KI Preisreport April 2021

Technische Thermoplaste April 2021: Erneut deutlich dreistellige Aufschläge bei guter bis sehr guter Nachfrage / Verarbeiter bekommen teils kaum noch Material / Weiterer Dreh an der Preisschraube sicher

 Die zumeist enge bis sehr enge Versorgungslage bei Basispolymeren und in den Vorproduktstrecken sowie auch der Quartalswechsel führten zu weiteren Preissteigerungen für die Compounds, die im Mittel um 200 EUR/t betrugen. Bei PBT, POM, PA-Standardmaterialien für den Automobilbau und PMMA hielten sich die Aufschläge wegen längerfristiger Bindungen noch etwas im Rahmen, aber auch diese dürften in den nächsten Wochen reagieren. Großabnehmer blieben keineswegs verschont.

Kolportiert wird, dass Verarbeiter sich inzwischen nicht mehr nur verbal um Paletten prügeln. In jedem Fall ist ein deutlicher Verteilungskampf auszumachen. Dabei spielt der Preis kaum eine Rolle, obwohl kumulierte Aufschläge zwischen 700 bis 1000 EUR/t seit dem Jahreswechsel keine Seltenheit sind.

Der neuerliche ungestüme Aufschlag bei Benzol lässt sowohl Verarbeiter als auch Erzeuger staunen. Die massiven Verwerfungen sind Folge eines Zusammentreffens verschiedener Faktoren wie anhaltender Raffinerie-Drosselungen sowie Cracker-Ausfällen in Europa und den USA. Eine schnelle Erholung ist nicht abzusehen. Die Verfügbarkeit im Mai dürfte ähnlich schwach sein wie im April. Auch weltweit bleibt die Tendenz zur Unterversorgung bestehen, selbst in China ist die Versorgung auch nur des eigenen Bedarfs nicht immer gewährleistet.

Pikant ist, dass im Automobilbau „Just-in-Time” nicht mehr das Maß der Dinge zu sein scheint. Stattdessen bleiben trotz aktueller Bandabstellungen – der fehlenden Elektronikchips wegen – die Abrufe der OEM hoch, um Lager aufzubauen.

 

Standard-Thermoplaste April 2021: Teils sehr massive Aufschläge bei allen Sorten / Force Majeures und Wartungen dünnen Verfügbarkeit aus / Ende der Hausse bei guter Nachfrage kaum absehbar

PE: Über alle berichteten Polyethylen-Typen hinweg lag die Teuerungsrate im April nur wenig unter der des Vormonats. In einem reinen Verkäufermarkt mussten manche Verarbeiter Aufschläge von bis zu 320 EUR/t schlucken. Menge ging vor Preis, und über Preise wird derzeit nicht wirklich verhandelt. Die Wartungssaison hat begonnen, und zusätzliche Force-Majeure-Meldungen aus Europa verringerten das Angebot weiter. Experimentierfreudige Verarbeiter wurden teilweise im Iran und in der Ukraine fündig. Die Durststrecke für Verarbeiter wird noch den Mai hindurch andauern. Ankündigungen der Produzenten lagen bereits vor Bekanntgabe des Ethylen-Kontrakts bei 200 bis 250 EUR/t. Wegen der weiterhin knappen Marktlage dürften diese Forderungen auch angesichts des nur leichten Aufschlags bei C2 von 5 EUR/t umgesetzt werden.

PP: Die Preise für Polypropylen sind im April 2021 raketenhaft nach oben gerauscht – völlig losgelöst von der Kostenveränderung von C3 (+45 EUR/t). Schub erhielten sie durch die extrem enge Versorgungslage, die sich im Monatsverlauf durch Anlagenausfälle und ausbleibende Importe sogar noch weiter verschärfte. Zudem traf das knappe Angebot auf eine gute Nachfrage, die durch Panikkäufe zur Mengensicherung noch verstärkt wurde. Es ist nicht abzusehen, dass den Notierungen auf ihrem mehrmonatigen Höhenflug bald die Luft ausgeht. Für Mai sind trotz des nur leichten Anstiegs von C3 (Mai: +10 EUR/t) weitere Preissteigerungen zu erwarten, da sich die Verfügbarkeit weiter verschlechtern dürfte.

PVC: Auch im April 2021 hat sich das Umfeld, dem der PVC-Markt seit vielen Monaten unterworfen ist, nicht geändert. Die Verfügbarkeit blieb extrem angespannt, die Nachfrage gut. Angesichts dessen drehten die Anbieter erneut kräftig an der Preiskurbel. Wer Materialien beziehen wollte, hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Somit übertrafen die Aufschläge für PVC den Kostenanteil aus dem C2-Anstieg (+40 EUR/t) wieder bei Weitem. Auch im Mai prägt die extreme Unterversorgung das Bild. Bei den Compounds verbessert sich zumindest die Versorgungslage für Weichmacher allmählich. Am allgemeinen Preisauftrieb im Mai ändert dies aber nichts, auch wenn es C2-kostenseitig (+5 EUR/t) keinen nennenswerten Impuls gibt.

PS: Nach den massiven Preisaufschlägen im März kamen im April 2021 noch einmal heftige Anhebungen hinzu. Die Preiserhöhungen bei Polystyrol und EPS bildeten den erneut starken Anstieg der Styrol-Referenz (+312 EUR/t) fast komplett nach, bei ABS lagen sie über dem rein rechnerischen Anstieg der Kompositkosten (+222 EUR/t). Die Produzenten verzichteten angesichts neuerlicher historischer Höchstpreise immerhin auf Margenverbesserungen. Die allgemein enge bis sehr enge Versorgungslage bei sämtlichen Styrolkunststoffen wird sich im Mai wohl verschärfen. Trotz der Verfügbarkeitsprobleme verliert der Aufwärtstrend aber an Kraft. Maßgeblich ist das viel zu hohe Niveau der Styrol-Referenz, die im Mai „nur” noch um 87 EUR/t zulegte.

PET: Wie zu erwarten gingen die europäischen Notierungen für PET im April 2021 noch einmal kräftig nach oben. Die PTA-Anlagenprobleme in Belgien und Polen bremsten die Produktion stark ein, zugleich blieben die Importe wegen der anhaltend angespannten Logistiksituation und des Hochpreissogs aus den USA verhalten. Die Preise zogen so ohne Rücksicht auf irgendwelche Vorproduktkosten spürbar an. In den nächsten Wochen bleibt eine substanzielle Änderung der prekären Produktionslage weiter außer Sicht. Falls das Flaschengeschäft in einem wärmer werdenden Mai anziehen sollte, dürfte es zu weiteren Anhebungen kommen.

KI Preisreport März 2021

Technische Thermoplaste März 2021: Für Endabnehmer werden Kabel, Rohre und Scheinwerfer knapp / Deutlich dreistellige Aufschläge / Erzeuger können Nachfrage nicht bedienen / US-Anlagen sorgen für Hoffnungsschimmer

Die weltweite Verknappung in diversen Vorproduktstrecken – insbesondere aber bei ADN für PA 6.6 – hat Basispolymere in teilweise ungeahnte Höhen katapultiert. Die Compounds folgten meist auf dem Fuß. Nicht selten mussten Verarbeiter unter anderem von Polyamiden über das Quartal hinweg Preiserhöhungen in vierstelligem Umfang schlucken. Darüber hinaus machte sich bei der Mehrzahl der Sorten ein Engpass auch von Zuschlagsstoffen bemerkbar – unter anderem von Flammschutzmitteln und Glasfasern.

Das Angebot war in weiten Teilen katastrophal zu nennen. „Unverschämtheiten” seitens der Erzeuger wurden von Verarbeitern kolportiert, dazu Lieferzeiten bei Neubestellungen von wenigstens einem halben bis hin zu einem ganzen Jahr. Geliefert werden meist nur Teilmengen von 60 bis 80 Prozent der bestellten Ware. Verarbeiter versuchten durch höhere Bestellungen die tatsächliche Belieferung auf ein erträgliches Maß zu heben. Dieser Kniff hatte jedoch nur selten wirklich Erfolg.

Wie eng die Lage auch bei Endkunden ist, zeigen Hilferufe des sonst so zugeknöpften US-Autobauers GM: Sonst auf Wettbewerb getrimmte Leuchtenhersteller mögen sich doch bitte gegenseitig unter die Arme greifen, damit ausreichende Stückzahlen für die Autos an die Montagestraßen kommen.

Von möglicher Entspannung im April zu sprechen wäre verfrüht. Etwas Hoffnung liegt auf den US-amerikanischen Anlagen, die langsam wieder ins Spiel kommen – allerdings zur Gänze wohl erst Ende April/Anfang Mai. Die berichteten Sorten werden wohl meist noch leichte Nachwehen verzeichnen, vornehmlich am unteren Rand der Bänder. Ausnahme sind PA-Standardtypen für den Automobilbau, deren Preise bislang von Quartalsvereinbarungen geschützt wurden, aber zu Beginn des Q2 nach oben schnellen werden.

Standard-Thermoplaste März 2021: Teils kräftig dreistellige Aufschläge / Erzeuger diktieren vielfach die Preise / Verarbeiter leiden unter Materialengpässen / Weiterer Aufwärtstrend im April sicher

PE: Im März 2021 waren erneut kräftig dreistellige Aufschläge bei Polyethylen zu sehen, in der Spitze erreichten die Preiserhöhungen 360 EUR/t. Verarbeiter aus Branchen wie Lebensmittel, Hygienesektor und Bau hätten mit ausreichend Material deutlich mehr produzieren können. Im April werden sich die Erzeuger nicht mit der Kostenweitergabe des um 40 EUR/t höher fixierten Kontrakts für Ethylen zufriedengeben. Forderungen von 200 EUR/t liegen auf dem Tisch. Die Vorräte der Produzenten sind erschöpft, für die nahende Wartungssaison gibt es kaum Lagerreserven.

PP: „Man kann Preise nennen, wie man will – gebucht wird trotzdem.“ Diese Worte eines Anbieters beschreiben treffend die Situation bei Polypropylen: Es ist ein massiver Verkäufermarkt. Angesichts extrem eingeschränkter Verfügbarkeit und zahlreichen Allokationen sind Verarbeiter vor allem auf Mengensicherung bedacht. Bei PP Homo-Materialien sprang das obere Ende der KI-Bandbreite um 350 EUR/t nach oben, bei PP Copo waren es sogar 400 EUR/t. Ein Ende der Preis-Rallye ist nicht in Sicht. Der Markt wird im April extrem eng bleiben.

PVC: Neben der Weitergabe des anteiligen Kostenanstiegs bei Ethylen benötigten die PVC-Produzenten im März 2021 keine weiteren Argumente, um ihre Forderungen zu realisieren. Die Aufschläge lagen in der Spitze bei fast 200 EUR/t, allerdings kamen manche Abnehmer auch mit der Kostenweitergabe davon. Die Anlagenausfälle bei Weichmachern sorgten für zusätzliche Teuerung bei plastifizierten Compounds. Das im April um 40 EUR/t teurere C2 wird bei fortgesetzt enger Versorgungslage die Preise für Basismaterial weiter nach oben treiben. Bei den Beimischungskomponenten scheint sich die Lage hingegen langsam zu stabilisieren.

PS: Es sind noch nie da gewesene Preisaufschläge für Styrolkunststoffe: Um sage und schreibe 500 EUR/t verteuerte sich Polystyrol im März 2021, bei EPS lagen die Anhebungen nur wenig darunter. Maßgeblich für diese Preisexplosion war einzigartige Anstieg der Styrol-Referenz um 501 EUR/t. ABS steckte derweil etwas zurück, weil geringere Kostensteigerungen für die Komponenten Butadien (+20 EUR/t) und ACN (+120 EUR/t) die Aufschlagshöhe reduzierten. Im April kommen definitiv noch einmal dreistellige Aufschläge hinzu, nachdem Styrol im April um weitere 312 EUR/t anzog. Marktakteure rechnen aber damit, dass im Mai zumindest bei Styrol eine Trendwende einsetzen könnte.

PET: Insbesondere die Force Majeure für den sehr großen PTA-Standort im belgischen Geel gleich zu Beginn des Monats senkte die Verfügbarkeit des direkten Folgematerials PET signifikant. Da wie seit Monaten schon die europäische Versorgung über Importe schlecht blieb und zugleich die saisonale Nachfrage für die Flaschenfertigung mit Nachdruck begann, mussten die Käufer verstärkt um die verbliebenen Mengen buhlen. Derzeit scheint keine schnelle Änderung der prekären Marktlage in Sicht, eher ist im April mit weiterer Verengung und entsprechenden Anhebungen zu rechnen.

KI Preisreport Februar 2021

Technische Thermoplaste Februar 2021: Notierungen steigen auf breiter Front weiter an / Anlagenausfälle und unzureichende Importe schränken Verfügbarkeit ein / Weitere Preissteigerungen für März absehbar

 Es hapert hinten und vorne. Die anhaltende Materialknappheit bei durchweg guter Nachfrage trieb die Preise für technische Thermoplaste im Februar 2020 weiter nach oben. Bei Polyamid 6 und Polyamid 6.6 schränkten Ausfälle von Vorproduktanlagen die Verfügbarkeit ein, bei PBT, POM natur und PMMA war der unzureichende Umfang von Importen deutlich zu spüren. Die gravierenden Versorgungslücken führen bei PA 6 und POM zu Lieferzeiten von bis zu vier Monaten.

Weitere Preiserhöhungen im März sind angesichts dieser Gemengelage bei fast allen Werkstoffen bereits programmiert. Bei PA 6 und PA 6.6 dürften die Aufschläge erneut dreistellig ausfallen, bei den meisten anderen Materialien etwas moderater. Zusätzliche Dynamik dürfte der danach anstehende Quartalswechsel mit sich bringen.

Standard-Thermoplaste Februar 2021: Trotz erheblicher Aufschläge ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht / Versorgung verbessert sich nicht / Verarbeiter können den Erzeugerforderungen nur wenig entgegensetzen

PE: Die anhaltende Unterversorgung bei Polyethylen in Europa trieb die Preise für alle Sorten teils dramatisch aufwärts. Was zunächst als Produzenten-Fantasie abgetan worden war, erwies sich gegen Monatsende als bittere Wahrheit. Die Aufschläge reichten bei Folientypen bis über die Marke von 200 EUR/t. Die Auftragslage war meist normal bis gut. Verarbeiter konnten die höheren Polymerpreise allerdings nur teilweise weitergeben. Die Versorgungssituation verbesserte sich nicht, Allokationen bis zu 40 Prozent sind üblich. Für März liegen die Kosten für Ethylen um 75 EUR/t höher, jedoch schon vor der Kontraktfixierung kündigten Erzeuger Aufschläge von 200 bis 250 EUR/t an.

PP: Die Aufschläge für Polypropylen fielen wie im Vormonat dreistellig aus und übertrafen den C3-Kostenanstieg (+85 EUR/t) deutlich. Maßgeblich war die durch Anlagenausfälle hervorgerufene enge Marktsituation, angesichts derer die Produzenten ihre Preisvorstellungen meist nach Belieben durchsetzen konnten. Die Verteuerung bei Basispolymer trieb auch die Notierungen der Compounds in die Höhe, wobei unterschiedliche Preisberechnungsmodelle zu großen Differenzen hinsichtlich der Aufschlagshöhe führten. Besserung ist nicht in Sicht. Produzenten kündigten für März abermals dreistellige Aufschläge an, Verarbeiter haben dem wenig entgegenzusetzen.

PVC: Die Lage bleibt angespannt. Verschiedene Produktionslinien haben zwar die Produktion wieder aufgenommen, dafür sind andere ausgefallen. Daher konnten die PVC-Anbieter nicht nur die gestiegenen Kosten für C2 (anteilig 35 EUR/t) und Energie einpreisen, sondern auch Verluste beim Koppelprodukt Natronlauge kompensieren. Die Preis-Hausse setzt sich im März fort. Dafür sorgen der weitere Kostenauftrieb – die C2-Notierung tendierte um 75 EUR/t nach oben – sowie die gute Nachfrage bei weiterhin unzureichender Verfügbarkeit.

PS: Die Aufschläge im Februar 2021 fielen bei Polystyrol und EPS relativ moderat aus. Im Wesentlichen folgten die Anbieter der Styrol-Referenz (+24 EUR/t). Bei ABS trieb die enge Marktlage die Preise dreistellig nach oben. Dieser Trend wird sich im März angesichts des um 501 EUR/t teureren Vorprodukts Styrol. Es ist fraglich, ob die Produzenten die Kostensteigerung komplett weiterreichen können. Die Bremswirkung der geringeren Kostenveränderungen von ACN (+120 EUR/t) und Butadien (+20 EUR/t) dürfte bei ABS kaum ins Gewicht fallen.

PET: Europäische Käufer waren mehr denn je auf regionale Produktionen angewiesen, die allerdings ebenfalls mit Beschränkungen zu kämpfen hatten. Dass es nicht zu größeren Lieferausfällen kam, lag an der geringen Nachfrage. Die Anbieter konnten in der Folge bei einem um rund 50 EUR/t ansteigenden Kostenmix (PX/MEG) mit doppelt so hohen Anhebungen substanzielle Margengewinne erzielen. Im März sind aus heutiger Sicht weiter steigende Notierungen zu erwarten, zumal bei den Importen keine Entspannung in Sicht ist.

 

KI Preisreport Januar 2021

Technische Thermoplaste Januar 2021: Weitere Preiserhöhungen bei allen Typen / Notierungen für Vorprodukte schlagen durch / Angebot weiter im Sinkflug / Kaum Aussicht auf Besserung

Die Warnsignale aus dem dritten und vierten Quartal 2020 haben nicht getrügt. Noch einmal hat sich die Versorgungslage in den Vorproduktestrecken von Erzeugern technischer Thermoplaste verschärft. Für Kunststoffverarbeiter bedeutete das teils erhebliche Preissteigerungen. Am härtesten getroffen waren Abnehmer von PC/ABS-Blends, die nach 95 EUR/t im Dezember im Januar noch einmal 225 EUR/t mehr zahlen mussten. Aber auch für PA 6 natur musste man bei einem Aufschlag um 175 EUR/t deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Vielen preistreibenden Indikatoren haben allein Probleme bei der Lieferung von Elektronikbauteilen aus Asien entgegengewirkt, infolge derer einzelne Automotive-Hersteller die Produktion wieder drosseln mussten. Das hat sich beispielsweise preisdämpfend auch auf die Nachfrage nach Polycarbonat ausgewirkt. Andererseits berichteten Marktteilnehmer von Hamsterkäufen beim nur sehr geringen Angebot an PA 6.6.

Angesichts guter Nachfrage setzt sich auch im Ausblick auf die kommenden Monate zunehmend durch, dass Verarbeitern kaum Spielraum für Preisverhandlungen bleibt. Bei fortwährendem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dürften diese froh um jede Tonne sein, die sie bekommen können. Da auch weiterhin nicht mit signifikanten Mengen an Importware aus Fernost zu rechnen ist, wird häufig kaum eine andere Wahl bleiben, als auf die Forderungen der Erzeuger einzugehen. Derweil wurde die Nachfrage nach PMMA zusätzlich befeuert, weil Verarbeiter infolge von Versorgungsengpässen bei PC glasklar schon Ausweichkäufe getätigt haben. Ähnliches steht PA 6 bevor. Erste Verarbeiter haben schon angekündigt, mangels PA 6.6 hierauf ausweichen zu wollen.

 

Standard-Thermoplaste Januar 2021: Versorgungsengpässe und Allokationen bestimmen das Bild / Vorprodukte treiben Preise / Aufwärtstrend hält im Februar wohl noch an, doch mit weniger Dynamik

 PE: Die Mehrzahl der berichteten Polyethylen-Typen musste im Januar Aufschläge mit deutlichem Margenanteil schlucken. Besonders betroffen waren neben PE-LD-Folien auch die LLD (C6)-Folienmaterialien sowie in etwas geringerem Umfang Rohrtypen. Mengen wurden vielfach allokiert, die Forderungen der Erzeuger erreichten bei einer Kostensteigerung von 65 EUR/t für C2 bis zu 200 EUR/t, Für den Februar liegen Aufschlagswünsche von bis zu 200 EUR/t auf dem Tisch (C2 +70). Eine Umsetzung ist bei teils schwacher Verfügbarkeit wahrscheinlich.

Das zugrundeliegende Problem ist dabei ein strukturelles: Die aktuell geringe Raffinerietätigkeit sorgt auch für einen schwächeren Ausstoß an Olefinen. Importe werden hier und da zwar erwartet, aber wohl erst im März eintreffen.

PP: Auch im Januar 2021 setzten die Produzenten Preisaufschläge für Polypropylen durch, die den Kostenanstieg durch C3 weit übertrafen. Dabei kam ihnen die enge Verfügbarkeit von Materialien entgegen, die durch die gute Nachfrage noch verschärft wurde. Für den Februar ist keine Linderung in Sicht, im Gegenteil: Die C3-Referenz stieg um weitere 85 EUR/t, einige Anbieter fassten Aufschlagsforderungen von bis zu 250 EUR/t ins Auge, bevor die Meldung eines weiteren ungeplanten Anlagenausfalls den Markt erschütterte.

PVC: Schub erhielten die Notierungen von der engen Marktsituation und der regen Nachfrage. Somit konnten die Produzenten von PVC-Basismaterialien die Preise erneut über den anteiligen C2-Kostenanstieg hinaus erhöhen. Die Compounds folgten hingegen weitgehend den reinen Kostenveränderungen. Für den Februar bleiben die Verfügbarkeitsaussichten trübe, weitere Aufschläge sind zu erwarten.

Styrolkunststoffe: Der Anstieg der Styrol-Referenz (+108 EUR/t) ließ die Preise für Polystyrol und EPS weiter in die Höhe schießen – bei Polystyrol gingen die Erhöhungen oftmals sogar etwas über die SM-Kostenveränderung hinaus, bei EPS hingegen lagen sie meist etwas darunter. ABS hat sich von den Vorproduktpreisen ohnehin weitgehend entkoppelt. Hier war es die stark eingeschränkte Versorgung, aus der Sprünge von 200 bis 300 EUR/t resultierten. Im Februar werden die Preise wohl weiter nach oben tendieren, wenn auch deutlich weniger dynamisch als zuletzt.

PET: Deutlich gestiegene Vorproduktkosten trieben die europäischen PET-Notierungen im Januar 2021 nach oben. Die Befürchtungen der Marktbeobachter bestätigten sich sowohl bei PX, dessen Kontraktpreise über Dezember und Januar um 85 EUR/t anzogen, als auch bei MEG, das nach einigen Monaten Stillstand im Januar gleich um 100 EUR/t zulegte. Für den Februar stehen weitere Anhebungen bei den Vorprodukten. Diese werden bei weitgehend unveränderter Angebotslage mit geringen Importen sicher weitergegeben werden, je nach Nachfragelage auch mit leichten Margengewinnen.

 

KI Preisreport Dezember 2020

Technische Thermoplaste Dezember 2020: Preiserhöhungen bei allen Typen / Durchweg geringes Angebot ohne Aussicht auf Besserung / Preis für PA 6.6 droht Allzeithoch im Januar

Nachdem Verarbeiter von Polycarbonaten und Polyamiden bereits im November Preiserhöhungen akzeptieren mussten, wurden im Dezember sämtliche berichteten technischen Thermoplaste mit Aufschlägen versehen. Am deutlichsten fielen diese mit bis zu 160 EUR/t bei PA 6.6 aus. Lieferschwierigkeiten eines großen US-amerikanischen Herstellers von ADN haben hier weltweit für eine zusätzliche Verknappung der ohnehin begrenzten Produktion von PA-6.6-Rohstoffen gesorgt. Die Lagerbestände schrumpften gegen Null, was neben höheren Preisen zu deutlich längeren Lieferzeiten führte. Verschiebungen und Teillieferungen prägten das Bild.

Nicht viel besser war die Versorgungslage bei PC. Aufgrund der Corona-Pandemie mangelte es Produzenten hier weiterhin an Personal, sodass nicht mit voller Kapazität produziert werden konnte. Lange Lieferzeiten waren die Folge, teils konnten Bedarfe nicht gedeckt werden. Einschränkend wirkten zudem Ausfälle bei der Verfügbarkeit des Vorproduktes Bisphenol-A.

Dem durchweg knappen Angebot stand eine insgesamt gute Nachfrage gegenüber. Zwar haben die Weihnachtsfeiertage in vielen Abnehmersegmenten den Bedarf gebremst, doch wurde im Vorfeld munter eingekauft, um auch die Läger zu befüllen. Zu nennen sind hier unter anderem die Automobilindustrie, Hersteller von Weißer Ware und anderen Hausgeräten sowie der E&E-Bereich.

Im Ausblick auf den Januar ist hinsichtlich der Angebotslage keine Besserung in Sicht. Im Verbund mit weiteren Preissteigerungen bei den Vorprodukten ist daher mit neuerlichen Aufschlägen zu rechnen, zumal dann auch der Quartalsschutz aufgehoben ist. PA 6.6 natur könnte erstmals die Marke von 5.000 EUR/t knacken. Die bislang höchste Notierung wurde hier mit 4.940 EUR/t rund um den Jahreswechsel 2018/19 erreicht.

Standard-Thermoplaste Dezember 2020: Mit Ausnahme von PET teils deftige Aufschläge / Brexit und Pandemie sorgen für Angstkäufe / Engpässe bei Styrolkunststoffen und PVC bleiben bestehen / Im Januar weiter aufwärts

Die Preise für Polyethylen-Materialien stiegen im Dezember 2020 teils deutlich stärker als die Kosten für das Vorprodukt Ethylen, das um 20 EUR/t zulegte. Je nach Aufschlag im Vormonat kam mehr oder weniger zusätzliche Margenverbesserung bei den Verarbeitern an. Insbesondere bei LD-Folien heizten Angstkäufe der Briten und pandemiebedingte Hamsterkäufe die Nachfrage an. Aber auch bei anderen Materialien war der Markt meist recht fest im Griff der Produzenten. Für den Januar belaufen sich die Erzeugerforderungen je nach Quelle auf bis zu 200 EUR/t, bei einem Kostenanstieg für Ethylen von 65 EUR/t. Je nach Verfügbarkeit ist zu erwarten, dass zumindest die Kostensteigerung umgesetzt wird.

Angesichts der angespannten Versorgungslage konnten die Produzenten im Dezember 2020 Preisaufschläge durchsetzen, die deutlich über den C3-Kostenanstieg hinausgingen. Unterstützung erhielten sie dabei von der sehr ordentlichen Nachfrage. Im Windschatten der Aufschläge für Standard-Polypropylen verteuerten sich anteilsmäßig auch die Compounds. Der Preisauftrieb wird sich im Januar verschärfen, denn die Erzeuger werden sich nicht damit begnügen, den neuerlichen C3-Anstieg von 65 EUR/t einzupreisen, sondern peilen dreistellige Aufschläge an.

Schon seit Monaten hat sich PVC von den C2-Kosten entkoppelt, und auch zuletzt sattelten die Anbieter wegen der engen Versorgungslage noch einmal kostenübersteigende Aufschläge auf die ohnehin hohen Notierungen. Seit Mai vergangenen Jahres hat sich PVC-Basismaterial somit um mehr als 30 Prozent verteuert. Auch die Preise für Compounds und Pasten zogen weiter an. Die Verfügbarkeit bleibt auch im Januar limitiert, weshalb die Anbieter mit weiteren Aufschlägen liebäugeln.

Mit dem sprunghaften Anstieg der Styrol-Referenz schossen die Preise der Styrolkunststoffe im Dezember 2020 nach oben. Insbesondere bei Polystyrol und ABS, deren Verfügbarkeit unter teilweise extremen Engpässen leidet, erreichten die Aufschläge Werte jenseits der kräftigen Kostensteigerung. Preistechnisch müssen sich die Verarbeiter auch weiterhin auf einen rauen Winter einstellen. Denn der neuerliche Anstieg bei Styrol im Januar (+108 EUR/t) wird die Preise weiter nach oben treiben, und auch die anhaltenden Versorgungsengpässe bei Polystyrol und insbesondere ABS werden sich bei den Notierungen bemerkbar machen.

Wie erwartet tat sich im Dezember 2020 im europäischen PET-Markt wenig. Von den Vorprodukten MEG und PX kamen nur geringe Signale, die sich zudem gegenseitig aufhoben. Angebotsseitig stabilisierte sich die Lage in der europäischen Produktion weiter, wenn auch im pandemischen Weihnachtsmonat mit eher gebremstem Schaum. Importe lagen weiter in der Flaute wegen hoher Frachtraten und für die Lieferanten unattraktiven Erlösmöglichkeiten. Auch die Nachfrage blieb angesichts der Lockdowns in vielen Ländern sehr verhalten. Die Aussicht auf den ersten Monat des neuen Jahres wirkt unsicher. Einige Stimmen befürchten steigende Vorproduktkosten und Turbulenzen durch die Brexit-Situation, was preistreibend wirken könnte. Andererseits wird die flaue Nachfragelage kaum Margenerhöhungen erlauben.

 

KI Preisreport November 2020

Technische Thermoplaste November 2020: Erstmals wieder Preisanstiege bei PC und PA / Überraschend hohe Nachfrage aus dem Automobilbereich / Schon im Advent kommt es zum Kampf um Mengen

Nach Monaten der Abwärtsbewegung und Stagnation gab es bei den Preisen für technische Thermoplaste im November 2020 erstmals wieder moderat gestiegene Notierungen. Davon betroffen waren Verarbeiter von Polycarbonat und Polyamiden, wo KI Zuwächse von 10 bis 40 EUR/t gemeldet wurden – vor allem am unteren Rand der Preisbandes.

Zur Umkehr der Preiskurve beigetragen hat auch die gegenüber geringem Angebot durchweg gute Nachfrage. In vielen Abnehmersegmenten sind die Abrufe deutlich gestiegen. Allen voran die Automobilindustrie hatte nach Monaten der Zurückhaltung überraschend großen Bedarf. Aber auch Hersteller von Weißer Ware und anderen Hausgeräten sowie aus dem E&E-Bereich zeigten sich sehr aktiv.

Ansonsten herrschte noch einmal quasi Ruhe vor dem Sturm. Ab Mitte Dezember dürfte es mehr oder minder durchgängig zu weiteren Erhöhungen kommen. Denn das ohnehin schon geringe Angebot wird durch diverse ungeplante Stillstände, zum Beispiel bei PA 6 und PA 6.6, noch knapper. Zusätzlich schlagen dann auch die gestiegenen Preise bei den Vorprodukten und Beimischungskomponenten durch. Mit bis zu 155 EUR/t ist bei glasfaserverstärkten PA 6.6-Typen der größte Aufschlag zu erwarten.

Anstehende Betriebsschließungen über die Feiertage in Kombination mit teils noch immer praktizierter Kurzarbeit dürften sich zwar dämpfend auf die Nachfrage auswirken, doch gibt es auch auf Erzeugerseite weiterhin Produktionsausfälle zu beklagen – zunehmend durch Covid-19-Fälle. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel enden zudem schützende Quartalsbindungen, sodass es schon im Advent zum Kampf um Mengen kommen kann.

 

Standard-Thermoplaste November 2020: Wenig Bewegung bei den Polyolefinen und PET / Zum Teil kräftige Aufschläge für PVC und Styrolkunststoffe / Im Dezember wohl markante Preissteigerungen bei PS, EPS und ABS

 Kaum Veränderungen bei den Polyolefinen, Rollover bei PET und teilweise deutliche Preiserhöhungen bei PVC und den Styrolkunststoffen – grob umschrieben präsentierte sich so die Preisentwicklung der Standard-Thermoplaste im November 2020. Bei PE konnten die Erzeuger nur bei einigen Typen ihre Aufschlagsforderungen anteilig durchsetzen. Trotz etlicher Anlagenausfälle in Europa konnte der Bedarf meist zeitnah bedient werden. Vor allem bei Folienmaterialien war das Fehlen der Importe aber zu spüren. Im Dezember stehen Forderungen oberhalb der C2-Kostenweitergabe von 20 EUR/t im Raum, doch die Marktlage wird Margenverbesserungen der Erzeuger kaum zulassen.

Auch die Notierungen für PP blieben weitgehend stabil – kostenseitig gab es nach dem Rollover der C3-Referenz ohnehin keine Impulse. PP-H wurde somit auf dem Vormonatsniveau fortgeschrieben, und bei PP-C zogen Anbieter lediglich bisherige Tieflagen etwas nach oben. Da sich der Effekt von Anlagenstillständen verstärken dürfte und die C3-Referenz im Dezember um 15 EUR/t anzog, stehen den Verarbeitern wohl leichte Aufschläge ins Haus.

Derweil setzt sich die Hausse der PVC-Preise aufgrund der weiterhin engen Marktlage fort. Zwar haben mehrere Produktionsanlagen inzwischen den Betrieb wieder aufgenommen, aber die Läger waren weiterhin leer. Produzenten möchten die Notierungen im Dezember weiter anheben und verweisen auf das höhere Preisniveau in anderen Weltregionen. Doch auch hier ist PVC schon ziemlich teuer und der Spielraum für weitere Aufschläge begrenzt. Zudem lässt die Nachfrage saisonal nach. Da sich die PVC-Preise von den Vorproduktkosten zuletzt weitgehend entkoppelt haben, dürfte auch der Anstieg der C2-Referenz nicht ins Gewicht fallen.

Die Preise der Styrolkunststoffe strebten nach dem Anstieg der Styrol-Referenz (+58 EUR/t) auf breiter Front nach oben. Die Erhöhungen fielen jedoch sehr unterschiedlich aus. Bei EPS blieben sie meist etwas unter dem Kostenanstieg, während PS-Anbieter im Zuge einer knappen Verfügbarkeit eine leichte Margenverbesserung erwirkten. Den Vogel schoss ABS ab: Aufgrund der engen Marktlage, die weiterhin aus dem geringen Umfang von Importen resultierte, konnten die Anbieter zum Teil markante Aufschläge durchsetzen. Im Dezember werden die Notierungen noch einem deutlich steigen, nachdem die SM-Referenz um 139 EUR/t nach oben schnellte.

Der PET-Markt blieb hingegen ruhig. Das maßgebliche Vorprodukt PX ließ leicht nach. Die Versorgung aus der europäischen PET-Produktion wurde stetig besser. Importe waren wenig anzutreffen, da das hiesige Preisniveau für asiatische Lieferanten nicht attraktiv ist. Im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts belebte sich die Nachfrage, blieb aber Corona-bedingt immer noch relativ gering. Die Marktteilnehmer einigten sich auf die Weiterschreibung der Oktobernotierungen, auch der Dezember wird wohl weitgehend ruhig bleiben.

 

Newsletter – Compounding Polymere

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Schreiben sie uns doch einfach eine Mail oder rufen sie uns an, wenn wir Ihnen noch detaillierte Informationen zukommen lassen sollen oder Ihre Fragen im Detail beantworten dürfen.

Bleiben sie weiterhin gesund und hoffentlich sehen wir uns bald auch wieder persönlich.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr ClickPlastics Team

KI Preisreport Oktober 2020

Technische Thermoplaste Oktober 2020: Keine Preiserhöhungen zum Quartalswechsel / Nachfrage bleibt gering / Erzeuger nutzen Flaute für Wartungsarbeiten / Teils Lieferverzögerungen bis Anfang 2021

Wie erwartet konnten Anbieter technischer Thermoplaste den Quartalswechsel dieses Mal nicht für Preiserhöhungen nutzen. Über alle Sorten und Typen hinweg mussten sie sich wie schon zuletzt mit Nullrunden begnügen. Das dürfte auch im kommenden Monat so bleiben, denn eine Belebung der Nachfrage ist nicht in Sicht. Allein bei PC/ABS-Blends und POM natur könnte es, ausgehend von niedrigen Preisniveaus, zu moderaten Anpassungen kommen – etwa plus 6 Prozent bei PC/ABS-Blends und plus 10 Prozent bei POM natur. Dass der Polymerpreisindex „Plastixx TT“ dennoch leicht steigt, liegt am Einfluss des hier nicht berücksichtigten ABS.

Der erste Anbieter hat auf die anhaltend geringe Nachfrage mit einer Maßnahme reagiert, die erst im kommenden Jahr wirkt. Er hat den 1. Januar benannt, um dann endlich höhere PMMA-Preise durchzusetzen und so zumindest mittelfristig Kostensteigerungen bei der Beschaffung von MMA weiterreichen zu können. Damit ist aber im Grunde auch jeglicher Verhandlungsspielraum für Preiserhöhungen im vierten Quartal genommen.

Punktuell spitzt sich die Lage beim Angebot zu, so zum Beispiel bei PA 6, wo Anlagen, die mit erhöhter Auslastung gefahren werden, solche gegenüberstehen, bei denen es Limitierungen gibt. Hier wirkt zum Teil nach, dass infolge der Coronakrise entlassene Fachkräfte nicht kurzfristig adäquat ersetzt werden können.

Insgesamt stellen sich die Erzeuger unterschiedlich auf die Nachfrageflaute ein. Teils werden Wartungen durchgeführt, zum Beispiel an einer substanziell wichtigen Anlage für POM. Tendenziell steigen damit die zu erwartenden Lieferzeiten. Wer beispielsweise versäumt hat, beizeiten PC/ABS-Blends zu ordern, muss damit rechnen, erst im neuen Jahr beliefert zu werden. Ähnlich ist die Lage bei PC glasklar und PC GF.

 

Standard-Thermoplaste Oktober 2020: Polymere folgen fast ausnahmslos der Vorproduktentwicklung / PVC und ABS mit leichten bis mittleren Engpässen / Situation wird sich im November meist fortschreiben

Abschläge bei den Polyolefinen, Aufwärtstrend beim engen PVC, wenig einheitliche Linie bei Styrolkunststoffen – die zurückliegenden Oktoberwochen brachten einiges an Bewegung für die berichteten Typen. Die Mehrzahl der Polyethylen-Typen vollzog den Abschlag beim Vorprodukt Ethylen von 10 EUR/t nach. Die zuvor seitens der Erzeuger angedachten Preiserhöhungen waren schnell vom Tisch, allenfalls konnte hier und da ein Rollover verzeichnet werden. Käufe wurden vielfach mit Blick auf den Jahresendbonus getätigt. Die Produktion der Halbfertig- und Fertigprodukte geht jedoch vielfach direkt in den Lagerbestand – in der Hoffnung auf eine Belebung im Frühjahr. Für den November gab es Erhöhungswünsche einiger Erzeuger von bis zu 50 EUR/t – diese wurden jedoch noch unter der Annahme ausgegeben, dass sich Ethylen verteuern würde. Polymere werden ohne Ausnahme dem Rollover des Vorprodukts folgen.

Bei PP wurde der geringe C3-Abschlag in der Regel eingepreist. Nur einzelne Typen verzeichneten stabile Preise – bei PP-H Spritzguss stützte die belebtere Nachfrage, bei PP TV 20 dunkel/sz das niedrige Preisniveau und bei PP GF2 30 die Verteuerung von Beimischungskomponenten. Einige Anlagen fahren im November die Produktion wieder hoch, was die allgemeine Angebotssituation verbessern dürfte. Da aber weitere Impulse ausbleiben, dürften die Preise im November seitwärts tendieren.

Die Notierungen für PVC strebten weiter nach oben. Den Erzeugern spielte weiterhin die knappe Verfügbarkeit in die Karten, die aus dem Zusammenspiel von reger Nachfrage und diversen Anlagenausfällen resultierte. Im November wird sich die Hausse fortsetzen, zumal in Europa nach wie vor mehrere Anlagen nicht am Netz sind beziehungsweise erst wieder angefahren werden. Im Windschatten des Basismaterials werden sich auch Compounds und Pasten verteuern.

Nach dem Rückgang der Styrol-Referenz tendierten die Notierungen für Polystyrol und EPS nach unten, wenn auch meist nicht im Umfang der Kostenreduktion. Die Preise für ABS zogen etwas an – Käufer zollten der engen Marktlage Tribut. Inzwischen sind auch PS und EPS nicht mehr so gut verfügbar wie noch vor einigen Monaten. Dies spielt den Anbietern in die Karten, wenn sie im November die Preise anheben werden. Der Anstieg der SM-Referenz von 58 EUR/t wirkt dabei als Steighilfe.

Leichte Festigungstendenzen zeigte der europäische PET-Markt. Der Impuls dazu kam bei ruhigen Vorproduktmärkten und weiter geringem Endmarkt-Bedarf aus einer spürbaren Verringerung des Angebots. Der Nachfragesog aus den USA hielt an, zugleich dehnten sich Wartungen an wichtigen europäischen Produktionsstandorten aus. Im November werden Nachfrage-Impulse weiter ausbleiben, bei Normalisierung der Angebotslage. Unter dem Strich werden sich die Notierungen kaum ändern, allenfalls könnte es wieder zu leichten Abschlägen kommen.

KI Preisreport September 2020

Technische Thermoplaste September 2020: Nullrunde auf breiter Front / Automotive meldet geringen Bedarf bis 2021 / Lampen und Leuchten laufen gut in dunklen Monaten / Preiserhöhungen zum Quartalswechsel?

Nach dem August hat sich auch der September als unspektakulär bei den Preisen für technische Thermoplaste gezeigt. Ganz gleich, ob Polycarbonat, Polyamid, PBT, POM oder PMMA: Bei allen berichteten Kunststoffsorten steht die Null zu Buche, sprich, gegenüber dem Vormonat gibt es keinerlei Veränderung. Dass der Polymerpreisindex „Plastixx TT“ (s. Grafik) dennoch leicht steigt, liegt am Einfluss des hier nicht berichteten ABS.

Angekündigte wie durchgesetzte Preiserhöhungen bei den Basispolymeren und Zwischenprodukten konnten die Erzeuger nicht weitergeben. Nicht ganz überraschend haben Quartalsbindungen hier ihre schützende Hand über die Verarbeiter gehalten. Die insgesamt geringe Nachfrage hat ihr Übriges getan. Daran konnten weder die als Mittel zur Marktsteuerung anhaltenden Drosselungen von Produktionsanlagen noch die angekündigte Wartungsabstellung einer wesentlichen Anlage für POM etwas ändern.

Nach einer langen Phase des Lagerabbaus auf Seiten der Verarbeiter war speziell bei PC und PA eine leichte Belebung der Nachfrage festzustellen, dies jedoch weit unterhalb des für September normalen Niveaus von Vor-Corona-Zeiten. Anhaltend robust war E&E mit Produkten für den Baubereich sowie für Lampen und Leuchten, wo die Umstellung auf LED-Technologie und die traditionell höhere Nachfrage in den bevorstehenden dunklen Monaten den Bedarf weitertreiben. Unterdessen mehren sich seitens der Automobilindustrie die Anzeichen, dass die geringe Nachfrage bis weit ins Jahr 2021 anhalten könnte.

Den bevorstehenden Quartalswechsel dürften einige Produzenten dennoch zum Anlass nehmen, Preiserhöhungen zu fordern. Aufgrund der allgemeinen Marktlage ist jedoch eher nicht damit zu rechnen, dass dies auf breiter Front gelingt.

Standard-Thermoplaste September 2020: Polyolefine und Styrolkunststoffe driften seitwärts / Enges Angebot treibt PVC weiter nach oben / PET im Abwärtstrend / Folgen der Stürme in den USA machen sich bemerkbar

Uneinheitlich zeigten sich die Notierungen der Standard-Thermoplaste im September. Bei stabilen Kosten forderten PE-Erzeuger bei allen berichteten Typen Preisaufschläge von bis zu 50 EUR/t. Sie wollen mit Macht verlorenen Margenboden zurückgewinnen. Diese Ansätze verfingen allerdings kaum, PE-LLD-Materialien gaben sogar leicht nach. In der zweiten Monatshälfte tendierte das Preisgefüge wegen der Exporte beispielsweise in die USA meist etwas fester. Trotz der leichten Senkung des Ethylen-Kontrakts um 10 EUR/t im Oktober werden die Produzenten ihre Forderungen nach höheren Preisen wiederholen, ein Erfolg ist trotz anziehender Nachfrage jedoch nicht sicher.

Im Windschatten der stabilen C3-Kosten blieben auch die PP-Preise unverändert. Die Aufschlagsforderungen einiger Anbieter verpufften weitgehend, allenfalls bei einzelnen Tieflagen wurden sie teilweise umgesetzt. Das von Anlagenausfällen verringerte Angebot zeigte kaum Effekt – die Nachfrage war zu schwach. An dieser Gemengelage dürfte sich im Oktober wenig ändern. Ob die leichte C3-Reduktion (-12,50 EUR) weitergegeben wird, erscheint angesichts der limitierten Versorgungslage eher fraglich.

Im September 2020 notierten die PVC-Preise den vierten Monat in Folge fester. Kostenseitig fehlten zwar Impulse, aber die angespannte Marktsituation beim Basismaterial sorgte für Auftrieb. Ungeplante Anlagenausfälle verschärften die ohnehin angespannte Versorgungslage. Für mehrere Compoundeure geriet die Beschaffung von Basis-PVC zum echten Problem. An der angespannten Lage wird sich im Oktober wohl nichts ändern. Einige Anlagen nehmen den Betrieb zwar wieder auf, aber weitere Wartungen stehen auf der Agenda. Vor diesem Hintergrund ist mit Preissteigerungen für Basismaterial und auch Compounds zu rechnen.

Die Notierungen der Styrolkunststoffe blieben im September 2020 stabil oder gaben wie die Styrol-Referenz (-13 EUR/t) leicht nach. Etwas deutlicher fielen die Abschläge bei Polystyrol-Folientypen aus. Preise für ABS-Spritzgießmaterialien hingegen legten angesichts knapper Verfügbarkeit zu. Die im Oktober erneut rückläufigen Kosten für Styrol werden bei PS und EPS sicher zumindest in Teilen weitergegeben werden. Bei ABS ist das weniger wahrscheinlich – zum einen, weil die Kostensteigerung von Butadien (+40 EUR/t) bremsend wirken wird, zum anderen, weil der geringe Umfang von Importen weiterhin das Angebot schmälert.

Deutliche Konzessionen mussten die europäischen PET-Anbieter im September 2020 gewähren. Mangelnde Nachfrage aufgrund der zweiten Pandemie-Welle, Importangebote und gut gefüllte Lager sowie sinkende Aromaten-Notierungen erzeugten starken Preisdruck. In der zweiten Monatshälfte ließ dieser Druck dann nach. Wartungen und Drosselungen zeigten Wirkung, zugleich entstand ein Abflusssog in Richtung USA. Für den Oktober sind keine deutlichen Nachfrage-Impulse in Sicht. Die Pandemie gewinnt in Europa an Fahrt, zugleich jedoch tendiert das Angebot geringer. Dieses Zusammenspiel sollte die Notierungen stabilisieren bis leicht festigen.

KI Preisreport August 2020

Technische Thermoplaste August 2020: Nullrunde bei Polycarbonat / Glasfaserverstärkte Polyamide günstiger / Längerfristige Vereinbarungen stabilisieren PBT-Geschäft / PMMA-Preis wird steigender MMA-Notierung folgen

Für die technischen Thermoplaste (TT) hat sich der August als typischer Quartals-Mittelmonat präsentiert. Sprich: unspektakulär. So ist es bei den Polycarbonat-Preisen durchweg zu Nullrunden gekommen. Wie in den Wochen zuvor wurden Produktionsanlagen vielerorts nur gedrosselt betrieben. Der eher geringe Bedarf konnte jedoch jederzeit bedient werden. Perspektivisch dürften Produzenten versuchen, höhere Preise durchzusetzen. Sollte die Nachfrage zum Ende der Haupturlaubszeit tatsächlich weiter steigen, könnte das gelingen. Jedoch bremsen andererseits bestehende Quartalsbindungen bis Ende September dieses Ansinnen.

Ganz ähnlich zeigt sich die Lage bei den Polyamiden, wobei sich Verarbeiter glasfaserverstärkter Typen sogar über ein Ende des Preishochs freuen durften, ist der Preis doch zumindest um 50 EUR je Tonne gesunken. Das wussten die Anbieter trotz gestiegener Preise bei den Vorprodukten nicht zu verhindern. Mit anziehendem Bedarf nach dem Ende der Haupturlaubszeit sollten die Läger abschmelzen, was in Kombination mit nach wie vor gedrosselter Produktionsmenge zu einem balancierten Angebot führen dürfte.

Im stark reglementierten PBT-Geschäft haben derweil ohnehin längerfristige Vereinbarungen weiterhin stabilisierend gewirkt. Obwohl sich die Vorprodukte entlang fast der gesamten Strecke seit etwa Mai dieses Jahres wieder spürbar verteuert haben, hatten die Anbieter keinen Erfolg mit der Weitergabe dieser Kosten an die Abnehmer. Veränderungen bei den Abnahmemengen sind hier nicht in Sicht.

Auch der September sieht aktuell nach wenig Bewegung aus. Zwar sollte die Nachfrage insgesamt wieder anziehen, aber Preiserhöhungen sind nicht in Sicht. Das könnte sich jedoch ab dem vierten Quartal schlagartig ändern. Aktuelle Preiserhöhungen beispielsweise beim PMMA-Vorprodukt MMA geben hier eindeutig die Richtung vor.

 

Standard-Thermoplaste August 2020: Preise folgen den leichten Vorproduktbewegungen / Erzeuger erreichen bei schwacher Nachfrage keine Margenverbesserungen / PVC reagiert auf zahlreiche Anlagenausfälle

Auf dem Fuß der nur wenig veränderten Vorproduktkontrakte präsentierten sich auch die Notierungen der Standard-Thermoplaste im September meist mit leichten Aufschlägen. Vielfach kam es je nach Typ angesichts der schwachen Nachfrage auch zum Rollover. Ausnahmen bildeten das nach wie vor überversorgte PET auf der einen sowie die Engpässe bei PVC auf der anderen Seite.

Bei Polyethylen konnten die Erzeuger lediglich für HD-Rohrqualitäten und EVA die Kostensteigerung bei Ethylen (+21 EUR/t) durchsetzen. Die tief stehenden Lager spielten ihnen hier in die Karten. Von der mit Forderungen von bis zu 50 EUR/t zusätzlich angestrebten Margenverbesserung konnte jedoch keine Rede sein, dafür geriet die Nachfrage zu dünn.

Die Preise für Polypropylen bewegten sich leicht nach oben. Während die Anhebungen im ersten Monatsdrittel unter dem Eindruck von ungeplanten Anlagenausfällen meist noch den vollen Umfang des Monomeranstiegs von 27,50 EUR/t erreichten, bröckelte die Aufschlaghöhe im weiteren Monatsverlauf zusehends ab.

Der Aufwärtstrend der PVC-Preise setzte sich fort. Im Minimum preisten die Anbieter den anteiligen C2-Kostenanstieg ein. Bei S-PVC Basismaterial und den Pasten konnten sie aufgrund von eingeschränkter Verfügbarkeit und reger Nachfrage auch etwas höhere Aufschläge erzielen.

Der minimale Anstieg der Styrol-Referenz (+4 EUR/t) gab die Seitwärtstendenz für Polystyrol und EPS vor. Nur wenig ausgeprägter gestalteten sich die Preisveränderungen bei ABS.

Den europäischen PET-Märkten mangelte es weiterhin an Impulsen. Die Vorproduktpreise bewegten sich marginal, und produktionsseitig blieb in Europa alles stabil. Bei verhaltener Nachfrage mussten europäische Anbieter in frei verhandelten Monatsabnahmen vor allem bei höheren Notierungen den einen oder anderen Euro zugestehen.

Die September-Forderungen von bis zu 50 EUR/t, wie sie manche PE-Erzeuger formulieren, sollen der Margenverbesserung dienen. Die Kostenbasis blieb zum Monatsbeginn stabil. Wahrscheinlich ist deshalb die Fortschreibung der Augustpreise. Der fehlende Zufluss günstigerer Materialien unter anderem aus Nordamerika als Folge der zahlreichen Force Majeures nach Sturm „Laura” dürfte stützend auf die Preise wirken.

Angesichts des C3-Rollover dürfte PP seitwärts tendieren. Ob es mit den Hurrikan-bedingten Force Majeures von US-Anlagen zu Engpässen in Europa kommen wird, bleibt abzuwarten. Derweil dürfte die Nachfrage positive Impulse durch das Ende der Urlaubszeit sowie saisonale Effekte erhalten.

Zahlreiche Anlagenausfälle in der Produktion von PVC und Weichmachern sowie eine anziehende Nachfrage nach Bauprodukten werden die ohnehin angespannte Versorgungslage verschärfen. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich schon jetzt weitere Aufschläge ab.

Wenig Schwung ist bei den Preisen für die Styrolkunststoffe zu erwarten. Angesichts des Rückgangs der SM-Referenz von 13 EUR/t im September dürften die meisten Sorten einen Rollover oder allenfalls geringfügige Abschläge verzeichnen.

Bei PET sind keine maßgeblichen Änderungsimpulse in Sicht. Angebotsseitig bleibt die weitere Entwicklung an der Importfront abzuwarten. Die Notierungen dürften auf tiefem Niveau stabil bleiben.