KI Preisreport September 2021

Technische Thermoplaste September 2021: Kappung einiger Spitzen / Glasfasern und Additive knapp / Spürbare Teuerung wegen der Energie- und Transportkostenzuschläge absehbar

 Überwiegend wurden die Notierungen für technische Thermoplaste von längerfristigen Vereinbarungen geschützt, gleichzeitig hielten die hohen Preise und knappen Verfügbarkeiten einiger Additive sowie von Glasfasern die hier und da unter Druck stehenden Compoundpreise stabil. Polycarbonat, PC/ABS-Blends sowie auch Polyamid 6-Naturtypen gaben in der Spitze etwas nach – vor allem auch wegen der schrumpfenden Abrufe aus dem Automobilbau.

Wurden im September bereits etliche Abrufmengen auf den Oktober verschoben, so verstärken die sich mehrenden Bandabstellungen im Automobilbau die prekäre Situation weiter. Die Marktdynamik wird sich in den kommenden Wochen unterschiedlich auf die Preisgestaltung auswirken. Abnehmer aus dem Automobilbau werden bei schrumpfenden Abrufen wohl größere Zugeständnisse erfahren. In Richtung anderer Branchen wie Bau und E&E hingegen wird noch wenig Bremswirkung zu sehen sein.

Nicht an allen Verarbeitern wird der bittere Kelch der Preiserhöhung vorübergehen. Trotz verbesserter Margen aufgrund niedriger Rohstoffkosten versuchen die Erzeuger strukturelle Kostenaufschläge für Energie und Logistik durchzusetzen, was bei der Mehrzahl der Materialien für neuerlichen Auftrieb sorgen wird. Angesichts der schwachen Abnahmen aus dem Automobilbau ist die Durchsetzung dort jedoch eher fraglich.

 

Standard-Thermoplaste September 2021: Die Notierungen tendieren uneinheitlich / C3-Preis sinkt erstmals seit Monaten leicht / Schwächelnde Nachfrage aus dem Automobilsektor und bei Hausgeräten / Mehr Importe sorgen für Entspannung

 PE: Grundsätzlich herrscht eine gewisse Verunsicherung am Markt. Bei vielen Qualitäten bleibt das Angebot eng, auch wenn einige Importe die Gesamtlage verbesserten. Kontraktvereinbarungen konnten meist befriedigend erfüllt werden, und einige Verarbeiter fanden sogar Zusatzmengen für neue Projekte. Massive Importe aus Übersee sind gleichwohl nicht zu erwarten. Meist sind die Verarbeiter auf Produktion aus Europa angewiesen. Der Gesamtmarkt geht von fallenden Preisen aus. Rohrqualitäten sahen, erstmals seit vielen Monaten, einen Rückgang bei den Preisen. Der Markt für EVA war, ist und bleibt leer.

PP: Nachdem der C3-Preis seit Dezember 2020 eigentlich nur eine Richtung gekannt hatte – nämlich: aufwärts –, kam es im September erstmals zu einem Abschlag – wenn auch nur um moderate 5 EUR/t. Die Produzenten konnten ihre Preisvorstellungen nicht durchsetzen. Im Gegenteil. Produktionsseitig hat sich die Lage in Europa entspannt. Hinzu kamen höhere Importmengen aus Asien und Fernost, Bang in die Zukunft blicken lässt jedoch die schwächelnde Nachfrage aus dem Automobilsektor. Nicht besser sieht es bei der „Weißen Ware“ aus.

PVC: An den Grundvoraussetzungen der vergangenen Monate hat sich nichts geändert: Die enge Verfügbarkeit und die hohe Nachfrage trieben die Preise im September 2021 weiter nach oben. Der C2-Kontrakt (- 8 EUR/t) spielt bei der Preisfindung ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle. Ungeplante Anlagenausfälle schränkten das Angebot von Basis-PVC weiter ein, und erhoffte Importe blieben weitgehend aus. Umso gravierender machte sich am Markt bemerkbar, dass zusätzliche Mengen in den Export wanderten. Im Oktober steuern die PVC-Preise neuerlichen Aufschlägen entgegen, da geplante Anlagenwartungen das Angebot weiter reduzieren.

PS: Der Rückgang der Styrol-Referenz im September (-91 EUR/t) fand nur bei Polystyrol eine nahezu vollständige Weitergabe, wobei der neuerliche Kostenanstieg des Zuschlagsstoffs Butadien (+90 EUR/t) den Umfang der Preissenkung reduzierte. Bei den Werkstoffen wurde die SM-Kostenermäßigung nur zum kleinen Teil oder gar nicht eingepreist. Bei ABS ist die Verfügbarkeit seit vielen Monaten unterirdisch, und Engpässe prägen auch den Markt für EPS. Besserung ist nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund ist für den Q4-Auftaktmonat mit Aufschlägen zu rechnen, die über dem Oktober-Anstieg der SM-Referenz (+23 EUR/t) beziehungsweise dem Anstieg der ABS-Kompositkosten (SM +23, Butadien -75, ACN +31) liegen werden.

PET: Die europäischen PET-Preise haben im September 2021 etwas überraschend angezogen. Das Angebot blieb auf die europäische Produktion beschränkt, Importe waren weiterhin Mangelware und die Spotmärkte leer. Dann machten sich einzelne Minderproduktionen durchaus bemerkbar, weil die Nachfrage etwas besser ausfiel als erwartet. PX tendiert aktuell stabil bis leicht sinkend. Die Marktlage zeigt ebenfalls wenig Anlass für große Preissprünge im Oktober. Unsicher bleibt jedoch die Entwicklung bei den Energiekosten.

Nachhaltigkeit ohne Kompromisse – Click Plastics AG vertreibt nachhaltiges ABS von IRPC europaweit

Zusammen mit Ihrem Partner IRPC in Thailand (https://polimaxx.irpc.co.th) hat die ClickPlastics AG, 64625 Bensheim, (www.clickplastics.com) ein resourcenschonendes und nachhaltiges ABS entwickelt. Der Anteil an PCR und PIR liegt bei 60 %.

Dabei bleiben die Eigenschaften des Materials fast identisch zum Standard ABS und auch die Eigenfarbe bleibt nahezu gleich, was auch eine gute Einfärbbarkeit bei hellen Farbtönen ermöglicht. Das Material ist ab sofort für Kundentests verfügbar.

Der thailändische Lieferant IRPC, der zum thailändischen Staatskonzern Ptt gehört, ist Südostasiens erstes komplett bis zur Erdölraffinierung rückwärtsintegrierte petrochemischs Unternehmen. Diese vertikale Integration sichert eine hohe qualitative und preisliche Wettbewerbsfähigkeit und sorgt dafür, dass es auch unter den zurzeit schwierigen Bedingungen zu keinen Lieferengpässen kommt.

DIe ClickPlastics AG hat sich auf den Vertrieb technischer Thermoplaste spezialisiert und punktet mit technischer Kompetenz, eingehender Beratung und Empfehlung passgenauer Produkte für Ihre Anwendung unter Beachtung der „Total Costs of Ownership“. Sofern Produkte nicht vorhanden sind, können diese in enger Zusammenarbeit mit Ihnen und unseren Lieferpartnern entwickelt werden.

Nach der Aufnahme des Vertriebs von PBAT, einem biologisch abbaubaren Kunststoff, ist das Recycling ABS das nächste umweltschonende Produkt, welches von der ClickPlastics AG in Großmengen aus Asien vertrieben wird.

Selbstverständlich lassen sich auf Wunsch die durch den Import entstehenden CO2 Mengen komplett neutralisieren.

Genauere Informationen, sowie Beratung zum Thema Versorgungssicherheit durch rückwärtsintegrierte Lieferanten, erhalten Sie am Messestand der ClickPlastics AG auf der Fakuma, Halle B5 5400.

KI Preisreport August 2021

Technische Thermoplaste August 2021: Verarbeiter zwischen Bangen und Hoffen / Mangelnde Rohstoffe und bröckelige Lieferketten sorgen in vielen Bereichen für steigende Preise / Bausektor hui, Autosektor pfui

Der Markt für technische Thermoplaste setzt seine Achterbahn der Gefühle auch im August fort: Während die Preise etwa für PC glasklar im letzten Monat des dritten Quartals weitgehend stabil blieben und der Markt die Forderungen eines Produzenten nach höheren Preisen quasi „wegatmete“, trieb Hurrikan „Ida“ mit ihren noch immer unabsehbaren Folgen für die Versorgung mit Glasfasern den Verarbeitern tiefe Sorgenfurchen auf die Stirn.

Nach wie vor sind vor allem im südlichen Europa einzelne PC-Anlagen aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betrieb. Auch Importe aus Asien fanden nicht oder nur auf sehr spärlichem Niveau statt. Trotz beruhigter Urlaubsabnahmen schrumpften die Lieferzeiten nicht sonderlich zusammen, sondern verharren bei astronomisch hohen, zweistelligen Wochenzahlen.

Für das Quartal abgeschlossene Großabnehmerverträge laufen auf stabilem Niveau unverändert seitwärts. Daran dürften sich auch die Preise für die meisten Monatsabnahmen orientieren. Nach den euphorischen Prognosen für die Automobilproduktion im zweiten Halbjahr folgen nun eher nüchterne Einschätzungen, die sich auf den nach wie vor zunehmend verschärfenden Chipmangel stützen. Das würde die Nachfrage verringern und den Preis unter Druck setzen. Etliche Zulieferer haben freilich die Zeit genutzt und ihre Produktion weiterlaufen lassen, und auch die Abnahmen aus dem Bausektor und bei den Haushaltsgeräten zeigten sich, gerade bei POM und PMMA, überraschend robust.

Standard-Thermoplaste August 2021: Importe beruhigen die Lage ein wenig / Wird Hurrikan „Ida“ die Versorgung erschweren? / Lieferketten bleiben weiterhin angespannt / Unsicherheitsfaktor Autoindustrie

 PE: Bei einigen Folienqualitäten verbesserten stärkere Importe das Angebot. Auch konnten die Kontraktvereinbarungen im August befriedigend erfüllt werden. Einigen Verarbeitern gelang es sogar, Zusatzmengen zu erhalten. Die befürchteten starken Auswirkungen der defekten Naphtha-Pipeline bewahrheiteten sich nicht. Der zu Beginn des Monats vorsichtige Rückgang der Notierungen wurde im Laufe des August deutlich stärker. Für den September sind Importe aus den USA avisiert. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob und wie der Hurrikan „Ida“ diese Pläne und Kontingente durcheinanderwirbelte. Das Angebot aus europäischer Produktion hat sich leicht verbessert.

PP: Der Abschwung der PP-Preise, der im Juli eingeleitet wurde, hat sich fortgesetzt. Die Preise für Standard-PP gaben mehrheitlich nach. Die Urlaubszeit setze in Südeuropa Mengen frei, die Abnehmern in Mittel- und Nordeuropa angeboten werden konnten. Zudem verbesserten Importe aus Fernost sowie das Wiederanfahren einer Anlage in den Niederlanden die Verfügbarkeit. Bei der Nachfrage machte sich bemerkbar, dass die europäische Automobilindustrie aufgrund des Chaos‘ in den Lieferketten die Produktionspläne nach unten revidierte. Im September dürften die Preise weiter unter Druck stehen.

PVC: Der August 2021 war der nunmehr 14. Monat in Folge, in dem die Notierungen für S-PVC nach oben strebten. Die Preise haben sich in dieser Zeit fast verdoppelt. Nach wie vor treibt die gravierende Materialknappheit die Preise. Von der Monomerbasis haben sich die Notierungen schon seit langem abgekoppelt. Weil Importe im erforderlichen Umfang weiter ausbleiben und die Verfügbarkeit stark limitiert bleibt, setzt sich der Höhenflug fort. Im Windschatten von S-PVC werden auch die Preise der Compounds weiter nach oben gleiten.

PS: Im August 2021 hat der Anstieg der SM-Referenz (+36 EUR/t) die Preise für Polystyrol und EPS wieder nach oben drehen lassen. Zum Monatsbeginn richteten sich die Anhebungen noch weitgehend nach der Monomerverteuerung, aber im weiteren Monatsverlauf bröckelte die Aufschlagshöhe. Bei ABS brachten die Kostensteigerungen für Butadien (+225 EUR/t) und ACN (+105 EUR/t) einen stärkeren Anstieg. Der September beschert dem Markt derweil wohl wieder rückläufige Preise. In Bezug auf ABS rechnen Marktakteure mit einem (schwachen) Rollover.

PET: Die Lage in den europäischen PET-Märkten blieb im August 2021 sehr flau. Wetter und Pandemie zügelten die Nachfrage. Die Produktion blieb unaufgeregt, und zugleich rückten Importe mehr und mehr ins Reich der Legenden. In dieser Lage blieb der einzige Impuls der Anstieg der PX-Notierung. Die Produzenten konnten immerhin die anteilige Kostensteigerung einpreisen. Die Vorproduktnotierungen stehen weiterhin in Aufwind. Mit Anhebungen muss daher gerechnet werden.

KI Preisreport Juli 2021

Technische Thermoplaste Juli 2021: Urlaubszeit und geringere Nachfrage aus Autoindustrie sorgen aktuell für relative Entspannung / Doch ein heißer Herbst droht / Kurzglasfasern bleiben Problemkind

Stress und Hektik kennzeichneten das zweite Quartal. Momentan macht sich im Markt etwas Entspannung breit: Wie sich in den Vormonaten bereits abzeichnete, sind in den Automobilwerken die Montagebänder auf niedrigere Taktung geschaltet worden. Grund dafür war der Chipmangel. Das hat die Nachfrage von der Automobilseite her etwas beruhigt. Hingegen waren in den Branchen E+E und Bau kaum Ermüdungserscheinungen in den Abrufen erkennbar. Panikkäufe lassen sich jedoch aktuell nur noch selten beobachten.

Zumindest in Europa hat sich auch die Versorgung mit Bisphenol A (BPA) leicht entspannt. Problemkind Nummer Eins ist und bleibt jedoch die Kurzglasfaser: Der Markt ist wie leergefegt, und nachgefragt wird sie an allen Ecken und Enden. Und bei PA 6.6 natur droht neuerliches Ungemach: Die Kosten für Butadien haben sich nochmals deutlich erhöht. Das wird sich unweigerlich auch in einer Preissteigerung für das Basispolymer 6.6 niederschlagen.

Insgesamt halten sich zahlreiche Produzenten in der Urlaubszeit bedeckt. Doch im September dürfte die Situation schon wieder ganz anders aussehen: Wenn die Forecasts der Autoindustrie vorliegen, dürfte das muntere Schrauben an der Preisspirale wieder losgehen.

Standard-Thermoplaste Juli 2021: Entspannung auf breiter Front – der Urlaubssaison sei Dank / ABS und PVC bleiben aber Problemkinder / Mancher bange Blick in die Zukunft: Was bringt der Spätsommer?

PE: Etliche Marktbeobachter haben sich in ihrer Einschätzung zu Beginn des Monats vertan. Ihre Erwartung, dass sich die hohen dreistelligen Preisreduktionen aus dem Spotmarkt auch in den Kontraktpreisen wiederfinden würden, erfüllte sich nicht. Stattdessen differenzierte sich das Verhältnis aus Nachfrage, Angebot und Preis weiter aus. Die Importe haben die Mengen bei bestimmten Qualitäten unterstützt. Hier kam es zu höheren Preisreduktionen, wie etwa im PE LD- oder auch im PE LLD (C4)-Bereich. Wo Importware (etwa bei PE Rohr 80 oder 100) fehlte, musste sich der Markt mit einem Rollover begnügen. Bei C6- und C8-Folienqualitäten konnten auch nur am oberen Rand der Preisskala Reduktionen in kleinem Umfang erzielt werden. Für die unteren Notierungen reichte es noch zu einem Rollover. Der August wird von der Feriensaison geprägt sein. Die Nachfrage könnte daher reduziert ausfallen. Die Preise dürften sich auf einem ausgeglichenen bis leicht fallenden Level wiederfinden. Sollte in Europa die defekte Naphtha-Leitung noch mehr Unternehmen in ein Force Majeure treiben, wird das eine starke Veränderung der Prognose nötig machen.

PP: Die meisten Polypropylen-Typen haben nach der monatelangen Rallye die bisher erreichten Rekordpreise nicht mehr halten können. Einzig bei PP Copo Folien blieben die Notierungen im Juli 2021 stabil, die übrigen Qualitäten verzeichneten trotz der gestiegenen C3-Referenz (+40 EUR/t) Abschläge. Generell ist dabei zu konstatieren, dass vor allem Preisspitzen gekappt wurden. Zudem fielen die Reduktionen beim besser verfügbaren PP Homo deutlicher aus als bei PP Copo, wo sich die Versorgungslage etwas zögerlicher verbessert, und bei den von Produktionsabstellungen der Automobilindustrie betroffenen Spritzgießtypen gaben die Preise stärker nach als bei den Folienqualitäten. Eine gegenläufige Tendenz verzeichneten derweil die Compounds: Bei Abnahmevereinbarungen auf Monomerbasis bewirkte der C3-Anstieg einen Fensterwechsel, während Käufer mit Referenz auf Standard-PP etwas weniger zahlen mussten als im Vormonat. Im August werden die Anbieter von Standard-PP wohl versuchen, die neuerliche C3-Verteuerung (+58 EUR/t) einzupreisen. Dies dürfte angesichts der schwachen Nachfrage in der Urlaubszeit aber nicht breitflächig umzusetzen sein. Bei den Compounds dürfte sich unterdessen die Preistendenz des Juli im August fortsetzen: Vereinbarungen auf C3-Basis machen einen weiteren Fensterwechsel nach oben, und Abnahmen mit Polymer-Referenz werden wohl weitere Abschläge verzeichnen.

PVC: Wo soll das nur enden? Die Preise für PVC streben auch im Juli 2021 unbeirrt weiter nach oben, nunmehr bereits den 14. Monat in Folge. Hoffnungen auf eine verbesserte Versorgungslage zerschlugen sich, die extreme Materialknappheit bei einer ungebrochen hohen Nachfrage bleibt somit das dominierende Thema. Seit Beginn der Rallye im Juni vergangenen Jahres ist der KI-Durchschnittspreis für S-PVC-Basismaterial um 92 Prozent gestiegen. Ein Rekord jagt den anderen.

Und auch der August wird wohl keine Entlastung bringen. Die Nachfrage bleibt hoch, da viele verarbeitende Unternehmen auch in der Urlaubszeit die Produktion hochhalten. Materialengpässe treiben die Preise weiter hoch, auch für die Compounds. Dort beeinträchtigt der Mangel an Zuschlagsstoffen – das Chaos in der Schiffslogistik sorgt allseits für massive Lieferverzögerungen – zusätzlich die Produktion.

PS: Der deutliche Rückgang der Styrol-Referenz im Juli (-208 EUR/t) ließ die Preise für Styrolkunststoffe weiter nach unten tendieren. Allerdings gestaltete sich die Bemessung der Abschläge recht unterschiedlich. Während sich die Preissenkungen bei Polystyrol an der SM-Reduktion ausrichteten und in der Distribution zum Teil sogar darüber hinausgingen, beließen es die EPS- und ABS-Anbieter bei verhältnismäßig geringen Ermäßigungen. Diese Preisentwicklung spiegelt recht gut die allgemeine Versorgungslage wider: Bei Polystyrol hat sich die Versorgungslage inzwischen halbwegs wieder eingerenkt, während bei EPS und ABS weiterhin gravierende Lieferengpässe herrschen. Im August findet die kurze Preiskorrektur, die nach der mehrmonatigen Hausse gerade einmal zwei Monate dauerte, wohl erst einmal ihr Ende. Denn die Styrol-Referenz drehte nun wieder nach oben (+36 EUR/t). Im Windschatten dessen könnte Polystyrol wieder etwas nach oben tendieren, sofern der Markt nicht eine weitere Korrektur des immer noch sehr hohen Preisniveaus einfordert. Schlechtere Karten haben die Abnehmer in den unterversorgten Märkten für EPS und ABS – in Anbetracht der massiven Engpässe werden sich die Anbieter kaum mit einer reinen Kostenweitergabe begnügen.

PET: Nur noch leichte Korrekturen bei sehr hochstehenden Preislagen traten im Juli 2021 in den europäischen PET-Märkten zu Tage. Die Kostenseite trieb durch die steigenden Ölpreise auf, das dadurch gebildete Fundament verhinderte ein weiteres Abrutschen der Notierungen. Andererseits konnten die Anbieter aber auch keine Erhöhungen umsetzen, da die Nachfrage recht verhalten blieb. Die optimistischen Hoffnungen auf stark steigenden Bedarf wurden durch das regnerische Tief im Verbund mit der anlaufenden vierten Pandemiewelle unterspült. Da aber auch die Importlage desolat blieb, konnten die Abnehmer nur noch bei sehr hochstehenden Niveaus leichte Abschläge erreichen. Die absehbaren Steigerungen bei PX und möglicherweise auch MEG wollen die PET-Produzenten im August gerne an die Kunden weitergeben. Zumindest Teile der Forderungen könnten wohl verfangen. Ausschlaggebend für die Höhe der Aufschläge wird die Nachfrageentwicklung sein, die nach derzeitiger Einschätzung eher gedämpft ausfallen wird.

KI Preisreport Juni 2021

Technische Thermoplaste Juni 2021: Rollover für alle Typen / PA 6.6 und PMMA weiterhin von schwacher Vorproduktstrecke beeinflusst / Nachfragesituation durchwachsen / Juli voraussichtlich unverändert

 Nach den großen Sprüngen der Vormonate war im Endmonat des zweiten Quartals die Spitze des Preisauftriebs zunächst erreicht. Die Preise blieben mit dem sehr deutlichen Benzolschock durch die Bank im Rollover stecken, auch die massive Gegenwehr der Verarbeiter trug dazu bei. Gleichzeitig kamen etliche Vorproduktstrecken wieder in ein ruhigeres Fahrwasser. Ausnahmen waren PA 6.6 und PMMA, bei denen es weiterhin zu Verwerfungen aufgrund limitierter Erzeugung und fehlenden Importen kam. Gleichzeitig blieb die Produktion verstärkter Compounds dünn, weil die entsprechenden Glasfasern extrem knapp sind.

Sehr stark blieb die Nachfrage aus dem Bausektor inklusive der E&E-Anwendungen. Das Auftragsvolumen konnte selten vollständig abgedeckt werden. Auch festgelegte Allokationsvolumina wurden in vielen Fällen unterboten. Allerdings glich der Automobilbau diesen Nachfrageschub zum Teil aus, weil die Montagestraßen wegen des Chipmangels auf die Bremse traten.

Quartalskäufer werden die Erhöhungen der vergangenen Wochen wohl in einem Rutsch aufgedrückt bekommen. Monatlich agierende Käufer hingegen könnten bei hartleibiger Verhandlungsstrategie Erfolg haben und den Rollover erzwingen, auch wenn einige Zuschlagsstoffe knapp und teuer bleiben. Der Halbjahresauftakt wird von spürbar ruhigerer Nachfrage aus dem Automobilbau geprägt sein. Einige OEM haben längere Bandabstellungen geplant oder sind bereits mittendrin. Das reduziert die Teileabrufe und damit auch die Rohstoffbestellungen aus dem Sektor.

Standard-Thermoplaste Juni 2021: Fast alle Sorten erreichen im Juni ein Plateau / Unterversorgte Märkte für PVC und ABS bleiben schwierige Pflaster / Spürbare Preiskorrekturen im Juli erwartet

 Fast alle berichteten Typen erreichten im Juni ein Plateau, Ausnahme war lediglich das nach wie vor unterversorgte und stark nachgefragte PVC.

PE: Das Gros der Notierungen für Polyethylen strebte im Juni 2021 dem Zenit entgegen. Nach der mehrmonatigen Hausse drehten PE-LD-Folien und mehrere PE-HD-Typen wieder nach unten, und andere Qualitäten mussten sich mit Aufschlägen unterhalb der C2-Kostensteigerung von 30 EUR/t begnügen. Preiserhöhungen auf dem Niveau der Monomerveränderung oder darüber gelangen den Erzeugern nur in den extrem unterversorgten Märkten für PE-LLD (C8), PE-HD Rohr und EVA. Der Trend zu einer besseren Versorgungslage wird sich im Juli wohl verstärken. Die meisten PE-Notierungen dürften trotz der neuerlichen C2-Verteuerung (+40 EUR/t) leicht nachgeben oder das Vormonatsniveau halten.

PP: Das hohe Preisniveau sowie die sich verbessernde Versorgungslage würgen das Aufschlagspotenzial für Standard-Polypropylen ab. Produzenten konnten nur noch bei einzelnen Typen den Anstieg der C3-Referenz (+40 EUR/t) einpreisen – sonst überwog der Rollover. Bei Compounds führte der C3-Anstieg zu einem Fensterwechsel, teurere Beimischungskomponenten sorgten für Aufschläge oberhalb der Monomerveränderung. Während der neuerliche C3-Anstieg zum Q3-Auftakt die Preise für Compounds wohl weiter nach oben treiben wird, dürfte die Hausse bei Standard-PP im Juli zu Ende sein.

PVC: Unaufhaltsam strebten die PVC-Preise nach oben und markierten neue Höchststände. Die Nachfrage aus dem Bausektor blieb ungebrochen hoch, bei zusätzlich angespannter Versorgungslage. Allerdings gibt es zunehmend Anzeichen für Verbesserung. Mehrere europäische Produzenten nahmen Anlagen wieder in Betrieb oder stehen nun kurz davor, und weitere Linderung verspricht die absehbare Zunahme von Importen. Im Zuge dessen wird der Aufwärtstrend der Notierungen im Juli wohl nicht abbrechen, aber an Dynamik verlieren.

PS: Die Notierungen der Styrolkunststoffe folgten der überfälligen Korrektur der Styrol-Referenz in den Sinkflug. EPS-Anbieter nutzten die gute Nachfrage und enge Versorgungslage aus, indem sie große Teile der Kostenreduktion einbehielten. Ähnliches versuchten die Polystyrol-Produzenten, allerdings mit weniger Erfolg. Vergleichsweise wenig rückten derweil die ABS-Anbieter von ihren Preisvorstellungen ab – fehlende Importe und knappe Verfügbarkeit spielten ihnen in die Karten. Im Juli dürften die Preise den Abwärtstrend fortsetzen, zumal die Styrol-Referenz zum Q3-Auftakt erneut kräftig nachgab. Die Erzeuger werden erneut versuchen, die Kostenreduktion nur anteilig an den Markt weiterzugeben und die Margen zu verbessern.

PET: Die Preisblase in Europa gab wie zu erwarten etwas Luft ab. Die europäische Produktion normalisierte sich, das Vorprodukt PTA war wieder ausreichend verfügbar. Trotz des zuletzt recht warmen Wetters blieb die Belebung der Nachfrage hinter den Hoffnungen der Anbieter zurück. So erwies sich das europäische Angebot mehr als ausreichend, die anhaltende Importschwäche blieb ohne große Folgen. Ein Seitwärtstrend scheint für den ersten vollen Sommermonat Juli das wahrscheinlichste Szenario. Es wird vielfach mit einer Nachfragebelebung gerechnet, die jedoch weitgehend aus europäischer Produktion wird abgedeckt werden können.

 

KI Preisreport April 2021

Technische Thermoplaste April 2021: Erneut deutlich dreistellige Aufschläge bei guter bis sehr guter Nachfrage / Verarbeiter bekommen teils kaum noch Material / Weiterer Dreh an der Preisschraube sicher

 Die zumeist enge bis sehr enge Versorgungslage bei Basispolymeren und in den Vorproduktstrecken sowie auch der Quartalswechsel führten zu weiteren Preissteigerungen für die Compounds, die im Mittel um 200 EUR/t betrugen. Bei PBT, POM, PA-Standardmaterialien für den Automobilbau und PMMA hielten sich die Aufschläge wegen längerfristiger Bindungen noch etwas im Rahmen, aber auch diese dürften in den nächsten Wochen reagieren. Großabnehmer blieben keineswegs verschont.

Kolportiert wird, dass Verarbeiter sich inzwischen nicht mehr nur verbal um Paletten prügeln. In jedem Fall ist ein deutlicher Verteilungskampf auszumachen. Dabei spielt der Preis kaum eine Rolle, obwohl kumulierte Aufschläge zwischen 700 bis 1000 EUR/t seit dem Jahreswechsel keine Seltenheit sind.

Der neuerliche ungestüme Aufschlag bei Benzol lässt sowohl Verarbeiter als auch Erzeuger staunen. Die massiven Verwerfungen sind Folge eines Zusammentreffens verschiedener Faktoren wie anhaltender Raffinerie-Drosselungen sowie Cracker-Ausfällen in Europa und den USA. Eine schnelle Erholung ist nicht abzusehen. Die Verfügbarkeit im Mai dürfte ähnlich schwach sein wie im April. Auch weltweit bleibt die Tendenz zur Unterversorgung bestehen, selbst in China ist die Versorgung auch nur des eigenen Bedarfs nicht immer gewährleistet.

Pikant ist, dass im Automobilbau „Just-in-Time” nicht mehr das Maß der Dinge zu sein scheint. Stattdessen bleiben trotz aktueller Bandabstellungen – der fehlenden Elektronikchips wegen – die Abrufe der OEM hoch, um Lager aufzubauen.

 

Standard-Thermoplaste April 2021: Teils sehr massive Aufschläge bei allen Sorten / Force Majeures und Wartungen dünnen Verfügbarkeit aus / Ende der Hausse bei guter Nachfrage kaum absehbar

PE: Über alle berichteten Polyethylen-Typen hinweg lag die Teuerungsrate im April nur wenig unter der des Vormonats. In einem reinen Verkäufermarkt mussten manche Verarbeiter Aufschläge von bis zu 320 EUR/t schlucken. Menge ging vor Preis, und über Preise wird derzeit nicht wirklich verhandelt. Die Wartungssaison hat begonnen, und zusätzliche Force-Majeure-Meldungen aus Europa verringerten das Angebot weiter. Experimentierfreudige Verarbeiter wurden teilweise im Iran und in der Ukraine fündig. Die Durststrecke für Verarbeiter wird noch den Mai hindurch andauern. Ankündigungen der Produzenten lagen bereits vor Bekanntgabe des Ethylen-Kontrakts bei 200 bis 250 EUR/t. Wegen der weiterhin knappen Marktlage dürften diese Forderungen auch angesichts des nur leichten Aufschlags bei C2 von 5 EUR/t umgesetzt werden.

PP: Die Preise für Polypropylen sind im April 2021 raketenhaft nach oben gerauscht – völlig losgelöst von der Kostenveränderung von C3 (+45 EUR/t). Schub erhielten sie durch die extrem enge Versorgungslage, die sich im Monatsverlauf durch Anlagenausfälle und ausbleibende Importe sogar noch weiter verschärfte. Zudem traf das knappe Angebot auf eine gute Nachfrage, die durch Panikkäufe zur Mengensicherung noch verstärkt wurde. Es ist nicht abzusehen, dass den Notierungen auf ihrem mehrmonatigen Höhenflug bald die Luft ausgeht. Für Mai sind trotz des nur leichten Anstiegs von C3 (Mai: +10 EUR/t) weitere Preissteigerungen zu erwarten, da sich die Verfügbarkeit weiter verschlechtern dürfte.

PVC: Auch im April 2021 hat sich das Umfeld, dem der PVC-Markt seit vielen Monaten unterworfen ist, nicht geändert. Die Verfügbarkeit blieb extrem angespannt, die Nachfrage gut. Angesichts dessen drehten die Anbieter erneut kräftig an der Preiskurbel. Wer Materialien beziehen wollte, hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Somit übertrafen die Aufschläge für PVC den Kostenanteil aus dem C2-Anstieg (+40 EUR/t) wieder bei Weitem. Auch im Mai prägt die extreme Unterversorgung das Bild. Bei den Compounds verbessert sich zumindest die Versorgungslage für Weichmacher allmählich. Am allgemeinen Preisauftrieb im Mai ändert dies aber nichts, auch wenn es C2-kostenseitig (+5 EUR/t) keinen nennenswerten Impuls gibt.

PS: Nach den massiven Preisaufschlägen im März kamen im April 2021 noch einmal heftige Anhebungen hinzu. Die Preiserhöhungen bei Polystyrol und EPS bildeten den erneut starken Anstieg der Styrol-Referenz (+312 EUR/t) fast komplett nach, bei ABS lagen sie über dem rein rechnerischen Anstieg der Kompositkosten (+222 EUR/t). Die Produzenten verzichteten angesichts neuerlicher historischer Höchstpreise immerhin auf Margenverbesserungen. Die allgemein enge bis sehr enge Versorgungslage bei sämtlichen Styrolkunststoffen wird sich im Mai wohl verschärfen. Trotz der Verfügbarkeitsprobleme verliert der Aufwärtstrend aber an Kraft. Maßgeblich ist das viel zu hohe Niveau der Styrol-Referenz, die im Mai „nur” noch um 87 EUR/t zulegte.

PET: Wie zu erwarten gingen die europäischen Notierungen für PET im April 2021 noch einmal kräftig nach oben. Die PTA-Anlagenprobleme in Belgien und Polen bremsten die Produktion stark ein, zugleich blieben die Importe wegen der anhaltend angespannten Logistiksituation und des Hochpreissogs aus den USA verhalten. Die Preise zogen so ohne Rücksicht auf irgendwelche Vorproduktkosten spürbar an. In den nächsten Wochen bleibt eine substanzielle Änderung der prekären Produktionslage weiter außer Sicht. Falls das Flaschengeschäft in einem wärmer werdenden Mai anziehen sollte, dürfte es zu weiteren Anhebungen kommen.

KI Preisreport März 2021

Technische Thermoplaste März 2021: Für Endabnehmer werden Kabel, Rohre und Scheinwerfer knapp / Deutlich dreistellige Aufschläge / Erzeuger können Nachfrage nicht bedienen / US-Anlagen sorgen für Hoffnungsschimmer

Die weltweite Verknappung in diversen Vorproduktstrecken – insbesondere aber bei ADN für PA 6.6 – hat Basispolymere in teilweise ungeahnte Höhen katapultiert. Die Compounds folgten meist auf dem Fuß. Nicht selten mussten Verarbeiter unter anderem von Polyamiden über das Quartal hinweg Preiserhöhungen in vierstelligem Umfang schlucken. Darüber hinaus machte sich bei der Mehrzahl der Sorten ein Engpass auch von Zuschlagsstoffen bemerkbar – unter anderem von Flammschutzmitteln und Glasfasern.

Das Angebot war in weiten Teilen katastrophal zu nennen. „Unverschämtheiten” seitens der Erzeuger wurden von Verarbeitern kolportiert, dazu Lieferzeiten bei Neubestellungen von wenigstens einem halben bis hin zu einem ganzen Jahr. Geliefert werden meist nur Teilmengen von 60 bis 80 Prozent der bestellten Ware. Verarbeiter versuchten durch höhere Bestellungen die tatsächliche Belieferung auf ein erträgliches Maß zu heben. Dieser Kniff hatte jedoch nur selten wirklich Erfolg.

Wie eng die Lage auch bei Endkunden ist, zeigen Hilferufe des sonst so zugeknöpften US-Autobauers GM: Sonst auf Wettbewerb getrimmte Leuchtenhersteller mögen sich doch bitte gegenseitig unter die Arme greifen, damit ausreichende Stückzahlen für die Autos an die Montagestraßen kommen.

Von möglicher Entspannung im April zu sprechen wäre verfrüht. Etwas Hoffnung liegt auf den US-amerikanischen Anlagen, die langsam wieder ins Spiel kommen – allerdings zur Gänze wohl erst Ende April/Anfang Mai. Die berichteten Sorten werden wohl meist noch leichte Nachwehen verzeichnen, vornehmlich am unteren Rand der Bänder. Ausnahme sind PA-Standardtypen für den Automobilbau, deren Preise bislang von Quartalsvereinbarungen geschützt wurden, aber zu Beginn des Q2 nach oben schnellen werden.

Standard-Thermoplaste März 2021: Teils kräftig dreistellige Aufschläge / Erzeuger diktieren vielfach die Preise / Verarbeiter leiden unter Materialengpässen / Weiterer Aufwärtstrend im April sicher

PE: Im März 2021 waren erneut kräftig dreistellige Aufschläge bei Polyethylen zu sehen, in der Spitze erreichten die Preiserhöhungen 360 EUR/t. Verarbeiter aus Branchen wie Lebensmittel, Hygienesektor und Bau hätten mit ausreichend Material deutlich mehr produzieren können. Im April werden sich die Erzeuger nicht mit der Kostenweitergabe des um 40 EUR/t höher fixierten Kontrakts für Ethylen zufriedengeben. Forderungen von 200 EUR/t liegen auf dem Tisch. Die Vorräte der Produzenten sind erschöpft, für die nahende Wartungssaison gibt es kaum Lagerreserven.

PP: „Man kann Preise nennen, wie man will – gebucht wird trotzdem.“ Diese Worte eines Anbieters beschreiben treffend die Situation bei Polypropylen: Es ist ein massiver Verkäufermarkt. Angesichts extrem eingeschränkter Verfügbarkeit und zahlreichen Allokationen sind Verarbeiter vor allem auf Mengensicherung bedacht. Bei PP Homo-Materialien sprang das obere Ende der KI-Bandbreite um 350 EUR/t nach oben, bei PP Copo waren es sogar 400 EUR/t. Ein Ende der Preis-Rallye ist nicht in Sicht. Der Markt wird im April extrem eng bleiben.

PVC: Neben der Weitergabe des anteiligen Kostenanstiegs bei Ethylen benötigten die PVC-Produzenten im März 2021 keine weiteren Argumente, um ihre Forderungen zu realisieren. Die Aufschläge lagen in der Spitze bei fast 200 EUR/t, allerdings kamen manche Abnehmer auch mit der Kostenweitergabe davon. Die Anlagenausfälle bei Weichmachern sorgten für zusätzliche Teuerung bei plastifizierten Compounds. Das im April um 40 EUR/t teurere C2 wird bei fortgesetzt enger Versorgungslage die Preise für Basismaterial weiter nach oben treiben. Bei den Beimischungskomponenten scheint sich die Lage hingegen langsam zu stabilisieren.

PS: Es sind noch nie da gewesene Preisaufschläge für Styrolkunststoffe: Um sage und schreibe 500 EUR/t verteuerte sich Polystyrol im März 2021, bei EPS lagen die Anhebungen nur wenig darunter. Maßgeblich für diese Preisexplosion war einzigartige Anstieg der Styrol-Referenz um 501 EUR/t. ABS steckte derweil etwas zurück, weil geringere Kostensteigerungen für die Komponenten Butadien (+20 EUR/t) und ACN (+120 EUR/t) die Aufschlagshöhe reduzierten. Im April kommen definitiv noch einmal dreistellige Aufschläge hinzu, nachdem Styrol im April um weitere 312 EUR/t anzog. Marktakteure rechnen aber damit, dass im Mai zumindest bei Styrol eine Trendwende einsetzen könnte.

PET: Insbesondere die Force Majeure für den sehr großen PTA-Standort im belgischen Geel gleich zu Beginn des Monats senkte die Verfügbarkeit des direkten Folgematerials PET signifikant. Da wie seit Monaten schon die europäische Versorgung über Importe schlecht blieb und zugleich die saisonale Nachfrage für die Flaschenfertigung mit Nachdruck begann, mussten die Käufer verstärkt um die verbliebenen Mengen buhlen. Derzeit scheint keine schnelle Änderung der prekären Marktlage in Sicht, eher ist im April mit weiterer Verengung und entsprechenden Anhebungen zu rechnen.

KI Preisreport Februar 2021

Technische Thermoplaste Februar 2021: Notierungen steigen auf breiter Front weiter an / Anlagenausfälle und unzureichende Importe schränken Verfügbarkeit ein / Weitere Preissteigerungen für März absehbar

 Es hapert hinten und vorne. Die anhaltende Materialknappheit bei durchweg guter Nachfrage trieb die Preise für technische Thermoplaste im Februar 2020 weiter nach oben. Bei Polyamid 6 und Polyamid 6.6 schränkten Ausfälle von Vorproduktanlagen die Verfügbarkeit ein, bei PBT, POM natur und PMMA war der unzureichende Umfang von Importen deutlich zu spüren. Die gravierenden Versorgungslücken führen bei PA 6 und POM zu Lieferzeiten von bis zu vier Monaten.

Weitere Preiserhöhungen im März sind angesichts dieser Gemengelage bei fast allen Werkstoffen bereits programmiert. Bei PA 6 und PA 6.6 dürften die Aufschläge erneut dreistellig ausfallen, bei den meisten anderen Materialien etwas moderater. Zusätzliche Dynamik dürfte der danach anstehende Quartalswechsel mit sich bringen.

Standard-Thermoplaste Februar 2021: Trotz erheblicher Aufschläge ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht / Versorgung verbessert sich nicht / Verarbeiter können den Erzeugerforderungen nur wenig entgegensetzen

PE: Die anhaltende Unterversorgung bei Polyethylen in Europa trieb die Preise für alle Sorten teils dramatisch aufwärts. Was zunächst als Produzenten-Fantasie abgetan worden war, erwies sich gegen Monatsende als bittere Wahrheit. Die Aufschläge reichten bei Folientypen bis über die Marke von 200 EUR/t. Die Auftragslage war meist normal bis gut. Verarbeiter konnten die höheren Polymerpreise allerdings nur teilweise weitergeben. Die Versorgungssituation verbesserte sich nicht, Allokationen bis zu 40 Prozent sind üblich. Für März liegen die Kosten für Ethylen um 75 EUR/t höher, jedoch schon vor der Kontraktfixierung kündigten Erzeuger Aufschläge von 200 bis 250 EUR/t an.

PP: Die Aufschläge für Polypropylen fielen wie im Vormonat dreistellig aus und übertrafen den C3-Kostenanstieg (+85 EUR/t) deutlich. Maßgeblich war die durch Anlagenausfälle hervorgerufene enge Marktsituation, angesichts derer die Produzenten ihre Preisvorstellungen meist nach Belieben durchsetzen konnten. Die Verteuerung bei Basispolymer trieb auch die Notierungen der Compounds in die Höhe, wobei unterschiedliche Preisberechnungsmodelle zu großen Differenzen hinsichtlich der Aufschlagshöhe führten. Besserung ist nicht in Sicht. Produzenten kündigten für März abermals dreistellige Aufschläge an, Verarbeiter haben dem wenig entgegenzusetzen.

PVC: Die Lage bleibt angespannt. Verschiedene Produktionslinien haben zwar die Produktion wieder aufgenommen, dafür sind andere ausgefallen. Daher konnten die PVC-Anbieter nicht nur die gestiegenen Kosten für C2 (anteilig 35 EUR/t) und Energie einpreisen, sondern auch Verluste beim Koppelprodukt Natronlauge kompensieren. Die Preis-Hausse setzt sich im März fort. Dafür sorgen der weitere Kostenauftrieb – die C2-Notierung tendierte um 75 EUR/t nach oben – sowie die gute Nachfrage bei weiterhin unzureichender Verfügbarkeit.

PS: Die Aufschläge im Februar 2021 fielen bei Polystyrol und EPS relativ moderat aus. Im Wesentlichen folgten die Anbieter der Styrol-Referenz (+24 EUR/t). Bei ABS trieb die enge Marktlage die Preise dreistellig nach oben. Dieser Trend wird sich im März angesichts des um 501 EUR/t teureren Vorprodukts Styrol. Es ist fraglich, ob die Produzenten die Kostensteigerung komplett weiterreichen können. Die Bremswirkung der geringeren Kostenveränderungen von ACN (+120 EUR/t) und Butadien (+20 EUR/t) dürfte bei ABS kaum ins Gewicht fallen.

PET: Europäische Käufer waren mehr denn je auf regionale Produktionen angewiesen, die allerdings ebenfalls mit Beschränkungen zu kämpfen hatten. Dass es nicht zu größeren Lieferausfällen kam, lag an der geringen Nachfrage. Die Anbieter konnten in der Folge bei einem um rund 50 EUR/t ansteigenden Kostenmix (PX/MEG) mit doppelt so hohen Anhebungen substanzielle Margengewinne erzielen. Im März sind aus heutiger Sicht weiter steigende Notierungen zu erwarten, zumal bei den Importen keine Entspannung in Sicht ist.

 

KI Preisreport Januar 2021

Technische Thermoplaste Januar 2021: Weitere Preiserhöhungen bei allen Typen / Notierungen für Vorprodukte schlagen durch / Angebot weiter im Sinkflug / Kaum Aussicht auf Besserung

Die Warnsignale aus dem dritten und vierten Quartal 2020 haben nicht getrügt. Noch einmal hat sich die Versorgungslage in den Vorproduktestrecken von Erzeugern technischer Thermoplaste verschärft. Für Kunststoffverarbeiter bedeutete das teils erhebliche Preissteigerungen. Am härtesten getroffen waren Abnehmer von PC/ABS-Blends, die nach 95 EUR/t im Dezember im Januar noch einmal 225 EUR/t mehr zahlen mussten. Aber auch für PA 6 natur musste man bei einem Aufschlag um 175 EUR/t deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Vielen preistreibenden Indikatoren haben allein Probleme bei der Lieferung von Elektronikbauteilen aus Asien entgegengewirkt, infolge derer einzelne Automotive-Hersteller die Produktion wieder drosseln mussten. Das hat sich beispielsweise preisdämpfend auch auf die Nachfrage nach Polycarbonat ausgewirkt. Andererseits berichteten Marktteilnehmer von Hamsterkäufen beim nur sehr geringen Angebot an PA 6.6.

Angesichts guter Nachfrage setzt sich auch im Ausblick auf die kommenden Monate zunehmend durch, dass Verarbeitern kaum Spielraum für Preisverhandlungen bleibt. Bei fortwährendem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dürften diese froh um jede Tonne sein, die sie bekommen können. Da auch weiterhin nicht mit signifikanten Mengen an Importware aus Fernost zu rechnen ist, wird häufig kaum eine andere Wahl bleiben, als auf die Forderungen der Erzeuger einzugehen. Derweil wurde die Nachfrage nach PMMA zusätzlich befeuert, weil Verarbeiter infolge von Versorgungsengpässen bei PC glasklar schon Ausweichkäufe getätigt haben. Ähnliches steht PA 6 bevor. Erste Verarbeiter haben schon angekündigt, mangels PA 6.6 hierauf ausweichen zu wollen.

 

Standard-Thermoplaste Januar 2021: Versorgungsengpässe und Allokationen bestimmen das Bild / Vorprodukte treiben Preise / Aufwärtstrend hält im Februar wohl noch an, doch mit weniger Dynamik

 PE: Die Mehrzahl der berichteten Polyethylen-Typen musste im Januar Aufschläge mit deutlichem Margenanteil schlucken. Besonders betroffen waren neben PE-LD-Folien auch die LLD (C6)-Folienmaterialien sowie in etwas geringerem Umfang Rohrtypen. Mengen wurden vielfach allokiert, die Forderungen der Erzeuger erreichten bei einer Kostensteigerung von 65 EUR/t für C2 bis zu 200 EUR/t, Für den Februar liegen Aufschlagswünsche von bis zu 200 EUR/t auf dem Tisch (C2 +70). Eine Umsetzung ist bei teils schwacher Verfügbarkeit wahrscheinlich.

Das zugrundeliegende Problem ist dabei ein strukturelles: Die aktuell geringe Raffinerietätigkeit sorgt auch für einen schwächeren Ausstoß an Olefinen. Importe werden hier und da zwar erwartet, aber wohl erst im März eintreffen.

PP: Auch im Januar 2021 setzten die Produzenten Preisaufschläge für Polypropylen durch, die den Kostenanstieg durch C3 weit übertrafen. Dabei kam ihnen die enge Verfügbarkeit von Materialien entgegen, die durch die gute Nachfrage noch verschärft wurde. Für den Februar ist keine Linderung in Sicht, im Gegenteil: Die C3-Referenz stieg um weitere 85 EUR/t, einige Anbieter fassten Aufschlagsforderungen von bis zu 250 EUR/t ins Auge, bevor die Meldung eines weiteren ungeplanten Anlagenausfalls den Markt erschütterte.

PVC: Schub erhielten die Notierungen von der engen Marktsituation und der regen Nachfrage. Somit konnten die Produzenten von PVC-Basismaterialien die Preise erneut über den anteiligen C2-Kostenanstieg hinaus erhöhen. Die Compounds folgten hingegen weitgehend den reinen Kostenveränderungen. Für den Februar bleiben die Verfügbarkeitsaussichten trübe, weitere Aufschläge sind zu erwarten.

Styrolkunststoffe: Der Anstieg der Styrol-Referenz (+108 EUR/t) ließ die Preise für Polystyrol und EPS weiter in die Höhe schießen – bei Polystyrol gingen die Erhöhungen oftmals sogar etwas über die SM-Kostenveränderung hinaus, bei EPS hingegen lagen sie meist etwas darunter. ABS hat sich von den Vorproduktpreisen ohnehin weitgehend entkoppelt. Hier war es die stark eingeschränkte Versorgung, aus der Sprünge von 200 bis 300 EUR/t resultierten. Im Februar werden die Preise wohl weiter nach oben tendieren, wenn auch deutlich weniger dynamisch als zuletzt.

PET: Deutlich gestiegene Vorproduktkosten trieben die europäischen PET-Notierungen im Januar 2021 nach oben. Die Befürchtungen der Marktbeobachter bestätigten sich sowohl bei PX, dessen Kontraktpreise über Dezember und Januar um 85 EUR/t anzogen, als auch bei MEG, das nach einigen Monaten Stillstand im Januar gleich um 100 EUR/t zulegte. Für den Februar stehen weitere Anhebungen bei den Vorprodukten. Diese werden bei weitgehend unveränderter Angebotslage mit geringen Importen sicher weitergegeben werden, je nach Nachfragelage auch mit leichten Margengewinnen.