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Preisreport März

Technische Thermoplaste März 2020: Mehrzahl der Typen noch im Rollover / Lediglich Polyamide abwärts / Benzol-Absturz wird April überschatten / E&E-Branche könnte Preisniveau bei POM und PBT stabilisieren

Mit Ausnahme der fortgesetzten Erosion bei den Polyamid-Naturtypen konnten die Erzeuger – gestützt noch von den Quartalsvereinbarungen – die jeweiligen Preise weitgehend durch den März retten. Bei PA 6 sorgte die Überversorgungstendenz beim Basispolymer für eine Abwärtsreaktion, bei PA 6.6 bröckelte das hohe Preisniveau nach der kleinen Verschnaufpause unaufhaltsam weiter. Versorgungseinschränkungen gab es angesichts der eher dünnen Nachfrage nur in geringem Umfang, zumal die chinesischen Anlagen langsam den Betrieb wieder aufnahmen.

Die Einbrüche in der Aromatenstrecke – mit dem um über 400 EUR/t leichter fixierten Benzol an der Spitze – werden den Erzeugern im April sämtliche eventuell geplanten Erhöhungsforderungen im Hals steckenbleiben lassen. Sie werden im Gegenteil Mühe haben, die in der Spitze wohl dreistelligen Abschläge zu begrenzen – und das vor dem Hintergrund schwacher Nachfrage. Lediglich POM und PBT könnten vergleichsweise wenig beeinflusst werden, da der E&E-Sektor noch robust abruft – anders als die am Boden liegende Automobilbranche.

Stattdessen könnte es Versuche geben, mit spekulativem Lageraufbau den Markt etwas zu verknappen. Die Produzenten hoffen bei wieder anziehender Nachfrage im zweiten Halbjahr auf etwas höhere Notierungen. Erstmals fragen Erzeuger den voraussichtlichen Jahresbedarf auch bei den Verarbeitern ab, um besser planen zu können.

 

Standard-Thermoplaste: Preisrückgänge im März werfen Schatten voraus / Drastische Abschläge bei Vorprodukten im April heben Markt aus den Fugen / Nachfrage bei Lebensmitteln und Hygieneprodukten

Schon im März gaben die Vorproduktnotierungen durch die Bank nach, ein Vorgeschmack auf das, was Anfang April folgte. Die Polymere korrigierten zumeist ebenfalls spürbar, weil sich die Lager füllten und Verarbeiter häufig zurückhaltend agierten. Einige Marktteilnehmer versuchten jedoch auch, sich Bestände für eine möglicherweise bevorstehende Kappung der Rohstoffversorgung zu sichern.

Bei Polyethylen kam es durchschnittlich zu Abschlägen von 40 EUR/t, die dem Rückgang bei Ethylen auf dem Fuß folgten. Während sich Virus-relevante Produkte wie Folien und Hohlkörper meist noch behaupten konnten, herrschte bei Spritzgießmaterialien ein höherer Preisdruck aus Distribution und Handel.

Nach dem Rückgang der Propylen-Referenz tendierten auch die Notierungen für Polypropylen nach unten. Bei den Homopolymer-Spritzgießtypen gingen die Preissenkungen angesichts des üppigen Angebots teils sogar über die Kostenermäßigung hinaus, während die Erzeuger bei den knapper verfügbaren Folienqualitäten hier und da leichte Margenverbesserungen erzielen konnten.

Die produzentenseitigen Aufschlagsforderungen für das PVC-Basismaterial wurden mit dem Rückgang bei Ethylen weitgehend obsolet. Nur vereinzelt gab es je nach Quelle und Verfügbarkeit hier und da noch geringfügige Erhöhungen.

Die Notierungen der Styrolkunststoffe rauschten im Windschatten des deutlichen Rückgangs der Styrol-Referenz nach unten und radierten die Anstiege der beiden Vormonate aus. Aufgrund der ausgezehrten Margen wollten die Produzenten einen Teil der Kostenreduktion einbehalten, was ihnen aber nur in begrenztem Umfang gelang.

Die weltweite Krise um den Coronavirus überschattete auch die europäischen PET-Märkte. Der Absturz der Öl- und Petrochemie-Preise wurde fast vollständig ausgeglichen durch eine von Hamsterkäufen von Verbrauchern, Anwendern und Verarbeitern kurzfristig angetriebene Nachfrage. Zudem erschwerten rigide Grenzkontrollen und der Stillstand in chinesischen Häfen die Auslieferungslogistik. Dennoch war genügend Material erhältlich.

Die jüngsten Abstürze der Vorprodukt-Kontrakte – -145 EUR/t bei PX, -175 EUR/t bei C3, -200 EUR/t für C2 und -315 EUR/t im Fall von Styrol – werden für erheblichen Preisdruck sorgen. Zwar werden die Produzenten im April alles versuchen, um den Abschlag bei den Polymeren auf die Hälfte des jeweiligen Vorproduktrückgangs einzugrenzen, sie sitzen aber trotz teilweiser Drosselungen auf vollen Lägern.

Vielmehr werden die Fragen sein, ob die Verarbeiter diese Kaufgelegenheit angesichts eigener gedrosselter oder ausgesetzter Produktion werden nutzen können, und – auf der anderen Seite – in welchem Umfang die Erzeuger Materialien zu diesen Preisen überhaupt zur Verfügung stellen. Denn die Corona-Krise wirbelt das bisherige Preissystem durcheinander. Insbesondere bei den Styrolpolymeren kann der drastische Vorprodukteinbruch nicht wie üblich als Vorlage für Preisgespräche dienen, denn das Niveau würde jegliche Produktion unrentabel machen. Unwägbarkeiten drohen auch seitens der Logistik.

Die seit ein paar Wochen brummende Nachfrage nach Materialien für die Bereiche Lebensmittel und Hygiene wird sich in den nächsten Tagen wohl normalisieren, nachdem die Hamsterkäufe der Verbraucher nachgelassen haben. Aus Sicherheitsgründen versuchen Verarbeiter inzwischen, Materiallieferungen auf mehrere Anbieter zu verteilen.

 

>> Preisreport Februar

Technische Thermoplaste Februar 2020: Preisstabilität auf breiter Front / Quartalsvereinbarungen stützen / Nachfrage etwas oberhalb der reduzierten Erwartungen / Unterschiedliche Bewegungen im März abzusehen

Stillstand. Stagnation. Starre – aber nur auf den ersten Blick. Die Preise für technische Thermoplaste verharrten im Februar 2020 zwar durch die Bank weg auf dem Vormonatsniveau, zumal langfristige Abnahmevereinbarungen die Notierungen stabilisierten. Untergründig zeichneten sich aber bereits Strömungen ab, die in den kommenden Monaten zu verschiedenen Bewegungen führen werden.

So überwiegt bei PC glasklar und bei PA 6.6 das Abwärtspotenzial. Unter Druck geraten dürfte PC glasklar durch den Absturz der Benzol-Referenz, und bei PA 6.6 stellen das weiterhin hohe Preisniveau und die anhaltende Flaute des Automobilsektors die Weichen für eine Fortsetzung der bisherigen Talfahrt.

Bei PA 6 und PMMA zeichnen sich hingegen Aufschläge ab, die aber wohl erst zum Auftakt des zweiten Quartals zum Tragen kommen werden. In beiden Fällen werfen Aufschlagsforderungen in der Vorproduktstrecke aber ihren Schatten bereits voraus. Auch bei PBT und POM könnten die Preise über kurz oder lang nach oben tendieren, wenn weiterhin unzureichende Importe aus Asien das hiesige Angebot schmälern.

 

Standard-Thermoplaste: Coronavirus dämpft ohnehin vorhandene Kaufzurückhaltung / Gegen Ende Februar kommen erste Erhöhungsforderungen durch / Margenverbesserung steht im März im Fokus

Im Februar überwogen bei den meisten Sorten Kaufzurückhaltung seitens der Verarbeiter und Ansätze zur Margenverbesserung bei den Erzeugern. Letztere griffen nur teilweise und meist erst ab Monatsmitte. Bei Polyethylen reichten die Anhebungsforderungen der Produzenten je nach Type bis zu 30 EUR/t. Diese Ansätze wurden allerdings maximal zu etwa einem Drittel umgesetzt, beispielsweise bei LD- und Standard-LLD-Folien.

Halbherzige Versuche der Polypropylen-Erzeuger, den Margenverfall aufzuhalten, hatten im Februar praktisch keinen Erfolg – zumal Impulse von Kostenseite fehlten. Bei niedrigem Bedarf konnten lediglich einige sehr tief stehende Notierungen angehoben werden, was aber keinen Einfluss auf die KI-Bänder hatte.

Erhöhungsforderungen von 40 bis 50 EUR/t für PVC-Basispolymer waren an der Tagesordnung. Was in den ersten Wochen des Monats noch kaum Niederschlag fand, wurde ab Monatsmitte vermehrt umgesetzt.

Polystyrol, ABS und EPS erreichten mit dem Anstieg der Styrol-Referenz einen neuerlichen Wellenkamm. Die Erzeuger konnten die Kostensteigerung am ehesten zu Monatsbeginn an die Kunden weitergeben. Im weiteren Verlauf sahen sie sich bei zurückhaltenden Käufen zunehmend zu Konzessionen genötigt.

Die PET-Märkte zeigten sich wie erwartet verhalten und standen wegen des Coronavirus zusätzlich unter Druck. Bei Abnahmen auf niedrigem Niveau blieben die Märkte überversorgt. Im Resultat ließen die Preise leicht nach, obwohl die Kosten von PX und MEG fester fixiert worden waren.

Der Abschlag bei der Ethylen-Referenz Anfang März dürfte die Notierungen aller PE-Materialien nach unten drücken. Zwar werden die Anbieter hier – so wie auch bei allen anderen Sorten – einen Teil des Abschlags einbehalten wollen, doch ob das gelingen wird ist fraglich. Die Preissenkung könnte zwar stimulierend wirken, allerdings steht auf der anderen Seite der Bedarf wegen der Virus-Epidemie doch auf eher wackeligen Beinen.

Den PP-Produzenten könnte die voraussichtlich anziehende Nachfrage und der erhöhte Bedarf im langen Produktionsmonat in die Karten spielen, wenn sie versuchen, den Preis trotz des Abwärtstrends der C3-Referenz unverändert zu halten.

Ähnliches gilt für die PVC-Erzeuger, die trotz des C2-Rückgangs am Rollover für Basispolymer festhalten. Unterstützung werden sie aller Voraussicht nach vom verstärkten Abrufverhalten großer Kunden, dem längeren Produktionsmonat und der Saisonvorbereitung erhalten.

Substanzielle Abschläge werden bei den Styrolkunststoffen erwartet. Die erhebliche Kostenreduktion dürfte fast zur Gänze weitergegeben werden müssen, das Kaufverhalten ist derzeit einfach zu schwach.

Grundlegend wird mit Frühlingsbeginn eine Nachfragebelebung bei PET erwartet. Es stellt sich jedoch angesichts der weiterhin schleppend wirkenden Gesamtsituation die Frage, inwieweit Erfahrungswerte derzeit fortgeschrieben werden können. Zudem bleibt die Entwicklung rund um den Coronavirus völlig unberechenbar. Regionale Abschottungen mit Hamsterkäufen und Produktionsstopps erscheinen plötzlich möglich.

 

Preisreport Januar

Technische Thermoplaste Januar 2020: Uneinheitliches Bild / ABS fester, PA 6.6, PMMA und PP-Compounds mit Abschlägen / PA 6-Basispolymere dürften bald auch Compounds anschieben / Nachfrage erholt sich nur langsam

Die Landschaft der berichteten technischen Thermoplaste zeigte sich im Januar uneinheitlich. Während Polyamid 6.6-Qualitäten sowie PMMA und in geringerem Umfang auch Polypropylen-Compounds aus unterschiedlichen Gründen abwärts tendierten, drifteten die kürzlich auf eine neue Komposition umgestellten ABS-Materialien auf der Welle des jüngsten Styrolaufschlags wie üblich nach oben.

Der kleine Nachlass bei PA 6.6 ist der wieder verbesserten Vorproduktverfügbarkeit geschuldet, die sich hier positiv auswirkt. Das Niveau bleibt jedoch hoch. Die zum Jahresende angekündigten Abschläge von bis zu 300 EUR/t werden bis zum Ende des ersten Quartals wohl erst nach und nach eingepreist. Die bislang noch stabilen PA 6-Compounds dürften hingegen vor einer Aufwärtstendenz stehen, nachdem sich die Basispolymere verteuert haben.

Ähnlich wird es für PMMA gehen: Die kommenden Wartungsabstellungen bei MMA in Worms und Wesseling in den nächsten Monaten werden für eine gewisse Verknappung beim zuletzt weicheren PMMA sorgen. Die im Frühjahr zusätzlich erwartete Nachfragebelebung von außerhalb des Automobilbaus dürfte seitens der Erzeuger deshalb mittelfristig wohl benutzt werden, um die Preise nach oben zu schieben.

 

Standard-Thermoplaste Januar 2020: Nach wie vor dominiert die flaue Nachfrage die Märkte / Forderungen der Erzeuger verpufften meist wirkungslos / Im Februar könnten sich erste Folgen der Corona-Epidemie zeigen

Im Januar kam es nur bei wenigen Polyethylen-Berichtstypen zu Änderungen und wenn, dann auch nur in geringem Umfang. Die seit längerem von den Erzeugern angekündigten Aufschläge von bis zu 50 EUR/t verpufften meistenteils, zumal etliche Anlagen mangels Nachfrage nach wie vor gedrosselt liefen. Hier zeigt sich mittlerweile deutlicher die Diskrepanz zwischen integrierten Herstellern und solchen, die das im Rollover belassene Vorprodukt Ethylen zukaufen müssen. Lediglich bei einigen wenigen Quellen und spezifizierteren Qualitäten zeigten sich leichte Anhebungen.

Die C2-Referenz verzeichnete Anfang Februar erneut einen Rollover – früh fixiert wohl aus gutem Grund. Denn es ist sowohl beim Vorprodukt wie auch Downstream mit gewissen Überhangtendenzen zu rechnen, jetzt, wo die chinesische Industrie vom Corona-Virus gebremst wird. Für einen Großteil der PE-Materialien dürfte die Preiskurve deshalb eher nach unten zeigen. Manche spezifizierteren Qualitäten im Spritzgieß-, Blasform- und Rohrbereich könnten sich hingegen stabil halten.

Trotz einiger weniger Versuche, Aufschläge durchzusetzen – insbesondere bei tiefliegenden Notierungen –, kam es zum Jahresbeginn 2020 zu keiner merklichen Bewegung bei den berichteten Polypropylen-Typen, obwohl sich Auffülleffekte beinahe nahtlos an die Vorkäufe anschlossen, die im Dezember zu spüren gewesen waren. Im frei verhandelten Compoundgeschäft stieg der Druck aufgrund der Übermengen im Markt, die Preise ließen demzufolge leicht nach. Bei nur noch leichter Zurückhaltung war die Nachfrage insgesamt jedoch überraschend gut.

Im Februar werden die Erzeuger trotz der stabil verhandelten Vorproduktpreise versuchen, die Notierungen zumindest etwas nach oben zu bringen. Obwohl die Ordertätigkeit dieses Ansinnen zumindest in einigem Umfang stützt, dürfte ein Erfolg sehr fraglich sein. Allenfalls bei sehr tiefstehenden PP-Homopolymer-Preisen könnte es zu Aufschlägen kommen, selbst dann aber nur in Maßen. Die spezifizierten PP-Copolymere könnten hier stärker bedrängt werden, weil weniger Alternativlösungen vorhanden sind.

Aktuell setzt der übliche Lageraufbau bei saisonalen Endprodukten ein, weshalb der produktionsstarke Februar nachfragetechnisch ordentlich sein dürfte, jedoch nicht überborden wird. Letzteres insbesondere weil der Automobilbau wenig abnimmt.

PVC: Trotz der unverändert fixierten Ethylen-Referenz konfrontierte der europäische PVC-Marktführer Inovyn die Abnehmer im Januar 2020 mit Forderungen zur Margenverbesserung, die jedoch zunächst wirkungslos versickerten. Die Abnahmen waren wider Erwarten recht ordentlich, insbesondere Fensterprofile kamen gut voran. Bei den Compounds sorgten leichte Abschläge bei Titandioxid (PVC-U) sowie auch bei Weichmachern (PVC) für minimale Nachlässe.

Für den Februar fehlt es nicht an neuerlichen Ankündigungen für Preiserhöhungen und entsprechenden Drohgebärden. Die Erzeuger wollen die aus ihrer Sicht fortgesetzten Erosion von Preisen und Margen beenden und möglichst auch umkehren. In der harten Faktenbetrachtung dürfte das jedoch zumindest in den ersten Februarwochen noch nicht verfangen, zumal Ethylen weiterhin stabil blieb. Bei Pasten könnte das Ansinnen am ehesten Erfolg haben. Nachfrageseitig wird der Februar geprägt sein vom Lageraufbau bei Fertigwaren.

Die Notierungen der Styrolkunststoffe haben im Januar 2020 wieder nach oben gedreht und damit den Abwärtstrend der drei vorangegangenen Monate beendet. Den Preisen die Richtung vorgegeben hatte die gestiegene Styrol-Referenz. Nach den Margenverlusten in den Vormonaten wollten die Erzeuger im Minimum die Kostenveränderung einpreisen. Bei PS und ABS gelang dies auch weitgehend. Die EPS-Preiserhöhungen erreichten hingegen nicht immer den vollen Umfang des SM-Kostenanstiegs.

Die Nachfrage gestaltete sich durchweg recht ordentlich. Schub brachten Lagerauffülleffekte nach dem Jahreswechsel. Ob sich die gute Nachfrageentwicklung im Februar fortsetzt, bleibt abzuwarten. Einen Dämpfer könnten der neuerliche Anstieg der SM-Referenz im Februar (+50 EUR/t) und die nachgelagert zu erwartenden Aufschläge bei den Styrolkunststoffen bringen. Denn sollten die Verarbeiter auf rückläufige SM-Notierungen im März spekulieren, werden viele von ihnen jetzt nicht mehr PS, EPS und ABS kaufen als unbedingt nötig – und erste Hinweise auf einen möglichen SM-Rückgang im nächsten Monat liefern die Spotpreise.

Im Januar 2020 bestätigte sich die im Dezember 2019 konstatierte Talbodenbildung bei den europäischen PET-Preisen. Die Notierungen blieben meist auf den erreichten Niveaus stehen oder stiegen allenfalls marginal an. Bei kleineren und spezifizierten Mengen der regulären Monatsgeschäfte kam es sogar zu leichten Aufschlägen, meist in Folge der kurzzeitigen Ölpreisaufschläge während der Turbulenzen um die Iran-Konflikte. In der zweiten Monatshälfte ließ der Auftriebsdruck hier jedoch deutlich nach.

Die Aufspreizung zwischen den Notierungen der unterschiedlichen Handelsmodelle sowie Primärwaren und Regranulaten blieb ebenso bestehen wie die strukturell gute Versorgung des Marktes. Die aus den in den Wochen zuvor noch eingetüteten Geschäften ausgelieferten Importe verdrängten weiterhin europäische Waren. Jedoch sind die in diesem Jahr neu justierten Angebote nicht mehr so attraktiv wie zuvor. Derweil änderte sich wenig an der strukturellen Überversorgung, auch weil die Nachfrage weiterhin enttäuschend verlief. Der Markt lag anhaltend im Winterschlaf.

Die Januar-Kosten für die Vorprodukte PX und MEG waren zum Redaktionsschluss noch unklar. Deutliche Impulse sind aber von hier kaum zu erwarten. In den weltweiten Petrochemie-Märkten bleibt der Druck auf die Preise bestehen, die aber ohnehin bereits sehr tief liegen (siehe auch KIWeb vom 09.01.2020). Für den Februar wird daher auch mit wenig Veränderung bei PET gerechnet, zumal die Nachfrage anhaltend schwach eingeschätzt und das Angebot üppig bleiben wird. Die Marktbeteiligten blicken hoffnungsvoll auf den März als ersten Monat der Frühlingssaison.

 

Preisreport Dezember

Technische Thermoplaste Dezember 2019: Wie üblich unaufgeregter Jahresabschluss / Anlagen laufen gedrosselt / Januar startet wegen der Auto-Flaute verspätet / Deutliche Abschläge bei PA 6.6 angekündigt 

Der Monat endete wie erwartet unaufgeregt. Die Preise blieben vielfach auf November-Niveau, mit Ausnahme glasklarer PC-Typen, POM und PBT, die in geringem Umfang niedriger tendierten. Bei POM sorgte der versiegende Importstrom aus Fernost für eine gewisse Stabilisierung, sonst wäre es hier wohl deutlicher abwärts gegangen. Lediglich PMMA verlor merklicher an Boden.

Die Mehrzahl der Anlagen lief nur noch gedrosselt, um die Lager nicht überquellen zu lassen. Bei PA 6.6 machte sich die Wartungsabstellung der ADN-Anlage in Frankreich kaum bemerkbar, das Lagerpolster und die schwache Nachfrage aus dem Automobilbau sorgten für Balance.

Bewegung dürfte es im Januar nur bei Polyamid 6.6 geben, dem Original-Nylon. Die Mehrzahl der großen Anbieter kündigte bereits vor dem Jahresende 2019 deutliche Abschläge an. Die Rücknahmen werden dreistellig ausfallen, Je nach Unternehmen werden bis zu 300 EUR/t erwartet. Verstärkte Typen sowie Materialien des Automobilkorbs werden davon wohl in etwas geringerem Umfang betroffen sein. Alle übrigen berichteten Sorten werden angesichts bislang noch fehlender Kontraktabschlüsse für das erste Quartal und weiterhin schwacher Nachfrage wohl unverändert bleiben. Wirkung könnten die Drosselungen bei Polycarbonat zeigen.

 

Standard-Thermoplaste Dezember 2019: Kaum nennenswerte Bewegung im Dezember / Bonuskäufe stabilisieren die Nachfrage teilweise / Stabilität zunächst auch im Januar erwartet

Im Dezember 2019 versuchten die PE-Erzeuger vergeblich, den geringen Anstieg der C2-Referenz (+10 EUR/t) einzupreisen. Die gute Versorgungslage machte ihren Bemühungen einen Strich durch die Rechnung. Bei PE-LD- und PE-LLD-Folienqualitäten mussten sie sogar leichte Konzessionen einräumen. Letzten Endes gelang die Kostenweitergabe nur bei spezifizierteren PE-HD-Spritzgießtypen.

Auch die Weitergabe der minimalen Erhöhung der Propylen-Referenz um 5 EUR/t wurde kaum ernsthaft diskutiert, sondern für alle berichteten Typen gleich in den Rollover umgemünzt. Grund war im Wesentlichen auch der weitere Verfall der Spotnotierungen. Bei stabil laufenden Anlagen wurde der Ausstoß meist dem geringen Bedarf angepasst. Die Nachfrage wurde partiell allerdings gestützt von Bonuskäufen, um etwaige Preisstaffeln erreichen zu können.

Während es bei PVC zu Monatsbeginn und insbesondere bei kleineren Abnehmern noch nach einer Umsetzung der marginal höheren Kosten für Ethylen aussah, kam es im weiteren Monatsverlauf kaum noch zu einer Kostenweitergabe. Umgekehrt ließen sich die Erzeuger jedoch auch nicht zu Nachlässen überreden, wie sie von einigen Verarbeitern gefordert wurden.

Die Notierungen sämtlicher Styrolkunststoffe folgten im Dezember dem erneuten Abschlag der SM-Referenz (-47 EUR/t). Um Bestände zu verringern, räumten die Anbieter insbesondere bei größeren Abnahmemengen für EPS weiß Preisermäßigungen ein, die über die Kostenreduktion hinausgingen. Bei allen Styrolkunststoffen erreichten die Preise Tiefststände für 2019, was mancher Verarbeiter als Kaufgelegenheit betrachtete.

Nach einigen Erosionsmonaten erreichten die europäischen PET-Notierungen offensichtlich den Talboden. Die Preise im freien Handel und für Großmengen blieben auf dem erreichten Level bei etwas über 800 EUR/t stehen, die auf die PX-Referenz fixierten Abnahmen lagen ohnehin im Rollover. Bei den von KI berichteten mittleren bis kleinen Mengen in regulären Monatsgeschäften kam es am unteren Rand noch zu einem Nachrutschen von rund 50 EUR/t.

Für Januar ist mit keinen größeren Preisbewegungen bei PE zu rechnen, zumal die C2-Referenz einen Rollover verzeichnete. Einige Erzeuger wollen angesichts reduzierter Margen zwar die Preise erhöhen. Es bleibt aber abzuwarten, ob und wieviel davon tatsächlich umgesetzt werden kann. Am ehesten dürfte dies bei PE-HD gelingen.

Einzelne PP-Produzenten sehen eher einen abwärts tendierenden Preisverlauf, weil sich einige Verarbeiter bereits eingedeckt haben und die Nachfrage deshalb dünner werden wird. Abnehmer kontraktierter Mengen werden hingegen nicht um leichte Aufschläge herumkommen. Der zunächst erwartete Monomer-Aufschlag trat nicht ein, stattdessen wurde die Propylen-Referenz im Rollover fixiert.

Der Ethylen-Rollover wird auch PVC stabil lassen. Zwar starten einige Profilproduktionen bereits zum Monatsbeginn, doch ist das wie üblich dem Lageraufbau bei Fertig- und Halbfertigwaren geschuldet. Der Monat dürfte insgesamt also von Auffülleffekten geprägt sein.

Die Tendenz bei den Styrolkunststoffen dürfte wohl wieder nach oben drehen. Die SM-Referenz für den Jahresauftakt 2020 lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor, höhere Spotpreise und Vorproduktkosten deuten jedoch auf einen Anstieg hin.

Bei PET sind keine wesentlichen Nachfrage-Impulse in Sicht und die Lager bleiben weiter gut gefüllt. Dennoch sind preislich allenfalls geringe Änderungen zu erwarten. Es zeichnet sich mithin ein ruhiger Jahresstart ab.

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