast zur Nebensache. Bei den Notierungen der Styrolkunststoffe sind weitere Abschläge vorgezeichnet.

PET: Krise ist das neue Normal: So lässt sich die Lage im europäischen PET-Markt im November 2023 zusammenfassen (siehe dazu auch den Kommentar auf Seite 3). Die gefühlt nun schon fast ewig andauernde Absatzmisere hat die im Weltvergleich teuerste PET-Erzeugung in Europa unterspült. Unter dem Strich blieben die Abschläge aber noch moderat. Wie im Vormonat ist die PX-Referenz für den November auch am Monatsende noch nicht fixiert, ein typisches Bild für die unsichere bis krisenhafte Situation. Importe bleiben präsent und die Nachfrage liegt am Boden. Im Dezember wären wohl alle Seiten mit einem ruhigen Verlauf zufrieden.

 

Aktuelle Preise ClickPlastics 12_23

Aktuelle Preise Clickplastics für Bestellungen im Dezember.  Stand 15.12.23.

Basis: Verpackung in Big Bags, Abnahme voller Container, frei geliefert DACH & Benelux, verzollt:

 

ABS (MFI 20): 1,55 €/KG

SAN: 1,40 €/KG

PBT resin (i.V. 0,75-1,2): 1,55 €/KG

PBT Compound GF 30: 1,75 €/KG

PBT Compound GF 30 FR V0@0,8 mm: 2,55 €/KG

Faser PET 0,678, incl. Tio2: 1,10 €/KG

UHMW-PE (5 Mio. g/mol): 1,71 €/KG

Aktuelle Preise ClickPlastics 11_23

Aktuelle Preise Clickplastics für Bestellungen im November.  Stand 14.11.23.

Basis: Verpackung in Big Bags, Abnahme voller Container, frei geliefert DACH & Benelux, verzollt:

 

ABS:  (MFI 20): 1,62 €/KG

SAN: 1,45 €/KG

PBT resin (i.V. 0,75-1,2): 1,55 €/KG

PBT Compound GF 30: 1,80 €/KG

PBT Compound GF 30 FR V0@0,8 mm: 2,70 €/KG

PA 6 resin r.V. 2,7: 1,70 €/KG

Faser PET 0,678, incl. Tio2: 1,18 €/KG

UHMW-PE (5 Mio. g/mol): 1,76 €/KG

Polyketon: 3,80 €/KG

KI Preisreport Oktober 2023

Technische Thermoplaste Oktober 2023: Auch gestiegene Vorprodukt-Notierungen können die Preise nicht in die Höhe treiben / Schwache Nachfrage und reichlich Importe sorgen für liquide Märkte allerorten / Keine Besserung in Sicht

Der Benzolkontrakt für Oktober verteuerte sich exorbitant um 232 EUR/t. Deshalb versuchten die Erzeuger von Polycarbonat, spürbar höhere Preise durchzusetzen. Viele Importe und eine darbende Nachfrage schoben diesem Ansinnen aber schnell einen Riegel vor. Obwohl die europäischen Anlagen nach wie vor nur deutlich gedrosselt liefen, blieb es bei sprudelnden Importen bei einem langen Markt. Der Automobilbau schwächelte weiter. Bauindustrie sowie E+E-Sektor benötigten ebenfalls nur wenig Material. Im November fiel die Notierung beim Vorprodukt um -148 EUR/t gegenüber dem Vormonat. Die nächste Runde rückläufiger Preise dürfte damit eingeläutet sein.

Bei Polyamid erwiesen sich die Ankündigungen der europäischen PA 6-Erzeuger, aufgrund der gestiegenen Caprolactam-Notierungen dreistellige Preiserhöhungen durchsetzen zu wollen, sehr zügig als Makulatur. Zu Beginn des Monats konnten diese Aufschläge zwar teilweise umgesetzt werden, zumeist einigte man sich aber auf Abschläge. Die europäischen Erzeuger produzierten weiterhin spürbar gedrosselt. Durch mehr verfügbare Importe bildete sich ein liquider Markt heraus. Trotzdem mussten manche Verarbeiter auf Spezialitäten länger warten als zuletzt üblich. Die Nachfrage in den Bereichen Bau und Automobil war nach wie vor so spürbar gering, dass der eine oder andere Verarbeiter Produktionslinien abstellte oder Schichten verringerte. Immer November dürften knappe Spezialitäten zwar im Preis anziehen. Der Gesamtmarkt aber wird sich wohl in eine Warteposition begeben.

Bei PMMA schickten die Nachfragetristesse sowie große Importmengen die Preise erneut auf Talfahrt. Das wird sich im November nicht ändern. Viele Auftragsbücher sind noch gähnend leer. Impulse aus dem Automotivesektor sind Mangelware, und die Schwäche in der Bauindustrie lässt sich auch im November mit dem Hinweis auf „saisonale Effekte“ nicht schönreden.

Standard-Thermoplaste Oktober 2023: Zumindest in einem sind sich alle einig – das Jahr 2023 ist gelaufen / Erzeuger und Verarbeiter ringen um die Weitergabe der Vorproduktnotierungen / Wann springt die Nachfrage wieder an?

PE: Nach dem Plus beim Ethylenkontrakt mit 65 EUR/t waren die Weichen gestellt, dass die Erzeuger im Oktober die Preise von PE-Material anheben konnten. Mit Verweis auf geringe Verfügbarkeit bei einigen Materialien und die unbefriedigende Margensituation wurden nicht selten dreistellige Aufschläge gefordert – und teilweise auch durchgesetzt. Durch die andauernden Drosselungen der europäischen Anlagen kam es zu den ersten Versorgungsproblemen bei einzelnen Spezialitäten. Verarbeiter reagierten auf die hohen Aufschläge, indem sie auf ihre Lagerbestände zurückgriffen, die sie in den Sommermonaten aufgebaut hatten. Im November dürfte die Reduktion des Monomerkontrakts um 45 EUR/t merklich Druck auf die Polymerpreise ausüben.

PP: Die Aufschlagshöhe des Propylenkontrakts (+60 EUR/t) galt für viele Abschlüsse bei Polypropylen im Oktober als Richtschnur. Zuvor hatten Erzeuger mühsam versucht, die Preise um dreistellige Aufschläge anzuheben. In Ausnahmefällen wurden aber auch Abschlüsse mit geringen Aufschlägen fixiert. Nach wie vor lief die europäische Produktion nicht rund. Die Bedarfe der Verarbeiter gestalteten sich unterschiedlich aber immer schwach. Im November dürfte die sinkende Notierung für Propylen (-40 EUR/t) die Preise der Polymere wieder auf Talfahrt schicken. Die Jahresgespräche und eine weiter verhaltene Ordertätigkeit könnten den einen oder anderen Anbieter sogar dazu bewegen, Deals zu offerieren, um die eigenen Bestände zumindest ein bisschen abzubauen.

PVC: Den zweiten Monat in Folge zogen die Notierungen an: Im Rückenwind der Verteuerung des C2-Kontrakts (+65 EUR/t) erhöhten Erzeuger die Preise für PVC im Oktober. Als Richtschnur galt die hälftige Kostenweitergabe des Ethylens. Im weiteren Monatsverlauf schmolz das Aufschlagsniveau jedoch ab. Der Ausstoß europäischer Anlagen wurde weiterhin auf ein Minimum heruntergefahren. Dennoch stand dem Markt ausreichend Menge zur Verfügung, da die Nachfrage nach wie vor lahmt. Der Bausektor liegt weiterhin darnieder. Was den kurzfristigen Ausblick für November betrifft, so wird der deutliche Rückgang der C2-Referenz (-45 EUR/t) Druck auf die Notierungen ausüben und die Preise wohl wieder abwärts schicken.

PS: Der neuerliche Anstieg der Styrol-Referenz (+60 EUR/t) beförderte die Notierungen nochmals nach oben. Doch den vollen Umfang der Vorproduktteuerung, wie von den Erzeugern erhofft, erreichten die Aufschläge nicht. Dafür war die Position der Verarbeiter zu stark, das Angebot zu gut, und die Nachfrage zu gering. Material gab es, wie bereits im Vormonat, genug. Das führte dazu, dass auch die Verarbeiter nur wenig Order platzierten und auf Sicht fuhren. Noch liegt die Styrol-Referenz für den November nicht vor, unter anderem wegen des Feiertags. Die Spotpreise sind jedoch deutlich in den Keller gegangen: In den vergangenen Wochen folgten sie dem Verfall bei den Vorprodukten Benzol und Ethylen und sanken um 150 EUR/t. Daran dürfte sich auch der SM-Kontrakt orientieren.

PET: Die anhaltende Misere des europäischen PET-Marktes scheint im Oktober 2023 einen weiteren Kulminationspunkt erreicht zu haben. Die Nachfrage blieb deutlich unter dem normalen Niveau. Unter dem Strich gelang es den europäischen Erzeugern, in den regulären Geschäften zumindest Teile der PX-Kostenerhöhungen umzusetzen. Nachfrageseitig ist das Jahr gelaufen, darin stimmen die Marktteilnehmer überein. Die PX-Referenz liegt noch nicht vor. Es wird im November wohl ein zähes Ringen geben, angesichts der weltweiten Lage mit vermutlich attraktiven Importangeboten als Zünglein an der Waage.

 

Aktuelle Preise ClickPlastics 10_23

Aktuelle Preise ClickPlastics für Bestellungen im Oktober

Stand 12.10.2023

Basis: Verpackung in Big Bags, Abnahme voller Container, frei geliefert DACH & Benelux, verzollt:

 

ABS (MFI 20): 1,65 €/KG

SAN: 1,48 €/KG

PBT resin (i.V. 0,75-1,2): 1,60 €/KG

PBT Compound GF 30: 1,85 €/KG

PBT Compound GF 30 FR V0@0,8 mm: 2,80 €/KG

PA 6 resin r.V. 2,7: 1,70 €/KG

Faser PET 0,678, incl. Tio2: 1,18 €/KG

KI Preisreport September 2023

Technische Thermoplaste September 2023: Erste Aufschläge werden sichtbar / Teurere Vorprodukte und Importe werden im Oktober zusätzlich treiben / Nachfrage ohne nennenswerte Impulse

Vom höher fixierten Benzolkontrakt für September (+41 EUR/t) ging ausreichende Bremswirkung aus, um den Abwärtstrend bei den technischen Thermoplasten zu stoppen. Teilweise war sogar ein Plus als Vorzeichen zu sehen. Ausnahmen waren POM, PMMA und insbesondere PA 6.6 – bei diesen ging es weiter abwärts.

Die Situation wird sich in den kommenden Wochen nur wenig verändern: Solange Importe den Markt bestimmen und die Nachfrage schwach bleibt, wird der Markt sinkende Preise einfordern – und auch bekommen. Das dürfte bei PA 6.6, POM und PMMA der Fall sein.

Polycarbonat, PC/ABS-Blends und PA 6 hingegen werden aufgrund der teureren Vorprodukte wie Caprolactam und Benzol (Oktober: +232 EUR/t) nicht nur den Boden finden. Die Erzeuger drängen – auch wegen der inzwischen teils erheblich teureren Importmengen – auf deutliche Aufschläge.

Aus keinem Abnahmesektor sind in den kommenden Wochen spürbare Veränderungen zu erwarten. Die Bauindustrie krebst unverändert vor sich hin, Auto sowie E&E sehen sogar bis Jahresende keine Impulse.

Standard-Thermoplaste September 2023: Typenübergreifend haben die Preise die Talsohle durchschritten / Nachfrage bleibt jedoch weiterhin schwach / PET-Markt meldet erste Linienabstellungen

PE: Die Drosselungen und Wartungen in Europa zeigten Wirkung: Die am Markt verfügbaren Mengen von C2 nahmen deutlich ab. Auch die Importe schnurrten in sich zusammen, so dass im Ergebnis ein – wenn auch auf niedrigem Niveau – balancierter Markt herauskam. Bei etlichen Typen konnten die Erzeuger ihre Kostensteigerungen umsetzen. Bei manchen Materialien lagen die Aufschläge sogar (deutlich) über dem Plus beim C2-Kontrakt (im September +75 EUR/t). Die neuen Preisverhandlungen dürften in ähnlicher Härte fortgeführt werden, da C2 sich erneut spürbar um 65 EUR/t verteuerte. Die Nachfrage aus den Kundenindustrien (Lebensmittelverpackungen, Bau oder auch Automotive) bleiben jedoch aller Voraussicht nach mau.

PP: Die Preise für Polypropylen haben die Talsohle durchschritten. Im September 2023 drehten sie wieder nach oben, da sich auch C3 verteuert hatte (+60 EUR/t) und das bisherige Überangebot merklich abgenommen hat. Die Nachfrage blieb unterdessen weiterhin schwach. Geringfügige Verbesserungen kamen allenfalls durch Bestandsaufstockungen nach der Urlaubszeit beziehungsweise durch Vorkäufe in Erwartung weiter steigender Preise. Und die Preisfaktoren für den Oktober sind dieselben: Erneut hat sich C3 verteuert (wieder um 60 EUR/t), und das inzwischen balanciertere Angebot ermöglicht es den Anbietern, die Notierungen für Polypropylen zum Q4-Auftakt nach oben zu schrauben.

PVC: Nachdem die PVC-Notierungen seit April 2022 nur eine Richtung kannten – nämlich abwärts – drehten die Preise im September erstmals wieder nach oben. Die Notierungen für S-PVC Basis und PVC-Compounds zogen an – wenn auch nur moderat. Die gestiegenen Ethylenkosten (+75 EUR/t) wurden damit zumindest anteilig weitergegeben. Von einer fundamentalen Änderung konnte jedoch keine Rede sein: Zu sehr steckt vor allem die Bauindustrie in der Rezession. Auch im Oktober werden Erzeuger alles daransetzen, zumindest die hälftigen Ethylenkosten einzupreisen.

PS: Der Preisauftrieb hat an Dynamik gewonnen. Im September 2023 strebten die Notierungen der Styrolkunststoffe kräftig nach oben. Die Nachfrage blieb mau. Grund für die Verteuerung der Styrolkunststoffe im September war der starke Anstieg der SM-Referenz (+170 EUR/t). Während bei EPS die Styrol-Kostensteigerung mehr oder weniger als Richtschnur galt, gab es bei Polystyrol und ABS sehr große Unterschiede bei der Preisgestaltung. Dies machte sich insbesondere bei den Preisen für PS- und ABS-Spritzgießtypen bemerkbar. Derweil zeichnen sich für den Oktober bereits weitere Aufschläge ab, da die Styrol-Referenz erneut nach oben ging (+60 EUR/t) und auch bei den übrigen ABS-Komponenten die Notierungen nach oben bewegten (Butadien +70 EUR/t, ACN +128 EUR/t).

PET: Die anhaltend ausgeprägte Nachfrageschwäche veranlasste einen Produzenten in Nordwesteuropa zur Abstellung einer von zwei größeren Linien. Zugleich wurden die Schleusen der Lager geöffnet. So kam es zu Nachlässen von bis zu 80 EUR/t. Das unterminierte die Bemühungen der anderen Produzenten, die gestiegenen PX-Kosten in Anhebungen umzusetzen. Letztlich wurden dennoch in den verbliebenen regulären Geschäften Aufschläge zwischen 10 und 20 EUR/t durchgesetzt. Aus der Nachfrage werden auch im Oktober keine Impulse mehr erwartet. Zugleich deuten die PX-Notierungen weiter nach oben. Die Schlinge um den Hals der Produktion zieht sich weiter zu. Durch die Angebotsanpassung sind trotz der schwachen Nachfrage zumindest moderate Aufschläge möglich.