KI Preisreport Februar 2023

Technische Thermoplaste Februar 2023: Tohuwabohu an den Märkten / Aggressiv bepreiste Importware aus Asien setzt europäische Produzenten zusätzlich unter Druck / Verarbeiter im Zangengriff

 Die Situation ist dramatisch: Der europäische Markt ist mehrfach gespalten. Einigermaßen neutral und fassbar sind eigentlich nur die Preise für PC und PMMA. Alles andere ist Tohuwabohu. Fast überall sind Nachfrage und Angebot gering. Importmaterial aus Asien, das die dortigen Produzenten zu Kampfpreisen auf den Markt bringen, setzt die europäischen Notierungen zusätzlich unter Druck.

Die Verarbeiter reagieren darauf und kaufen nur zum Preis ihrer unteren Kontraktrange. Die noch fehlende Menge füllen sie mit dem Importmaterial auf. Die Benzol-Referenz, die im Februar um 108 EUR/t gestiegen ist, weiterzugeben, gelang kaum einem Erzeuger.

Der Blick auf die Märkte zeigt zudem: Automotive schwächelt nach wie vor. Die Verarbeiter haben daher das erste Quartal abgehakt und setzen voller Hoffnung auf das zweite Vierteljahr. Dass die Planungsvorläufe sich drastisch verkürzt haben (auf oft nur noch 7 und 10 Arbeitstage statt mehrerer Wochen), macht die Sache noch schwerer. Hinzu kommt, dass angesichts der extrem hohen TT-Notierungen der Einkauf nur mit Zwischenfinanzierungen möglich ist – und die Kosten dafür drohen die ohnehin geringe Marge aufzufressen. Die Folge: Immer mehr Verarbeiter schließen resignierend Linien und planen, über Ostern ihre Werke dichtzumachen. Auch Kurzarbeit gehört mittlerweile zum Alltag.

Standard-Thermoplaste Februar 2023: Bei etlichen Typen scheint der Abwärtstrend der Notierungen fürs Erste gestoppt / Produktionsdrosselungen treffen auf geringe Nachfrage / Hoffen auf saisonale Belebung

PE: Das Tal der Tränen ist noch immer nicht durchschritten: Produktion, Nachfrage, Konsum – alles liegt irgendwie hernieder. Von Frühlingsgefühlen ist auf Seiten der Verarbeiter genau so wenig zu spüren wie bei den Erzeugern. Auch die erhofften Lagerauffüll-Effekte wollen sich partout nicht einstellen. Bestellt wird nur, was unbedingt nötig ist. Die Notierung für das Vorprodukt C2 steigt im März um 30 EUR/t. Das wird wohl auch die Polymerpreise leicht ins Plus heben. In den Orderbüchern fehlt es gleichwohl nach wie vor an Auftragseingängen. Daher dürfte die Nachfrage insgesamt noch immer kein Normalmaß erreichen. Die Vorlaufzeit von Auftragseingängen bei Verarbeitern hat stark abgenommen.

PP: Er ist gestoppt. Der Abwärtstrend der PP-Notierungen, der mit Ausnahme eines minimalen Anstiegs im November neun Monate andauerte, hat offenbar ein Ende gefunden. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie zog zwar etwas an. Aber insgesamt gesehen blieb der Bedarf schwach, zumal viele Verarbeiter noch von ihren Beständen zehrten und nur das Nötigste dazukauften. Da zudem Importe aus Nahost das Angebot anreicherten, fielen die Produktionsdrosselungen europäischer Anlagen nicht stärker ins Gewicht. Dies dürfte auch im März so bleiben. Die Preise für PP werden dennoch in geringem Umfang anziehen.

PVC: Nachdem die PVC-Notierungen seit April 2022 nur eine Richtung kannten, endete der Abwärtstrend im Februar: Die Preise für PVC und Compounds drehten – wenn auch nur marginal – nach oben. Erzeuger versuchten, die anteiligen Kosten für C2 in ihren Angeboten einzupreisen, hatten damit aber nur in begrenztem Umfang Erfolg. Für den März werden nur geringe Preisbewegungen erwartet, auch wenn sich das Vorprodukt C2 um 30 EUR/t verteuert. Ausnahme könnten lediglich die E-PVC-Pasten sein: Hier erwarten die Marktteilnehmer, dass das hohe Preisniveau im März bröckelt. Insgesamt liegt der Bedarf über alle PVC-Materialien hinweg immer noch unter dem saisonalen Normalmaß.

PS: Der Februar verlief recht unspektakulär, nahezu geräuschlos. Nach dem geringen Anstieg der Styrol-Referenz waren auch keine großen Sprünge zu erwarten gewesen. Bei Polystyrol und EPS waren Anfang Februar somit die Kostenweitergabe oder der Rollover im Gespräch. Deutlich lautere Töne dürfte es im März geben. Denn für Musik ist gesorgt: Da die Kosten für die Styrolproduktion aus dem Ruder laufen, lancierte ein Erzeuger bereits vor der Veröffentlichung des Märzkontrakts für Styrol seine Anhebungswünsche für PS und ABS. Inwieweit diese sich werden umsetzen lassen, dürfte abzuwarten sein. Abschläge bei sämtlichen Styrolkunststoffen sind eher wahrscheinlich.

PET: Die Hoffnung der europäischen PET-Produzenten auf eine Stabilisierung der Preise zerstob zu Beginn des Februars schnell. Im Monatsverlauf wurden die Abschläge auf das Nötigste eingegrenzt. Die aufschäumende Volatilität in den internationalen Märkten trieb die hiesigen Verarbeiter zurück an die zuverlässig gefüllten Tröge der europäischen Anbieter. Sie setzten oft auf „Nummer sicher“, um den Bedarf der sich nähernden Frühjahrssaison zu decken. Im März sollte sich die Stabilisierung realisieren. Die Angebote von europäischen und Importwaren liegen wieder dichter beieinander, der Saisonbeginn wird von allen Seiten mit Optimismus erwartet. Mindestens Rollover bis leichte Festigung steht so in den Programmbüchern der Anbieter.

KI Preisreport Januar 2023

Technische Thermoplaste Januar 2023: Abwärtstrend gewinnt an Dynamik / Sämtliche Sorten unter Druck durch schwache Nachfrage und günstige Importe / Weitere Abschläge im Februar zu erwarten

So wie das alte Jahr für die technischen Thermoplaste endete, begann auch das neue: Die Preise gaben auf breiter Front nach, sämtliche Typen verzeichneten Abschläge. Auch die bestimmenden Faktoren waren die gleichen – auf die Notierungen drückten die schwache Nachfrage sowie die Konkurrenz durch günstige Importe. Anders als im Dezember war lediglich der Umstand, dass bei fast allen Typen die Preisreduktionen noch höher ausfielen als am Jahresende.

Die Produktionsdrosselungen europäischer Anlagen werden durch den üppigen Zustrom von Importen konterkariert. Bei PMMA hat der stete Zufluss von Materialien aus Asien sogar wieder zu einem weitgehend normalen Angebot geführt. Die Nachfrage blieb hingegen allerorten gering. Bei Automotive-nahen Kunststoffen zog die Nachfrage zwar zaghaft an, insgesamt gesehen blieben die Lagerauffülleffekte nach dem Jahreswechsel aber weit hinter dem erhofften Umfang.

Auch im Februar ist seitens des Bedarfs noch kein richtiger Zug zu verspüren. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es sich bei der Nachfrage im gesamten ersten Quartal wie bei „Warten auf Godot“ verhalten wird: Nichts tut sich. Die Hoffnungen richten sich inzwischen viel mehr auf das zweite Quartal.

Vor diesem Hintergrund werden die Notierungen der technischen Thermoplaste ihren Abwärtstrend im Februar wohl fortsetzen – vielleicht mit Ausnahme von PC und PC/ABS, wo der erneute Anstieg der Benzol-Referenz die Preise stützt. Aber auch bei den anderen Sorten dürften die Preisrückgänge an Dynamik verlieren. Denn die Importe werden (außer bei PMMA) etwas weniger und vor allem auch etwas teurer, so dass sie in den kommenden Preisverhandlungen weniger stark als Druckmittel der Verarbeiter dienen können.

Standard-Thermoplaste Januar 2023: Großflächiger Abwärtstrend bei den Notierungen hält an / Verspäteter PX-Kontrakt sorgt für Unruhe in den Märkten / Leichte Belebung der Nachfrage von Mitte Februar an erwartet

PE: In den vergangenen Monaten ist das Preisniveau bei PE quasi kontinuierlich gesunken. Dieser Abwärtstrend setzte sich auch im Januar fort: Angeleitet durch den deutlichen Monomerrückgang beim C2-Kontrakt (-95 EUR/t) fielen die Notierungen oft im hohen zweistelligen Bereich. Über alle Typen hinweg betrachtet, zog die Nachfrage wieder leicht an. Spannend dürfte der weitere Verlauf des ersten Quartals werden. Wenn China sein Mondneujahrsfest abgefeiert hat, werden die dortigen Verarbeiter wieder ihre Produktion hochfahren. Das könnte den Strom der Importwaren, die bislang aus dem Mittleren Osten nach Europa kamen, ausdünnen.

PP: Die Preise für Polypropylen, die sich seit Mai 2022 auf Talfahrt befinden, haben im Januar 2023 weiter nachgegeben. Auch die Nachfrage blieb verhalten. Lagerauffülleffekte verliehen dem Markt nur wenig zusätzlichen Schwung, der Bestandsaufbau fiel seitens der Verarbeiter geringer aus als sonst. Uneinheitlich zeigen sich hingegen die Preisbewegungen bei den Compounds. Während die Notierungen für glasfaserverstärkte Produkte ebenfalls nachgaben, tendierten die Preise für talkumverstärkte Typen aufgrund des stark verteuerten Füllstoffs erstmals seit Juni 2022 wieder nach oben.

PVC: Der Abwärtstrend der PVC-Notierungen hat sich im neuen Jahr fortgesetzt. Für zusätzlichen Druck sorgte auch eine schwache Nachfrage, die durch die flaue Konjunkturlage und den verkürzten Produktionsmonat gekennzeichnet war, sowie die gute Verfügbarkeit durch üppige – und noch günstige – Importe. Die starken Abschläge für das Basismaterial setzen in der Folge auch die Compounds unter Druck. Noch lässt die Winter-Rezession alle Akteure vorsichtig agieren. Erste Impulse kommen aus der Bauindustrie, aber auch in anderen Branchen werden die Lager langsam wieder aufgefüllt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Importströme im Verlauf des ersten Quartals entwickeln.

PS: Die Preise für Styrolkunststoffe haben ihre Talfahrt beendet. Im Januar 2023 zogen die Notierungen für Polystyrol und EPS im Windschatten der gestiegenen Styrol-Referenz erstmals seit sechs Monaten wieder an – bei ABS sogar erstmalig seit April 2022. Die Nachfrage verbesserte sich gegenüber dem extrem schwachen Dezember zwar, war jedoch immer noch recht verhalten. Zumindest in Bezug auf die Preise dürfte es im Februar keine größeren Bewegungen geben. Abzuwarten bleibt, ob die schwache Nachfrage den einen oder anderen Anbieter nicht wieder zu Sonderkonditionen verleitet.

PET: Die Unsicherheit im europäischen PET-Markt hielt auch im ersten Monat des neuen Jahres an. Für das zentrale Vorprodukt PX wurde die Referenzkontrakt für Dezember sehr spät veröffentlicht, allerdings folgte der Kontrakt für Januar dann nur zwei Tage später. Die inzwischen zur Regel gewordenen Verspätungen erzeugen erhebliche Unruhe. Die regulären monatlichen Geschäfte profitierten derweil von einem nicht erwarteten Importschub aus China am Monatsanfang. Die Verarbeiter nutzten diese Situation zu Lagerauffüllungen, denn viel Luft nach unten ist nicht mehr zu erwarten. Für den Februar erwarten die meisten Marktteilnehmer den Rollover bis leichte Anhebungen.

KI Preisreport Dezember 2022

Technische Thermoplaste Dezember 2022: Geringe Nachfrage sorgt für Abschläge / Aber teilweise anziehende Auftragslage zu erwarten / Preisverfall dürfte sich im Januar dennoch fortsetzen

Wenig überraschend angesichts der schwachen Nachfrage gaben die Notierungen aller berichteten Typen technischer Thermoplaste im Dezember nach. Für PMMA war es sogar der erste kleine Abschlag seit annähernd zwei Jahren.

Nur bei einigen wenigen Materialien konnte ein balancierter Markt für etwas Bremswirkung sorgen. Darüber hinaus zeigte sich bei einigen Polymeren ein regional zweigeteilter Markt in Europa: Während die Kontraktbindungen im Westen des Kontinents stärker wirkten, gaben die Preise im Osten teils deutlich nach. Freilich wurden bis zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Reports stellenweise nur wenige Abschlüsse getätigt.

Die europäische Produktion deckte die Kontraktverpflichtungen in meist ausreichendem Umfang ab. Verstärkt einfließende asiatische Importe bereicherten das Angebot, nicht nur bei Standardware.

Mit dem Erfolg aus dem Dezember im Rücken werden die Verarbeiter zu Jahresbeginn auf weitere Preisrücknahmen drängen. Gestützt werden diese Forderungen von teilweise sehr günstigen Importen. Eines der wesentlichen Argumente von Verarbeiterseite wird die Drohung sein, von den 2022 stärker präferierten Kontraktvereinbarungen abzurücken und erheblich mehr Mengen auf dem Spotmarkt zu kaufen. Das wird die Produzenten zu Zugeständnissen zwingen.

Mit einer leicht besseren Auftragslage aus dem Automobilsektor und allgemeinen Auffülltendenzen dürfte der Januar auch tendenziell freundlich starten. Aufträge aus den Branchen Bau sowie E&E werden hingegen wohl noch zu wünschen übrig lassen.

Standard-Thermoplaste Dezember 2022: Startpreis für 2023 im Fokus der Gespräche / Verarbeiter können Verhandlungen meist für sich entscheiden / Nachfrage wird zunächst anziehen

PE: Bei allen Preisgesprächen spielten die Dezember-Notierungen nur eine untergeordnete Rolle. Weil kaum Material gekauft wurde, einigten sich PE-Anbieter und -Verarbeiter schnell auf Abschläge rund um den C2-Monomerrückgang von 25 EUR/t. Im Fokus stand der Startpreis für das kommende Jahr, um den erbittert gefeilscht wurde. Letzten Endes wurden die Einstiegspreise für 2023 bei PE-LD und PE-HD deutlicher abgesenkt, bei den C6- und C8-Qualitäten für PE-LLD angesichts einer balancierteren Versorgungslage weniger. Verarbeiter neigen zu einer Begrenzung der Kontraktabnahmen und wollen mehr günstige Spotmengen kaufen. Die Preise werden mehrheitlich weiter nachgeben.

PP: Im April hatte der Ukraine-Krieg die PP-Preise auf ein Allzeithoch geschossen – weit jenseits der 2.400 EUR/t. Seitdem blieb der Abwärtstrend intakt, allerdings bewegen wir uns – verglichen mit den Vor-Corona-Notierungen – noch immer auf hohem Niveau. Der C3-Kontrakt gab im Dezember um 30 EUR/t nach. Ein Abschlag in gleicher Höhe wurde beim Basismaterial wegen des limitierten Angebots aber nicht erreicht. Da die Importe teilweise deutlich günstiger sind als die europäische Produktion, wurden die Verhandlungen über den Startpreis erbittert geführt.

PVC: Die Preise für PVC tendierten im Dezember 2022 weiter nach unten. Basismaterial stand bei schwacher Nachfrage und preisgünstigen Importe unter Druck. Das führte auch bei den Compounds zu Abschlägen, wenngleich diese durch geringere Kostenrückgänge für Zuschlagstoffe abgefedert wurden. Auch hier stand der Startpreis für 2023 im Mittelpunkt der Gespräche. Mit dem Hinweis, den künftigen Mengenbedarf im stärkeren Umfang über die Spotmärkte abzudecken, erwirkten die Verarbeiter oft dessen deutliche Herabsetzung. Mit der schwachen Nachfrage und dem C2-Rückgang im Januar (-95 EUR/t) wird es wohl recht markante Abschläge geben.

PS: Im Dezember fielen die Notierungen der Styrolkunststoffe noch einmal recht deutlich, nachdem auch die Styrol-Referenz für den Jahresendmonat abgesackt war (-132 EUR/t). Mehrere Polymerproduzenten reichten die Monomer-Kostenreduktion wegen der Energiekosten jedoch nicht komplett weiter. Trotz der Rückgänge bleibt der Preis hoch: Gemessen an den Vergleichswerten von vor zwei Jahren war PS-HI Spritzguss noch immer um 30,3 Prozent teurer. Zum Jahresauftakt 2023 werden die Preise mit fester fixierter Styrol-Referenz wieder nach oben drehen. Zudem zieht die Nachfrage an, weil Verarbeiter ihre Bestände auffüllen müssen.

PET: Der europäische PET-Markt schaukelte nach den heftigen Turbulenzen der Vormonate im Dezember 2022 eher ruhig dem Jahresende entgegen. Die massiven Drosselungen der Produzenten beginnen zu greifen. Aufgrund der weltweit schwachen Nachfrage wurden Produktionen in Asien ebenfalls heruntergefahren, was die aggressivsten Importangebote verschwinden ließ. Europäische Produzenten zogen bei den Jahresverhandlungen der Großkontrakte deshalb härtere Saiten auf. Im Januar deutet sich eine Beruhigung der Lage an. Aus den Endmärkten kommen erste Signale leichter Belebung, das Angebot scheint auf dem Weg zur Normalisierung zu sein.

KI Preisreport November 2022

Technische Thermoplaste November 2022: Geringere Energiekostenpauschale und schwache Nachfrage drücken die Preise / Nur PMMA entzieht sich dem Trend / Weiterer Druck auch im Dezember

 Im November 2022 setzten die Notierungen fast aller technischen Thermoplaste den Abwärtstrend der Vormonate fort. Gründe dafür waren die Reduzierung der Energiekostenzuschläge, der Preisdruck durch günstige Importe sowie die allgemein schwache Nachfrage. Ein Übriges tat der Abbau von Lagerbeständen seitens der Verarbeiter. Dieser widrigen Gemengelage hatte auch der Benzol-Anstieg (+42 EUR/t) in der Vorproduktstrecke einiger Werkstoffe nichts entgegenzusetzen.

Einziges Material, das sich der Abwärtstendenz entziehen konnte, war PMMA. Anbieter konnten sogar höhere Preise durchsetzen, da auf dem europäischen Markt vorwiegend Spezialitäten zum Einsatz kommen und der Druck durch importierte Standardware somit weitgehend verpuffte.

Auch im Dezember dürfte PMMA das einzige Material bleiben, dessen Preise sich dem allgemeinen Sinkflug widersetzen werden. Denn bei den anderen technischen Thermoplasten setzt die schwache Nachfrage den Notierungen weiterhin zu, und die Kürze des Weihnachtsmonats Dezember tut ihr Übriges. Zudem vergünstigte sich der Benzolkontrakt zum Jahresausklang um 196 EUR/t.

Standard-Thermoplaste November 2022: Typenübergreifend korrespondiert die geringe Nachfrage mit einer nur gedrosselt laufenden Produktion /  Für den kurzen Weihnachtsmonat Dezember ist mit keiner Belebung zu rechnen

PE: Die gängige Tendenz auf dem PE-Markt ist, dass es keine gibt. Die C2-Notierungen (+35 EUR/t) hat in den nachgelagerten Strecken für Aufschläge gesorgt – von leicht bis deutlich. Der HD-Bereich entzieht sich diesem Trend und mündete durch die Bank im Rollover. Auch nachfrageseitig zeigt sich ein uneinheitliches Bild – manche Verarbeiter berichten von verschobenen Abrufen, andere sehen sich ganz gut ausgelastet. Gerade die Produzenten von Agrarfolien blicken recht positiv in die Zukunft, während es die EVA-Branche mächtig beutelt. Das dürfte sich auch im Dezember (bei einem C2-Kontraktpreis von -25 EUR/t) weiter fortsetzen.

PP: Die Preise für PP-Folienqualitäten und höherwertigere Spritzgießmaterialen folgten im November 2022 somit ziemlich genau dem Anstieg der C3-Referenz (+20 EUR/t). Anders die einfacheren Spritzgießtypen: Hier machte sich die Konkurrenz von Importen bemerkbar, so dass mehr als der Rollover für die Erzeuger nicht drin war. Die Verarbeiter zeigen sich zunehmend zuversichtlich, dass die Nachfrage im kommenden Jahr wieder anzieht. Dies gilt freilich nicht für den Dezember. In dem kurzen Produktionsmonat zum Jahresende, in dem viele Akteure ohnehin auf den Abbau von Bestanden achten, wird der Bedarf gering bleiben.

PVC: Der Abwärtstrend der PVC-Notierungen hat sich im November fortgesetzt. Bei der Preisfindung für das Basismaterial war die Veränderung der C2-Referenz schon vor mehreren Monaten nur zu einer Randnotiz geraten, und so wurde die Ethylen-Verteuerung auch im November (+35 EUR/t) kaum zur Kenntnis genommen. Prägend waren vielmehr die geringe Nachfrage sowie die Konkurrenz durch preisgünstige Importe. Das Resultat: Erneut deutliche Abschläge. Entsprechend verschnupft zeigen sich dann die Produzenten. Für den kurzen Produktionsmonat Dezember ist mit keiner nennenswerte Verbesserung der PVC-Nachfrage zu rechnen.

PS: Der Trend der vergangenen Monate hat sich fortgesetzt: Auch im November 2022 behielten die Notierungen der Styrolkunststoffe ihren Sinkflug bei. Bei ABS kam auch noch die Konkurrenz preisgünstiger Importe hinzu, so dass es hier – insbesondere in der Distribution – nicht selten zu deutlichen Korrekturen kam. Die Nachfrage leidet nicht nur unter der Konjunkturabschwächung, sondern auch unter der saisonüblichen Kaufzurückhaltung der Verarbeiter. Denn aus bilanziellen Gründen verringern viele von ihnen vor dem Jahreswechsel ihre Lagerbestände, und dieses Jahr ist dieser Trend angesichts der schwindenden Liquidität von Unternehmen besonders ausgeprägt. Das wird sich auch im Dezember nicht ändern.

PET: Die Situation im europäischen PET-Markt kann auch für den November 2022 nicht anders als miserabel genannt werden. Die Bemühungen der Produzenten um die Stabilisierung der Situation werden konterkariert von anhaltend schwacher Nachfrage und überproportional hohen Rohstoff- und Energiekosten. Hinzu kommen auf der anderen Seite aggressive Importe. So blieben die europäischen Anbieter trotz erheblich gedrosselter Produktion weiterhin auf den gefüllten Lagern sitzen. Die Notierungen verfielen im Monatsverlauf immer deutlicher. Besserung ist im Dezember nicht in Sicht.

KI Preisreport Oktober 2022

Technische Thermoplaste Oktober 2022: Notierungen tendieren weiter nach unten / Schwache Nachfrage und Druck durch Importe aus Asien / Aufgrund von Drosselungen wohl mehr Preisstabilität im November

Die Notierungen fast aller technischen Thermoplaste gaben im Oktober 2022 weiter nach. Den Erzeugern, die im Zuge von Produktionsdrosselungen für den Oktober eigentlich Anhebungen vorgesehen hatten, machten die geringe Nachfrage, rückläufige Energiekosten sowie die Konkurrenz durch preisgünstige Importe aus Asien einen Strich durch die Rechnung. Nur bei PMMA und den glasfaserverstärkten PA 6.6- und POM-Typen tendierten die Preise zumindest seitwärts.

Bei PMMA und POM GF werden Verarbeiter wohl aber im November auf Preisnachlässe drängen. Für die Notierungen der meisten anderen technischen Thermoplaste ist hingegen mit mehr oder weniger stabilen Preisen zu rechnen, da die Produzenten durch ihre Drosselungen ein weitgehend balanciertes Angebot geschaffen haben. Entstehende Lücken werden aktuell problemlos mit Importware aus Asien besetzt.

Bei PMMA ist derweil die Tendenz zu erkennen, dass Verarbeiter von Kontrakten mit den Produzenten abrücken und zunehmend eher auf Spot-Einkäufe aus Asien setzen. Es ist zu befürchten, dass diese Praxis im kommenden Jahr auf weitere Werkstoffe ausgeweitet wird. Zur Versorgungssicherheit würde dies nicht beitragen – sondern im Gegenteil die Abhängigkeit von der Warenzufuhr aus Asien weiter verstärken.

Standard-Thermoplaste Oktober 2022: Bei manchen Typen ist die Nachfrage so gering, dass sich kaum noch von Markt sprechen lässt / Erzeuger suchen ihr Heil in Produktionsdrosselungen / November droht trist zu bleiben

 PE: Bei den meisten Typen drehten die zu Beginn des Monats noch hoffnungsfroh angekündigten Preisaufschläge bis Ultimo ins Gegenteil. Das lag nicht zuletzt daran, dass der C2-Kontrakt sich um -45 EUR/t vergünstigt hatte. Im Ergebnis mussten die Erzeuger daher oftmals leichte Abschläge hinnehmen. Importe übten einen starken Druck auf die Preise aus.

Die Produktionsdrosselungen in Europa machten sich zunehmend im dünneren Angebot bemerkbar. Hinzu kam die in nahezu allen Bereichen schwächelnde Nachfrage. Für November warten die Marktakteure auf die Fixierung des C2-Kontrakts. Diese Notierung wird den Weg für den Polymerpreis weisen. Dass die Erzeuger auch im November versuchen werden, Energiekostenzuschläge zu erheben, scheint angesichts sinkender Strom- und Gaspreise eher unwahrscheinlich zu sein.

PP: Im September war der Markt für Polypropylen noch gehörig „verprügelt“ worden. Dies ließ die Erzeuger im Oktober ordentlich auf die Bremse treten: Produktionsdrosselungen allerorten. Diese reichten jedoch nicht aus, um die Preise merklich zu stabilisieren. Ganz im Gegenteil: Es kam zu Preisabschlägen, die zum Teil die Höhe der C3-Kontraktnotierungen erreichten. Alle Endabnehmermärkte waren von Rezessionssorgen betroffen, Orders wurden daher nur sehr zurückhaltend platziert. Im November dürften die bislang heftig diskutierten Energiekostenzuschläge endgültig aus den Preisverhandlungen verschwinden. Ob es zu Materialknappheit aufgrund weiterer Drosselungen kommen wird, lässt sich aktuell noch nicht absehen.

PVC: Auch wenn die Notierungen für PVC im Oktober 2022 erneut nachgaben, bleibt das Preisniveau weiterhin hoch. Neuerlichen Druck auf die Preise brachten die schwache Nachfrage und die Konkurrenz preisgünstiger Importe insbesondere aus Asien. Nachfrageseitig einziger Lichtblick waren anziehende Mengenabrufe aus der Pharma-Industrie. Alle übrigen Abnahmesektoren litten unter der wirtschaftlichen Abschwächung. Als Reaktion auf die Marktlage stellen Verarbeiter mehr und mehr Produktionslinien ab. Angesichts des hohen Maßes an Unsicherheit werden sich die Verarbeiter auch bei ihren Bestellungen für den November zurückhalten, was weiteren Druck auf die Preise ausüben dürfte. Aber wie eingangs gesagt: Das Preisniveau ist ohnehin noch sehr hoch.

PS: Die Notierungen der Styrolkunststoffe gaben im Oktober 2022 erneut nach – der geringfügige Anstieg der Styrol-Referenz (+9 EUR/t) blieb somit Makulatur. Denn die Produzenten berücksichtigten die zuletzt rückläufigen Energiekosten in ihren Verkaufspreisen, und die schwache Nachfrage in Verbindung mit einem reichlichen Angebot sorgte für zusätzlichen Abwärtsdruck. Bei sämtlichen Werkstoffen haben die Erzeuger die Produktion gedrosselt. Bei Polystyrol entwickelte sich – nicht zuletzt durch zusätzliche, ungeplante Produktionsausfälle – eine halbwegs balancierte Marktlage. EPS hingegen ist weiterhin lang. Ebenso der Markt für ABS, wo die Produktionsdrosselungen der Erzeuger durch einen verstärkten Zustrom von günstigen Importen aus Asien konterkariert wurden. An dieser Gemengelage wird sich im November wohl nicht viel ändern, zumal der Bedarf an PS, EPS und ABS angesichts der Rezessions- und Inflationssorgen in den Endmärkten weiter schwach bleibt.

PET: Im Oktober 2022 war die Verunsicherung im europäischen PET-Markt mit den Händen zu greifen. Die Nachfrage zeigt sich extrem gering. Trotz umfangreicher Drosselungsmaßnahmen, Wartungen und Force Majeures der europäischen Produzenten blieben diese auf etlichen Mengen sitzen. Für den November ist kein Ende der Misere in Sicht. Es gibt keinerlei Anzeichen einer Belebung der Nachfrage. Aus Asien dringen Meldungen über steigende PX-Preise, was die Referenzfindung in Europa wegen der hier gegenläufig schwachen Nachfrage zusätzlich erschwerte. Die Notausgangstür „Abstellung“ rückt für die Produzenten unweigerlich näher.

KI Preisreport September 2022

Technische Thermoplaste September 2022: Der Markt ist durcheinander gewirbelt wie selten zuvor / Billige Importe aus Asien setzen die Preise unter Druck / Die darbende Nachfrage dürfte zu immer mehr Linienabstellungen führen

Der Markt ist durcheinandergewirbelt wie selten. Auf Seiten der Verarbeiter verschlechtert sich die Stimmung immer mehr. Es geht kaum noch etwas voran. Aus Asien wird immer mehr Material importiert, das so preisgünstig ist, dass die Spreizung der Notierungen absurde Umfänge erreicht. Grund für die Importe sind die verringerten Logistikkosten, die die Arbitragefenster weit offenstehen lassen.

Bei PC lief die europäische Produktion leicht gedrosselt und konnte trotzdem die Kontraktverpflichtungen gut bedienen. Weil der Benzol-Kontraktpreis für Oktober um 22 EUR/t angestiegen ist, dürfte das, zusammen mit den geforderten Energiekostenzuschlägen, zu deutlichen Aufschlägen führen. Dämpfende Wirkung werden möglicherweise die Importe entfalten.

Sorgenkind Nummer eins auf Seiten der Verarbeiter bleibt die Nachfrage. Sie ist in einzelnen Bereich um bis zu 60 Prozent in den Keller gerauscht. Mit wenigen Ausnahmen: Der Leuchtensektor, sofern er etwas mit Energiesparen zu tun hat, erlebt gerade einen kleinen Boom. Doch der übrige E&E-Bereich oder der Automobilbau ist schwach, schwächer, am schwächsten. Da die Verarbeiter finanziell kaum noch in der Lage sind, ihre Läger aufzufüllen, dürfte die Zahl der Linienabstellungen steigen.

Standard-Thermoplaste September 2022: Die Talfahrt der Notierungen setzt sich fort / Erzeuger stemmen sich mit Produktionskürzungen gegen den Preisverfall / Verarbeiter stehen zunehmend mit dem Rücken zur Wand / Keine Nachfrage in Sicht

 PE: Die Talfahrt der PE-Notierungen hat sich im September fortgesetzt. Erneut gab der kräftige Rückgang der Ethylen-Referenz (-120 EUR/t) die Richtung vor. Allerdings zeigten die Anlagendrosselungen der Erzeuger bei vielen Werkstoffen bereits Wirkung: Trotz der schwachen Nachfrage konnten Produzenten in den Preisverhandlungen mit den Verarbeitern zumindest Teile ihrer Energiekostenzuschläge geltend machen. Die Karte der Anlagendrosselungen wollen die Produzenten auch im Oktober ausspielen, um ihre Forderungen nach der Einpreisung der Energiekosten Nachdruck zu verleihen. Sonst aber dürften die meisten Preisgespräche wohl mehr oder weniger auf einen Rollover hinauslaufen.

PP: Was wohl die Steigerung von „mit dem Rücken zur Wand stehen“ sein mag? Etliche Verarbeiter werden über eine ähnlich prägnante Formulierung sicher nicht nachdenken, auch wenn sie ganz real vor diesem Problem stehen. Fertigungslinien werden stillgelegt, ganze Abteilungen in Kurzarbeit geschickt und Zeitarbeitsverträge gekündigt. Erzeuger haben für den Oktober bereits neuerliche Energiekosten-Zuschläge von bis zu 200 EUR/t angekündigt. Dies dürfte im Markt aber nicht durchsetzbar sein, dafür ist die Nachfrage einfach zu schwach. Statt dessen dürfte ein Rollover wahrscheinlich sein. Insgesamt lässt die Nachfrage stark zu wünschen übrig.

PVC: Die PVC-Preise haben ihren Abwärtstrend im September 2022 fortgesetzt. Unter Druck gerieten auch die Notierungen der Coumpounds und Pasten. PVC-Hersteller und -Compoundeure versuchen, dem Preisverfall durch Produktionskürzungen gegenzusteuern. Da die Nachfrage unter den zunehmenden Rezessionssorgen aber ebenfalls leidet, zeigen diese Bemühungen nur geringe Wirkung. Konterkariert werden die Maßnahmen der Anbieter zudem durch den vermehrten Zufluss günstiger Importe. Vor diesem Hintergrund ist auch für den Oktober mit weiteren Preisrückgängen zu rechnen.

PS: Auch im September 2022 rauschten die Notierungen der Styrolkunststoffe – wie schon im August – mächtig nach unten. Im Windschatten der erneut abgesackten SM-Referenz verzeichneten sämtliche Werkstoffe dreistellige Preissenkungen. Den kräftigsten Absturz gab es bei EPS. Die Produzenten beharrten derweil auf der Einpreisung der Energiekosten, die zwischenzeitlich weiter nach oben geschossen waren. Energiekosten spielen auch in dem Preisgeschehen für Oktober eine gewisse Rolle. Hinsichtlich der schwachen Nachfrage nach allen Styrolkunststoffen ist derweil keine schnelle Besserung zu erwarten. Rezessionsängste drücken allerorten auf die Kaufbereitschaft, sowohl bei Verarbeitern als auch bei den Konsumenten in den Endmärkten.

PET: Der konjunkturelle Abwärtsstrudel setzte dem europäischen PET-Markt im September 2022 weiterhin heftig zu. Die europäischen Produzenten blieben trotz vieler Drosselungen und vorgezogener Wartungen auf ihren Mengen sitzen, die Lager begannen aus den Nähten zu platzen. Zugleich blieben günstige Importe weiterhin präsent. Die Preise verfielen entsprechend im Monatsverlauf. Der Oktober hält wohl für alle Marktbeteiligten starke Prüfungen bereit. Der Ausblick sieht in den Tunnel hinein, ohne dass die Länge des Dunkels absehbar wäre. Weitere dreistellige Abschläge erscheinen wahrscheinlich.

 

 

KI Preisreport August 2022

Technische Thermoplaste August 2022: Teils deutliches Nachgeben der Preise / Importe konterkarieren die Produktionsdrosselungen in Europa / Im September harte Verhandlungen mit geringen Spielräumen erwartet

 Den Erzeugern gelang es im August nicht, die bei den meisten Typen anvisierten Aufschläge durchzusetzen. Die Mehrzahl der berichteten technischen Thermoplaste gaben preislich teils deutlich nach – insbesondere bei stark auf den Automobilbau ausgerichteten Materialien. Lediglich bei PA 6 Naturtypen und PMMA glasklar konnte der Rollover gehalten werden.

Automobil- wie auch der Bausektor hatten mit Rezessionssorgen zu kämpfen. Beide orderten nur in homöopathischen Dosen. E&E, zuletzt noch etwas robuster, stand diesmal kaum nach. Lagerauffülleffekte waren nicht zu sehen, entgegen der ursprünglichen Erwartung. Die mangelnde Liquidität mancher Zulieferer verschärft die Lage.

Die europäische Produktion hat sich inzwischen weitgehend an die geringe Nachfrage angepasst. Wegen des hohen Preisniveaus in Europa tendieren Verarbeiter aber inzwischen in großem Umfang zu asiatischem Material. Importe halten die Versorgung in vielen Fällen stabil bis gut.

Im September wird es wohl zu einer Mischung aus leichten Abschlägen und einem Rollover kommen. Letzterer könnte bei verhärteten Verhandlungspositionen überwiegen. Die Erzeuger auf der einen Seite wollen und müssen gestiegene Kosten für Energie und Logistik weiterreichen. Die Verarbeiter auf der anderen Seite werden ihnen das auch angesichts rückläufiger Vorproduktpreise und schwacher Nachfrage kaum erlauben (können).

Standard-Thermoplaste August 2022: Schwache Nachfrage und gedrosselte Produktionen verunsichern den Markt / Die erhoffte Belebung im September lässt auf sich warten / Immer mehr Betriebe verspüren Existenzangst

 PE: Bei allenfalls stabil niedriger Nachfrage gab es für alle berichteten Polyethylen-Typen Abschläge. Noch gelingt es den Erzeugern, den Ausstoß an die schwache Nachfrage anzupassen. Ob sie damit auch weiterhin erfolgreich sein werden, ist jedoch höchst fraglich. Die Erzeugungsstrecke denkt inzwischen vermehrt darüber nach, Abnehmer aus den vereinbarten Kontrakten zu entlassen. Sofern sie diese nämlich erfüllen müssen, sind sie gezwungen, Anlagen zu betreiben, die derzeit kaum noch auskömmlich zu fahren sind. Verarbeiter zieht es in der Folge stärker in Richtung Spotmarkt. Trotz der Drosselungen werden die Märkte wohl dank der Importe nicht unterversorgt sein.

PP: Gegenüber dem Vormonat hat sich grundsätzlich wenig geändert. Nach wie vor sind die Fixkosten der Erzeuger in der Produktion sehr hoch. Das führt dazu, dass auch hier etlichen Verarbeitern angeboten wird, aus den Kontraktverträgen auszusteigen. Insgesamt verschlechtert sich die Stimmung: Immer mehr Verarbeiter verspüren Existenzängste. Zum einen müssen sie Ware vorhalten und Lagerbestände abschreiben, und zum anderen liegt das Material wie Blei in den Silos. Die für den September erhoffte Belebung lässt sich zur Zeit noch nicht in den Auftragsbüchern wiederfinden.

PVC: Der anteilige Preisrückgang bei Ethylen wurden bei der Preisrücknahme für das Basismaterial deutlich übertroffen. Das günstigere Basis-PVC sowie die schwache Nachfrage führten in der Folge bei allen Typen zu Rücknahmen. Weitere Preisrückgänge im September gelten als sicher. Bei den Endkunden brachen sich Rezessionsängste Bahn. Verarbeiter kauften daher nur die allernotwendigsten Mengen. Noch gelang es den Compoundeuren, ihren Ausstoß an die schwache Nachfrage anzupassen. Ob sie damit auch weiterhin erfolgreich sein werden? Die guten Geschäfte, die die Produzenten während der vergangenen zweieinhalb Jahre tätigen konnten, sind damit Geschichte.

PS: Nach dem Absturz der Styrol-Referenz war klar, dass die Preise der Styrolpolymere folgen würden. Erzeuger versuchten, die Abschläge nicht vollumfänglich weitergeben zu müssen, sondern argumentierten mit den gestiegenen Energiekosten. Dabei war ihnen nicht immer Erfolg beschieden. Die Nachfrage war so schwach, dass es auf Seiten der Verarbeiter zu etlichen Auftragsverschiebungen kam. Der September dürfte für viele Verarbeiter zum Monat der Entscheidung werden. Dasselbe gilt auch für die Erzeuger. Sollten sie von den hohen Produktionskosten übermannt werden, könnten Werksabschaltungen wie kürzlich in Osteuropa notwendig werden.

PET: Die Turbulenzen im europäischen PET-Markt setzten sich im August fort. Die Hoffnung der Erzeuger, höhere Vorprodukt- und Energiekosten mit Hilfe von Produktionsdrosselungen im Markt umzusetzen, wurde von preisgünstigen Importen schnell eingefangen. Das ließ die Notierungen schnell und kräftig absacken. Meist lagen die Abschläge im dreistelligen EUR/t-Bereich. Notgedrungen schrauben die europäischen Produzenten weiter am Ausstoß ihrer Anlagen. Auf der Nachfrageseite können sich Verarbeiter jedoch kaum auf Notdeals einlassen. So oder so wirkt die Situation für den Herbst bedrohlich.

KI Preisreport Juli 2022

Technische Thermoplaste Juli 2022: Der Markt bleibt gespalten, die Notierungen tendieren uneinheitlich / Keine durchweg hohen Aufschläge im Juli / Folgt im August ein allgemeiner Absturz auf den Fall des Benzol-Kontrakts?

 Der „europäische Markt“ blieb auch im Juli zwiegespalten: Nach wie vor tendierten die Notierungen uneinheitlich. Trotz des starken Benzol-Preisanstiegs (+386 EUR/t) blieben hohe Aufschläge aus. Der Absturz des Referenzpreises für Benzol (-663 EUR/t) kann nur eine Abwärtsbewegung auslösen, der die Notierungen folgen dürften.

Bei etlichen Verarbeitern kam es im Juli zu Linienabstellungen und anhaltenden Betriebsferien, weil die Auftragslage von seiten der Abnehmerindustrie (v.a. Automotive) verschwindend gering war und ist. Ordertätigkeiten beschränkten sich auf das Allernötigste. Für den August kam es bislang noch nicht zu Preisankündigungen im großen Stil. Alle Marktteilnehmer warten ab, keiner wagt sich mit seinen Vorstellungen aus der Deckung. Die gesunkenen Notierungen für die Grundstoffe lassen erhebliche Aufschläge als unwahrscheinlich erscheinen – eher im Gegenteil. Die verbesserte Versorgungslage bei den Vorprodukten und die ferienzeitbedingt schwache Nachfrage werden Druck auf die Preise ausüben.

Die Erzeuger halten sich mit Forderungen noch wohlweislich zurück. Anders die Produzenten von Glasfasern, die durch zum Teil großzügige Preisaufschlagsfantasien zu beeindrucken versuchen. Wieviel sich davon in die Realität umsetzen lässt, ist noch nicht absehbar – angesichts geringer Nachfrage und günstigen Glasfaser-Angeboten aus der Türkei.

Standard-Thermoplaste Juli 2022: Im Sommerlochmonat überschwemmen die Erzeuger den Markt mit Sonderangeboten / Polymere brechen noch stärker ein als die Monomere / Anwendermärkte bleiben mau

 PE: Wer hätte das gedacht? Im Juli herrschte Sommerlochzeit. Zugleich entpuppte sich der Monat als ein Monat der Sonderangebote – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Obwohl sich das Monomer um 100 EUR/t verbilligte, brach der Preis für Polyethylen typenübergreifend zumeist noch stärker ein. Eine anhaltend schwache Nachfrage und gute Importe setzen die Notierungen unter Druck. Trotz Wartungen und Drosselungen konnten die Kontrakte gut erfüllt werden. Etliche Verarbeiter können ihre Aufträge aus Lagerbeständen produzieren. Noch immer sind keine größeren Folgeaufträge in Sicht.

PP: Schlimmer geht immer. Erneut brachen die Polymer-Preise deutlich stärker ein, als es der Rückgang beim Monomer erwarten ließ. Es herrscht Überversorgung in Europa. Aus dem Nahen Osten und Asien kamen reichlich Importe. Zudem drückt die Ferienzeit in ganz Europa die Nachfrage in den Keller. Wer verkaufen wollte, musste mit „Spezialangeboten“ in den Markt. Auch im August dürfte es zu weiteren Produktionskürzungen kommen, weil die Nachfrage partout nicht steigen will.

PVC: Die PVC-Notierungen haben im Juli 2022 die Abwärtsbewegung der beiden Vormonate fortgesetzt. Dennoch sind die Preise nach wie vor sehr hoch. Die Abschläge im Juli hatte der rückläufige C2-Kontrakt (-100 EUR/t) eingeleitet. Zusätzlichen Druck brachte die schwache Nachfrage, die durch die Urlaubszeit und die nachlassende Dynamik am Bau gekennzeichnet war, sowie die gute Verfügbarkeit durch üppige Importe. An der Grundtendenz wird sich im August nicht viel ändern. Die PVC-Notierungen werden wohl weiter Federn lassen.

PS: Die Preise für Styrolkunststoffe haben im Juli 2022 ihren Zenit erreicht. Der Anstieg der Styrol-Referenz zum Q3-Auftakt bugsierte die Notierungen für Polystyrol und EPS auf neuerliche Allzeithochs. Rezessionsängste und Spekulationen auf eine bevorstehende Preiskorrektur sorgten jedoch dafür, dass Verarbeiter nur das Allernötigste kauften und Bestände nach Möglichkeit reduzierten. Für den August sackte die Styrol-Referenz um satte 509 EUR/t ab. Bei PS und EPS werden die Anbieter versuchen, einen Teil dieser gewaltigen Kostenreduktion einzubehalten. Bei ABS wird der Preisrutsch durch die geringeren Kostenveränderungen von Butadien (+40 EUR/t) und ACN (-18 EUR/t) abgefedert; doch auch hier bewegt sich der Rückgang der Kompositkosten (ohne Energie) rein rechnerisch bei rund 300 EUR/t. Seitens der Nachfrage ist keine nennenswerte Belebung zu erwarten.

PET: Auch im Juli 2022 setzten sich die Turbulenzen im europäischen PET-Markt fort. Das maßgebliche Vorprodukt PX wurde sehr knapp und verteuerte sich immens. In der unsicheren Situation dürften weitere Steigerungen der Notierungen aus Sicht der Erzeuger als alternativlos erscheinen. Allerdings sind ja nicht nur die Rohstoff- und Erzeugermärkte in Aufruhr, die Endmärkte wirken vor dem Hintergrund von Rezessionsängsten ebenso fragil. Die Verarbeiter werden somit weiter sehr vorsichtig agieren. Die Importlager aber werden dünner, und allzu bald sind keine neuen Einfuhren in Sicht. Abermalige Anhebungen sind somit wahrscheinlich.

KI Preisreport Juni 2022

Technische Thermoplaste Juni 2022: Die regionalen Spannbreiten bei den europäischen Notierungen nehmen extrem zu / Vorproduktpreise können nicht weitergereicht werden / Immer weniger Bedarf aus den Kundenmärkten

Gab es einmal einen „europäischen Markt“, so gehört er spätestens jetzt der Vergangenheit an. Stattdessen zeigen die Notierungen vier bis fünf einzelne Märkte, deren Preise sich zum Teil drastisch voneinander unterscheiden. Das betrifft fast alle Typen und Sorten. Die Spannen bei den Preismeldungen für Polycarbonat etwa schwankten beim KI-Panel zwischen -100 EUR/t und +210 EUR/t.

Auf der Kostenseite stieg Benzol im Juni deutlich um +219 EUR/t an. Weitergeben ließ er sich aber nicht, denn die Verarbeiter können einfach nicht mehr mitgehen. Der Bedarf aus den baunahen Endanwendermärkten wie aus dem E+E-Sektor ist deutlich zurückgegangen. Der Automobilsektor kommt nicht aus dem Tal der Tränen, und auch die erwarteten Lagerauffüllungen waren nicht spürbar. Mit der Sommerzeit und zum Teil reduzierter Linientätigkeit dürfte sich dieser Trend noch verstärken. Nicht zu fassen ist insbesondere der PA 6-Markt. Hier reicht die Preisrange von -350 EUR/t bis +150 EUR/t. Besonders stark sind die Preise in Osteuropa gefallen.

Benzol wurde im Juli-Kontrakt noch einmal deutlich teurer (+386 EUR/t). Dies führte bereits zu Preisankündigungen von den Herstellern, die sich zwischen +100 EUR/t und +250 EUR/t bewegen. Diese dürften sich jedoch angesichts der schwachen Nachfrage nur vereinzelt umsetzen lassen – und in Ost- und Südeuropa mit Sicherheit nicht.

 

Standard-Thermoplaste Juni 2022: Verarbeiterfreundliche Preisentwicklung toppt sogar noch Minus bei Vorproduktnotierungen / Automobilindustrie, Heimwerkermarkt und Bausektor nur mit schwacher Nachfrage / Allein PET erlebt einen Aufschwung

 PE: Nicht nur, aber auch bei den LD-Folien zeigte sich der Markt im Juni verarbeiterfreundlich: Obwohl der C2-Preis einen Rollover erlebte, ging das Polymer auf Talfahrt. Darüber hinaus setzten zusätzliche Importe und eine stetig sinkende Nachfrage die Preise unter Druck. Wenn sich doch nur die Nachfrage positiv entwickelte. Doch dort ist allerorten Verunsicherung zu spüren. Das Sommerloch verstärkt diesen Trend. Der Autosektor ist in Lethargie versunken. Der Heimwerkermarkt ist so gut wie tot. Verarbeiter warten auf niedrigere Preise in den kommenden Monaten. Der C2-Preis für Juli ist um -100 EUR/t gesunken. Das dürfte die Notierungen für das Polymer weiter unter Druck setzen.

PP: Trotz der geringen Monomerbewegung (der C3-Preis gab im Juni um 10 EUR/t nach) brach das Polymer total ein. Hatten bereits die am Monatsanfang geschlossenen Kontrakte signifikante Abschläge enthalten, so gaben die Notierungen im Monatsverlauf noch mehr nach – sehr zum Leidwesen der Erzeuger. Aufgrund der geringen Nachfrage kaufen die Verarbeiter nur das Allernötigste, obwohl die Lager quasi leer sind. Einzige Ausnahme im allgemeinen Preisrückgangstrend: die Notierungen für TV Compounds. Der C3-Kontraktpreis im Juli ist um 120 EUR/t gesunken. Aber auch hier dürfte der Polymerpreis deutlich stärker fallen, denn die Nachfrage gibt, von niedrigem Niveau ausgehend, weiter nach.

PVC: Bei einer nachlassenden Nachfrage und einer etwas besseren Versorgungslage bröckelten die europäischen PVC-Preise im Juni 2022 weiter ab. Recht überschaubar und regional begrenzt blieben die Abschläge beim Basismaterial. Keine wesentlichen Veränderungen gab es auch bei S-PVC (U). Derweil verzeichneten S-PVC (P) und E-PVC Pasten etwas höhere Abschläge. Der Abwärtstrend wird im Juli wohl an Fahrt gewinnen. Denn zum einen sank die Kostenbasis durch den Rückgang der C2-Referenz für Juli (-100 EUR/t), und zum anderen drücken das nach wie vor hohe Preisniveau, die einsetzende Urlaubszeit, vermehrte Baustillstände und zunehmende Rezessionsängste auf den Bedarf.

PS: Der Markt ist schwierig. In vielen Abnehmerbereichen der Styrolkunststoffe lässt die Nachfrage spürbar nach, und dennoch bewegen sich die Preise auf Rekordniveau (EPS) oder nur geringfügig darunter (PS, ABS). Vor diesem Hintergrund konnten die Erzeuger die Preise nach dem leichten Anstieg der Styrol-Referenz im Juni 2022 (+16 EUR/t) nur bei EPS etwas heraufsetzen. Bei PS und ABS räumten einige Anbieter hingegen teils deutliche Abschläge ein. Der massive Styrol-Aufschlag im Juli (+155 EUR/t) macht die Situation nicht leichter. An dem für EPS wichtigen Bausektor zeichnet sich eine Abkühlung ab. Bei ABS wird das Aufschlagspotenzial durch den kräftigen ACN-Abschlag (-279 EUR/t; Butadien verzeichnete den Rollover) gebremst.

PET: Der europäische PET-Markt erlebte im Juni 2022 einen deutlichen Aufschwung. Die europäischen Erzeuger hatten den Ausstoß angesichts der Schwäche im Mai gedrosselt. Sie forderten wegen der Steigerungen bei den Vorprodukten zum Teil dreistellige Anhebungen. Hier retteten Ausweichmöglichkeiten durch teils sehr attraktive Importangebote die Abnehmer jedoch vor Schlimmerem. Im Juli steigt der Druck auf der Vorproduktseite weiter und treibt die Notierungen für PX weiter in die Höhe. Die europäischen Hersteller fordern vor diesem Hintergrund erneut dreistellige Anhebungen

 

 

 

KI Preisreport Mai 2022

Technische Thermoplaste Mai 2022: Uneinheitlichkeit bei den Notierungen kennzeichnet den Markt / PC und PBT im Rollover, während POM und PMMA neue Rekordhöhen erklimmen / Für Juni werden wegen des Plus bei Benzol nochmalige Teuerungen erwartet

 Der Markt für technische Thermoplaste zeigte im Mai ein uneinheitliches Bild: Erzeuger und Verarbeiter durchlebten ein Wechselbad der Gefühle, in dem sich die Auf- und die Abschläge die Waage hielten. Bei Polycarbonat und PBT führte der leicht gestiegene Vorproduktpreis (+45 EUR/t) zu einem Rollover. POM hingegen schwang sich auf neuerliche Rekordhöhen empor, weil so gut wie kein Material auf dem Markt verfügbar ist. Diesem Auftrieb folgte auch PMMA.

Auf Endkundenseite tut sich nach wie vor wenig: Die Automobilbranche will partout nicht in die Gänge kommen, was die Abrufmengen im Keller verharren lässt.

Auf der Polyacryl-Seite wurden leichte Rückgänge registriert. Offenbar ist es den Herstellern nicht gelungen, ihre weiteren Erhöhungswünsche im Markt durchzusetzen. Bemerkenswert: Die Range der Preisausschläge, sowohl nach oben wie nach unten, war im Mai extrem und reichte bei PA 6 und PA 6.6 von -600 EUR/t bis +500 EUR/t.

Der Benzolpreis im Juni stieg um 219 EUR/t. Dass das Vorprodukt teurer werden würde, hatten Marktbeobachter erwartet. Dass der Aufschlag in dieser Höhe erfolgen würde, überrascht jedoch nicht wenige. Das Preisplus wird die gesamte Vorproduktstrecke deutlich teurer machen. Angesichts der absehbar flauen Auftragslage von Seiten der Automobilindustrie ist zu erwarten, dass die Preise für technische Thermoplaste im Juni nochmals steigen werden.

Standard-Thermoplaste Mai 2022: Abschläge bei fast allen Sorten / Nur PS und EPS legen weiter zu / Hohe Inflation und allgemeine Unsicherheit dämpfen die Nachfrage / Für Juni überwiegend weitere Preisnachlässe abzusehen

PE: Der C2-Preis ging um 70 EUR/t zurück. Das gab auch die Richtung für Polyethylen vor. Gegen Monatsende kamen die Preise durch Importe zusätzlich unter Druck.. Die europäische Produktion läuft weitgehend in geregelten Bahnen. Die Logistikprobleme für Importe sind noch nicht abgeklungen. Trotzdem kamen Ende Mai größere Mengen aus Asien und aus den USA. Die Endverbraucher halten sich zurück und sind von den hohen Preisen abgeschreckt. Daher kaufen auch die Verarbeiter nur das Nötigste. Der C2-Preis für Juni legte einen Rollover hin. Verstärkte Importe dürften die europäischen Preise weiter unter Druck setzen.

PP: Was für eine verrückte Situation: Nach Monaten des Mangels ertrinken die Propylenerzeuger mittlerweile nahezu im eigenen Produkt. Krampfhaft versuchen sie, C3 in Tankschiffen und sonstwo zwischenzulagern. Für die Erzeuger war der Mai daher kein Wonnemonat. Die C3-Referenz fiel um 65 EUR/t. Verarbeiter dürften sich hingegen gefreut haben, denn die PP-Abschläge lagen oft noch höher. Für die geringe Nachfrage reichen die europäischen Kapazitäten aus. Importe waren weiterhin Mangelware und werden vermehrt für Juni erwartet. Nach wie vor steht und fällt die Nachfrage mit der Automobilindustrie. Dort tut sich aber wenig bis nichts. Im Juni zeigt der C3-Kontraktpreis leicht nach unten, und dieser Tendenz dürfte PP folgen.

PVC: Es geht also doch noch: Im Mai haben die PVC-Notierungen erstmals seit satten zwei Jahren wieder einen Rückgang verzeichnet. Die Anbieter gaben die gesunkenen C2-Kosten anteilig weiter, was beim Basismaterial meist zu Abschlägen von 35 EUR/t führte. Ihre Margen verbesserten die Erzeuger dennoch, da sie die ebenfalls rückläufigen Energiekosten in die Preise nicht einfließen ließen. Die Preise der Compounds gaben ebenfalls nach. Verarbeiter hoffen auf weitere Preissenkungen und passten ihre Mai-Order entsprechend an. Gedrückt wurde die Nachfrage aber auch durch Verschiebungen von Bauprojekten.

PS: Auf den neuerlichen Anstieg der Styrol-Referenz im Mai (+84 EUR/t) haben die Preise für Styrolkunststoffe unterschiedlich reagiert. Am knapp versorgten EPS-Markt wurde die SM-Verteuerung meist komplett weitergegeben. Die Polystyrol-Produzenten hingegen berücksichtigten die gesunkenen Energiekosten, wodurch die Aufschläge unterhalb der SM-Veränderung blieben. Schwieriger für die Erzeuger gestaltete sich die Lage bei ABS. Wegen der schwachen Nachfrage und des erhöhten Angebots konnten die Produzenten die gestiegenen Kompositkosten oft nicht einpreisen. Für Juni zeichnen sich nun allenfalls leichte Preisveränderungen ab, nachdem die SM-Referenz noch einmal um 16 EUR/t zulegte.

PET: Einen überraschend starken Absacker erlebte PET. Die Nachfrage in der Hauptsaison blieb gegenüber den üblichen Mengen sehr schwach. Die europäischen Produktionen liefen wieder rund, und zur Krönung kamen plötzliche Mengenschübe aus Asien. Unterm Strich konnten Großabnehmer Nachlässe um rund 100 EUR/t erzielen. Auch kleinere bis mittlere Mengen erreichten spürbare Abschläge. Vorproduktseitig deutet sich im Juni Druck durch steigende PX-Notierungen an. Nachfrageseitig herrscht große Verunsicherung, da völlig unklar ist, wie sich Inflation und allgemeine Unsicherheit auf die Verbraucherlaune und den Tourismus auswirken. Abermals stärkere Abschläge sind daher unwahrscheinlich, aber denkbar.